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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 52 mal aufgerufen
 Forum zu FuTT
Ben Offline




Beiträge: 105
Punkte: 121

31.07.2017 22:31
RL-30 antworten

Weil das Thema RL-30 hier im Forum einmal angeschnitten wurde, einige Daten.
( Entnommen beim Wolfgang Voß)

Nutzung: Richtfunkübertragungsstrecke der kompletten Bildschirminformation vom Rundsichtgerät der FuMS zu einem Tochtersichtgerät, welches in größerere Entfernung aufgebaut war. Arbeitete bis 30km Strecke. In LSK/LV vornehmlich ab 1961 eingesetzt zur Luftlageübermittlung der abgesetzt betriebenen P-12 Rundsichtstationen zur den Führungspunkten der FRA.
Aber auch der frühere Gefectsstand FRR-18 Dänschenburg/Sanitz erhielt so seine Luftlage von der FuTK Rövershagen.
Später in Zeit 43. FRBr konnte so der WGS Dänschenburg von der FuTA-4301 mit "automatisierter" Luftlage versorgt werden. Da aber die Bäume auch wuchsen- mit immer schlechterer Qualität. Abhilfe schaffte dann in seltsam Weise die Nutzung von Fernseantenne in gerichteter Aussrichtung. Und so lief es bis zum Schliuß.

Erinnerung:
Mit der Einführung des Wolchow-Raketenkomplexes war eine halbautomatische Zielübergabe zwischen P-12 und Raketenleitstation möglich. Dazu mußte das Tochtersichtgerät der P-12 in den Hänger ?? (dort wo der Schießende und die zwei Funkorter saßen, die dafür sorgten, daß die Antenne für den Seitenwinkel und die für den Höhenwinkel immer in Richtung des zu bekämpfenden Zieles zeigte) eingebaut werden. Das TSG der P-12 wurde mit einem Aufsatz versehen, wo mit einer kleinen Handkurbel ein Lineal auf Zielmitte gedreht wurde. An der Kurbel und dem Lineal befand sich dann ein Drehmeldegeber, der bei Knopfdruck dafür sorgte, daß die Sende-Empfangskabine sofort in die Richtung des zu bekämpfenden Zieles drehte (ähnlich der Fernsteuerung beim PRW). Damit war ein schnelleres Erfassen des Zieles möglich und es wurde eine kürzere Abstrahlungszeit (wichtig unter den Aspekt des Einsatzes von Antifunkmeßraketen) erreicht. Da zu meiner Zeit die P-12 Stationen ca 3 km bis 8 km (aus Gründen der besseren Auffassungswerte) von den Feuerstellungen entfernt aufgebaut waren (die P-12 von Abtshagen stand z.B. im Ort Sievertshagen), konnte eine Kabelverbindung zum Tochtersichtgerät nicht realisiert werden. Dazu wurde dann an der Stelle, wo bei der P-12 MA der Ofen und das Kennungsgerät NRS-10 (gleich an der Tür) eingebaut waren, der RL-30 Sendeschrank platziert. Der Ofen und der "Safe" unter der Eingangsschalttafel (Bl. 17) flogen ersatzlos raus und dort wo der Safe mal war, landete der Kennungsschrank mit Stromversorgungsblock, Empfangsblock und Senderblock. Der EMU kam an den Platz des ehemaligen Ofens und der Phasendiskriminator für die Drehung wurde rechts hinter der Eingangstür von Innen an die Wand geschraubt. Die notwendigen Signale für die Übertragung mittels RL-30 (Drehmeldespannungen, Anlaßimpuls, Echo, Kennung und Marken ) wurden von hinten (hinter dem Rundsichtgeräteschrank) mittels Kabel an der Decke zum Sendeschrank geführt. Diese Variante funktionierte eigentlich ganz gut mit der Einschränkung, daß bei zu großem Abstand zwischen P-12 Stellung und Sende-Empfangskabine des FR-Komplexes es zu Koordinatenfehlern kam.

Georg Offline




Beiträge: 69
Punkte: 77

31.07.2017 22:36
#2 RE: RL-30 antworten

@Gohrbi schrieb:

...und als Ergänzung, beim Schießen auf Zingst wurde die RL-30 mit der Antennenrückkeule betrieben, weil
die Entfernung zum Empfangspunkt zu kurz war. Mit der vollen Power ist der Empfänger überfordert gewesen.

...nur mal was anderes...RL-30 Mast und selbstgebaute überdimensionale Yagiantenne. Damit haben wir von
Trolli, von der Werkstatt, in alle FuTKs Sprechfunkverbindung gehabt. Mit den UHF-Sprechfunkgeräten.
Ich komme nicht auf den Namen.......handlich, schwarz/grau mit dem dicken Handmicro....

A3J Offline



Beiträge: 16
Punkte: 24

31.07.2017 22:37
#3 RE: RL-30 antworten
Pit Offline




Beiträge: 119
Punkte: 155

31.07.2017 22:38
#4 RE: RL-30 antworten

@Pirat schrieb:

Die Regel - mag sein. Es wäre interessant, zu erfahren, in welchem Umfang die RL-30 auch zur Übertragung von Funkmeßinformationen für die Jägerleitung genutzt wurde.
Zumindest im JG-1 haben wir das von 1982-84 (bis zum Einzug in das Schutzbauwerk Schönewalde) für die Sicherstellung der Jägerleitung von der FuTK Dahme zum Flugplatz Holzdorf praktiziert.
Auch zur Sicherstellung von "Einfliegern" des KSD (Dresden) wurde die RL-30 genutzt.

Betr. NFB-8 - GS JG-8 Müncheberg
Warum sollte man das gemacht haben? Von der Organisation der Zusammenarbeite etc. war das nicht nötig.
Von der Funkmeßgruppe am Flugplatz wurden nur die Werte der P-18 vom Funkorter am Platz zum Planzeichner auf dem GS übertragen.
Grund der Übertragung der FuM-WWerte an den GS:
- GS hat ständig und aktuelle Info über alle Flüge, welche sich im Flugleitungsbereich bewegen
- Werte werden unterstützend zur Organisation der Übergabe und Übernahme der Leitung zwischen GS und Flugleitung genutzt
Die FuM-Werte der P-18 der Funkmeßgruppe auf dem Flugplatz hat man primär sicher nicht auf dem GS genutzt (kenne ich zumindest von keinem GS-JG). In der örtlichen FuTK gab es in der Regel auch FuM-Stationen im dm-Bereich (i.d.R. P-12) oder sogar Stationen im m-Bereich.

Die automatisierte Jägerleitung wurde von allen Gefechstständen der JG aus durchgeführt.
Der Leitoffizier (SLO) konnte von seinem Arbeitsplatz im Hänger 54 nur 2 Leiten gleichzeitig durchführen, d.h. auf max. 2 Ziele/Zielgruppen 2 eigene Jagdflugzeuge/Gruppen leiten. Technisch waren - so glaube ich mich zu erinnern - 3 möglich, die Grenze lag in den Nutzungsmöglichkeiten der R-824LPM (Funkstation für Lasur-Datalink). Dann müsste aber ein zweiter SLO auf dem zweiten Hänger 54 sitzen. Und da hätte es Komplikationen mit der Führung der Funkmeßstation, der Nutzung des Höhenfinders, der Boden-Boden-Nachrichtenverbindungen und der Nutzung des Leitkanals-18 gegeben.
Inwieweit von den Jägerleitstellen automatisierte Jägerleitung durchgeführt werden konnte, kann ich noch nicht in vollem Umfang sagen. Da bin ich noch bei der Recherche.
Bei der MiG-21 wurden die Leitkommandos auf den Flugkontrollinstrumenten im Flugzeug angezeigt. Ebenfalls bei der MiG-23. Ich glaube, da gab es auch eine Variante der direkten Übertragung zum Autopiloten. Bin mir da aber nicht sicher - ist zu lange her.
Zur Zusammenarbeit MiG-29 und WP muss ich mich auch noch mal schlau machen.
Das Zusammenwirken mit den FRT wäre erfolgt nach
- Zielen
- Höhen
- der Zeit
- oder Räumen und Linien.
Weiterhin gab es separate Signale für die Einflugerlaubnis bzw. das Einflugverbot in die Vernichtungszone der FRT.
Für die Org. das ZW in der Vernichtungszone der FRT waren weiterhin die an den GS der FRT eingerichteten, direkt dem GS der LVD unterstellten Jägerleitstellen der Divison eingerichtet worden. An diese wurde die Leitung der Flüge dann übergeben. Die hatten auch im betreffenden Flugraum i.d.R. ein besseres Funkmeßfeld als die örtliche FuTK, welche den GS des JG sicherstellt.

Siewert Offline



Beiträge: 11
Punkte: 11

31.07.2017 22:40
#5 RE: RL-30 antworten

zu JG-8:

ist stimmig.... die Funkmessgruppe auf dem Platz arbeitete mit der FuTK-611 ( nörtliche am GS Müncheberg) zusammen... und übernahm auch für die 611 im DHS auf Weisung definierte Zielverfolgung...... nicht mit dem GS direkt... dafür dann nur die Führungsleitung und die Koordinatenleitung.....
Habs ja nun gefunden.... RL-30 war zum alten GS Marxwalde und die FuTK stand bereits in Müncheberg... der GS Müncheberg dort folgte zeitlich später...

Pit Offline




Beiträge: 119
Punkte: 155

31.07.2017 22:42
#6 RE: RL-30 antworten

@Pirat schrieb:
Ja, so ists o.k.. Außerdem wurde an Tagen der Wartung der Funkmeßstation der Funkmeßgruppe am Flugplatz der Flugleitungsbereich durch eine Funkmeßstation der örtlichen FuTK sichergestellt.
Also: Wartung der P-18 am Flugplatz, Sicherstellung des Flugleitungsbereichs durch eine P-12 oder P-18 in der örtlichen FuTK am Standort des GS. Dafür gab es dann auch eine Koordinaten- und eine Führungsleitung. Wohlmöglich keine extra eingerichtete, sondern Nutzung nur in unterschiedlichen Richtungen.

Wann war der Umzug des GS nach Müncheberg? Irgendwo hab ichs, finde es aber gerade nicht.
Wo war der GS-8 vorher in Marxwalde untergebracht?

Junior Offline




Beiträge: 17
Punkte: 25

31.07.2017 22:43
#7 RE: RL-30 antworten

1961 verlegte die damalige FuTK-283 von Marxwalde nach Müncheberg

Der GS JG-8 war ab (????) im Keller Küchengebäude in der Kaserne des JG-8. Nicht auf dem Flugplatz.
Mit Bildung des FuTB-61 1976/77 wurde das dann auch der gemeinsame GS 8/61 Marxwalde.

FuTK mir RL-30 zum GS.

1981 kam das das Schutzbauwerk Müncheberg. Da war dann kein RL-30 mehr notwendig.
Der Keller blieb dann wohl der WGS JG-8.

Molch Offline




Beiträge: 27
Punkte: 58

31.07.2017 22:45
#8 RE: RL-30 antworten

@moses9 schrieb:
Inbetriebnahme SBW in Mbg 1982

Stammgast Offline



Beiträge: 82
Punkte: 106

31.07.2017 22:48
#9 RE: RL-30 antworten

Noch eine Ergänzung von Wolfgang Voß:

die RL-30 (Radio-Linie 30) war organischer Bestandteil der P-30, der Jägerleitstation für die MiG-17. Sie war dann in allen späteren Leitstationen wie P-35 und P-37 fest eingebaut. Darüberhinnaus wurde im Rahmen von Neuererarbeit die Möglichkeit geprüft die RL-30 separat mit Sichtgeräten zu beziehen und in die P-12 der Fla-Raketenkomplexe (nur bei Wolchow) einzubauen. Es wurde auch meines Wissens im Süden eine RL-30 in eine P-14 (Oborona) installiert. Die RL-30 hatte die Aufgabe eine räümliche Trennung (max 30 km) zwischen der FuTK (Jägerleitstation) und dem Geschwadergefechtsstand zu realisieren. An der Epfangsseite (Geschwadergefechtsstand) konnte man bis zu acht Tochtersichtgeräte anschließen. Das technische Verfahren zur Übertragung der Drehmeldespannungen und des Anlassimpulses war für damalige Zeiten (1958) eine Spitzenleistung. Es wurden alle Drehmeldespannungen mittels (Analog-Digital / Puls-Längenmodulation) Wandler in längenmodulierte Impulse gewandelt und zusätzlich verschlüsselt. An der Empfangsseite wurde das Ganze wieder zurückgewandelt.
Störungen gab es eigentlich nur nach längerem Regen, wenn die Sende- bzw. Empfangsantenne abgesoffen war.

Prepaid Offline



Beiträge: 9
Punkte: 13

31.07.2017 22:50
#10 RE: RL-30 antworten

Zum Thema "Ofen":
in der alten P-12MA (auf SIL-157 aufgabaut) gab es gleich am Türeingang rechts einen kleinen Ofen für feste Brennstoffe (ich glaube sogar mit Wasserkessel).
Er hatte Ähnlichkeit mit den Öfen aus den russischen D-Zug-Wagen.
Zwischen Ofen und dem danebenliegenden Kennungsgerät war noch eine Feuerschutzwand.
Mir ist aber nicht bekannt, daß dieser Ofen jemals angeheizt wurde (verboten?).
Die neuen Stationen P-12-NP (Hängervariante hatten keinen Ofen mehr

Andy Offline




Beiträge: 180
Punkte: 240

31.07.2017 22:51
#11 RE: RL-30 antworten

@Andy schrieb:
Ja - die kleinen Öfchen hatten wirklich einen kleinen Wasserkessel mit Hahn daran und es gehörte auch ein "Kaminbesteck" dazu ... vorhanden war dieser Ofen z. B. auch auf dem Start- und Kommandopunkt SKP 9 ... in den späteren Modifikationen wurde der Ofen dann durch Diesel-Heizung ersetzt.

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