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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 79 mal aufgerufen
 Zivilluftfahrt & Raumfahrt
Wolfgang Offline




Beiträge: 59
Punkte: 75

05.06.2017 22:11
Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

Ich kenne die Sachlage nur aus dem Bereich Interflug der DDR und beginne somit dort in der Vergangenheit. Hoffe auf Beteiligung anderer Kollegen.

Der Fernschreibverkehr hatte in der Zivilluftfahrt eine relativ große Bedeutung. Dazu Unterteilung in zwei Kategorien:
a) Die eine umfasst den Teil Flugsicherung.
b) Der andere den kommerziellen Fernschreibverkehr.
1985 wurden am FH Schönefeld für a) etwa 3 Mio Nachrichten und für b) 1 Mio Nachrichten übermittelt.
Darüber hinaus gab es noch einen Bereich der Nachrichtenübermittlung für Flugbuchungen. Der erheblich war. So wurden beim automatisierten Buchungs-und Verkaufssystem "Resi" der Interflug im Jahre 1985 rund 28 Mio Nachrichten übermittelt.

Daher ging die Zivilluftfahrt der DDR dazu über, die Nachrichtenübermittlung mit Rechnersystemen zu realisieren.
Grundlage war das sogenannte "feste Flugfernmeldenetz ", dass auch AFTN bezeichnet wurde.
AFTN = Aeronautical Fixed Telecommunication Network
Dieses entstand dadurch, dass einzelne Staaten zur Durchführung ihres eigenen Luftverkehrs bestehenden Flugfernmeldenetze nach einem bestimmten System miteinander verknüpft wurden. Geregelt über ICAO.
Meldungen der Flugsicherung liefen über AFTN. In Form von Teilstreckeninformationen. Jede Region wurde durch Buchstaben identifiziert, den AFTN Ortskennungen.

In Schönefeld existierte seit 1982 ein von franz. Firma SESA entwickeltes Fernschreibspeichervermittlungssystem. Dieses System lief zur Sicherheit dubliert. Dort konnten Telegrafie-und Datenleitungen angeschlossen werden. Damit Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Baud bis 1200 Baud möglich.
Bestimmte Systemfunktionen ermöglichten Erfüllung unterschiedlicher Aufgaben.
Zudem wurde mit dem Rechnersystem das OPMET verwaltet. OPMET = Opera-Datenbank für meteorogische Meldungen.
Auch die NOTAM-Datenbank lief dort drüber. ( = Nachrichten der Luftfahrt).
90 Teilnehmer konnten über das Telex-Netz mit AFTN Korrespondieren. ua. Kdo und ZGS LSK/LV.

So erfolgte in den 1980ger Jahren eine erhebliche Umstellung vom normalen Fernschreibbetrieb auf rechnergestützte Nachrichtenübermittlung.
Unterm Strich folgte auch eine erhebliche Einsparung von Arbeitskräften.

Franky2 Offline




Beiträge: 68
Punkte: 68

05.06.2017 22:35
#2 RE: Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

Auf den AFTN Rechner konnten auch normale Fernschreiben gesendet werden. Der /Die Fernschreiber mussten nur ein bestimmtes Prozedere im Schriftkopf zur Eröffnung einhalten. Dann klappte auch so etwas.

Feldwebel Offline




Beiträge: 47
Punkte: 71

05.06.2017 22:36
#3 RE: Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

AFTN war nur ein Teil. Die Fernsprech-Flugsicherungsverbindungen zwischen den Towern und der Flugfunk der Flugsicherung war ebenso wichtig.

Kaeptn Chaos Offline



Beiträge: 4
Punkte: 4

09.06.2017 09:12
#4 RE: Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

Ich kenne da noch den Flugsicherungs-Fernschreibring Nord und Süd. In dem auch jedes Luftfahrzeug aufgeführt war.

Mrozek Offline



Beiträge: 22
Punkte: 26

14.09.2017 22:53
#5 RE: Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

Mit der Interflug und speziell dem Betrieb Flugsicherung war ein enges Zusammenwirken organisiert. Das führte dann auch zum Aufbau von NVA-Übertragungstechnik in Schönefeld Süd. Techniker des NBA fuhren also im Herbst 1975 nach Berlin-Schönefeld und bauten dort einen Schrank Z12 (FB-301) einen ENF-Schrank ( für die Umsetzung von 4Dr auf 2Dr sowie der Telefonnummer-Wahlkassetten) und stellen eine MWT-6 mit MAS-6 hin.
Für einfache Arbeiten an der Technik konnten dortige Mitarbeiter der Interflug eingewiesen werden. War die Störung komplizierter musste von uns in der Üst Eggersdorf Personal raus fahren. Einmal im Jahre musste der TF-Übertragungsweg an der Z12 gemessen werden. Auch dazu mussten wir raus fahren. An solchen Tagen war dann mehr Personal erforderlich. ! Mann zum Messen in Eggersdorf und 1 Mann musste mit Messtechnik mit B-1000 nach Schönefeld gefahren werden.
Im Dezember 1975 schalteten wir dann die erste Primärgruppe und darauf dann auch eine 6-Kanal-WT-Grundleitung.
Dazu kamen dann Rufnummer aus Eggersdorf nach Schönefeld für GM Dr. Henkes (3621) und Betrieb Flugsicherung (Frohberg ?) (3617).
Und natürlich eine ganz ganz wichtige Verbindung EF9103 vom ZGS zum ATCC Schönefeld. Diese Verbindung musste dann bei den Wartungsmessungen für ungefähr 1 Std. außer Betrieb gehen. Man war das jedes mal ein Theater.

P-300 Offline



Beiträge: 22
Punkte: 30

14.09.2017 22:55
#6 RE: Fernmeldebereich (EDV) Zivilluftfahrt antworten

Das war die 1206P.

Aber ich kam ja erst später dazu. Das war die Zeit als die zweite TF Eggerdorf-Schönefeld kam- die 1220P. Denn der Bedarf an Verbindungen nach Schönefeld stieg. Besonders zum ACC Friedland kam die Interflug nur über das LSK/lV-System gen Neubrandenburg. Postalisch war wohl Ende der Fahnenstange erreicht.

Kurz vor dem Abpfiff des DDR-Szenario im Frühjahr 1989 noch eine dritte TF. Diesmal 1214 P ZGS Fürstenwalde - Schönefeld.
Meines Wissens sollte der der Anteil TG-44 in Diepensee an das S1-Netz angeschlossen werden und die Post konnte NULL der Leitungen bringen.
Lösung war dann: die 4 Leitungen von NZ-24 Berlin nach Diepensee ( Kennzahl 24308) über eine bestehende TF Berlin 5 - Füwe 2 zu bringen und dann über die neue 1214P nach Schönefeld und dann im Flughafenkabel auf die MSN-70 Diepensee.
Dieser räumliche Umweg war schon erstaunlich.

Damit war das Gerät FB-301 in Schönefeld dann voll beschalten.

Aber alle 3 TF liefen über Bzk-287 und BzK-289 und HVT-73. Da wurde das Bzk-289 doch Mitte der 80ger bei Bauarbeiten angehieft.
Absolute Trauer war angesagt. Denn der Anflugkontrollstelle Schönefeld fehlten damit fast sämtliche Fernleitungen. Auch die Verbindungen zu den ACC waren betroffen. Ich glaube die Flieger wurden dann alle nach Leipzig und Erfurt umgeleitet.

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