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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 35 mal aufgerufen
 SK Russland
Black Rock Offline



Beiträge: 18
Punkte: 26

01.08.2017 21:41
Megaprojekte von CA + UdSSR antworten

Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben die neuen unabhängigen Staaten zahlreiche geheime Militärobjekte auf ihrem Territorium erhalten. Einige Länder konnten die Aufrechterhaltung dieser Komplexe rein wirtschaftlich nicht verkraften, andere brauchten sie einfach nicht. Deshalb sind viele dieser Objekte allmählich verfallen.

Überhorizontradar „Duga“, Pripjat, Ukraine
Diese riesige Einrichtung wurde fünf Jahre lang gebaut und entstand 1985. Die wichtigste Aufgabe dieser Radaranlage bestand in der Beobachtung von Starts ballistischer Interkontinentalraketen. Diese Station hätte heute noch funktionieren können, aber in Wahrheit blieb sie weniger als ein Jahr im Einsatz. Die riesige, 150 Meter hohe und 800 Meter lange Antenne verbrauchte enorm viel Strom und wurde deshalb in der Nähe des Atomkraftwerks Tschernobyl gebaut. Nach der Katastrophe im AKW im April 1986 musste die Radarstation geschlossen werden.
Explosion des AKW wegen der Überlast ?

Balaklawa, Krim--Der geheime Stützpunkt sowjetischer U-Boote
In Balaklawa auf der Krim lag ein geheimer Stützpunkt sowjetischer U-Boote. Das ist eines der größten Militärobjekte, wo gleichzeitig 14 U-Boote unter einem Dach untergebracht werden konnten. Der Stützpunkt wurde 1961 gebaut, 1993 aber vernachlässigt – gleich nach der Auflösung der Sowjetunion. Insider behaupteten, Balaklawa sei ein Umschlagpunkt gewesen, wo U-Boote repariert und mit Brennstoff samt Munition (unter anderem mit nuklearer Munition) versorgt wurden. Die hiesigen Bauten sind so stark, dass sie einem direkten Atomschlag widerstehen könnten. Aber inzwischen ist das nichts als ein verlassenes Militärobjekt. 2002 beschloss zwar die damalige ukrainische Führung, in Balaklawa ein Museum einzurichten, doch diese Pläne wurden nie umgesetzt.
Russland will due Basis nutzbar machen.

Raketenschacht Dwina, Kekava, Lettland
Nach dem Zerfall der Großmacht UdSSR bekamen die einstigen Sowjetrepubliken geheime Militärobjekte, von denen sie nicht einmal gewusst hatten. In der Nähe von Riga liegen beispielsweise die Ruinen des einstigen Raketenkomplexes „Dwina“. Er war 1964 gebaut worden und bestand aus vier Startschächten. Jetzt sind diese 34,6 Meter tiefen Silos teilweise mit Wasser vollgelaufen, aber jede Person, die dafür Interesse hat, kann einen Führer finden und in diesen Schächten tauchen. Es wird erzählt, dass in den Silos viel Raketenbrennstoff geblieben sein soll, auch wenn dieser nicht radioaktiv sei. Dennoch sei er hochgiftig, und deshalb sollte man lieber an die möglichen Folgen denken, ehe man sich für einen „Dwina“-Besuch entscheidet.

Phosphoriten-Bergwerk, Lopatino (Gebiet Moskau)

Zu Sowjetzeiten wurden in Lopatino (Gebiet Moskau) Phosphorite gewonnen, die unter anderem für die Produktion von Düngemitteln wichtig waren. Nach 1993 wurde das Bergwerk geschlossen, wobei die ganze Technik in Lopatino geblieben ist. Jetzt zieht die ehemalige Erzgrube Touristen aus aller Welt an. Falls Sie diesen ungewöhnlichen Ort besuchen wollen, sollten Sie sich beeilen, denn die Einheimischen verlieren keine Zeit und stehlen alles, was hier herrenlos herumliegt. In einigen Jahren wird hier offensichtlich nichts mehr bleiben, was man besichtigen könnte. Aber Lopatino wird wohl trotzdem ein touristisches „Mekka“ bleiben, denn die Gegend hier ist so gut wie außerirdisch.

Station für Ionosphäre-Forschung, Smijew, Ukraine
Diese Station wurde im Gebiet Charkow nur ein Jahr vor dem Zerfall der UdSSR gebaut und war im Grunde dem US-amerikanischen HAARP-Projekt auf Alaska ganz ähnlich, das immer noch erfolgreich funktioniert. Der riesige Komplex bestand aus mehreren Antennenfeldern und einer gigantischen, 25 Meter großen Parabolantenne, deren Strahlungsstärke bei 25 Megawatt lag. Aber die unabhängige Ukraine brauchte diese neuesten, aber kostspieligen Forschungsanlagen nicht, und jetzt interessieren sich für diese vernachlässigte Station nur noch Forscher und Buntmetallsammler – und natürlich auch Touristen.

Seestadt „Erdöl-Steine“, Aserbaidschan
In den 1940er-Jahren begann im Kaspischen Meer, 42 Kilometer östlich von der Apscheron-Halbinsel, die Erdölförderung. Bald wurde in der Nähe der ersten Bohranlagen eine ganze Stadt gebaut, die ebenfalls auf Ladebrücken und Schüttdämmen lag. So wurden auf hoher See, 110 Kilometer von Baku entfernt, Kraftwerke, neunstöckige Wohnbauten, Krankenhäuser, ein Kulturpalast, eine Brotfabrik usw. errichtet. Die Stadt bekam den Namen „Erdöl-Steine“. Sie bestand aus mehr als 200 Plattformen, und die Gesamtlänge ihrer Straßen erreichte 350 Kilometer. Bald wurde aber auch in Sibirien Erdöl entdeckt, dessen Förderung billiger war, so dass die Erschließung im Kaspischen Meer unrentabel wurde. Die Stadt Erdöl-Steine wurde allmählich vernachlässigt. Sie ist aber auch jetzt keine „Gespensterstadt“, denn hier leben immer noch etwa 2000 Menschen.

Speicherring, Protwino, Gebiet Moskau
In den späten 1980er-Jahren entschloss sich die Sowjetunion, deren Agonie eigentlich bereits begonnen hatte, für den Bau eines riesigen Speicherrings. Dieser 21 Kilometer lange Ringtunnel in einer Tiefe von 60 Metern existiert immer noch nahe der Stadt Protwino (Gebiet Moskau), weniger als 100 Kilometer südlich von Moskau, wo es mehrere Kernphysik-Laboratorien gibt. Der Tunnel wurde sogar teilweise mit diversen Forschungsanlagen gefüllt, aber dann begannen die politischen Turbulenzen, die zum Zerfall der Sowjetunion führen sollten. So blieb der sowjetische „Hadron Collider“ vernachlässigt.

Sicher ist diese Aufstellung unvollständig und real lauern noch mehr dieser Riesenprojekte.

Franzburg Offline



Beiträge: 17
Punkte: 37

17.10.2017 18:58
#2 RE: Megaprojekte von CA + UdSSR antworten

Nuklearer Gigant für Aufklärungseinsätze
Dieses atomgetriebene Aufklärungsschiff voller High-Tech-Ausrüstungen war eine Riesenleistung der sowjetischen Forschungs- und Rüstungsbranche. Es wurde gebaut und stellte seine Effizienz sofort unter Beweis, doch der Zerfall der UdSSR durchkreuzte alle Einsatzpläne, wie der russische TV-Sender Swesda berichtet.
Im Jahr 1975 nahm die sowjetische Rüstungsindustrie dem Bericht zufolge die Arbeit an der Aufklärungsstation Korall auf. Als Trägersystem wurde ein einzigartiges atomgetriebenes Schiff konzipiert. Dieses erhielt den Namen „Ural“ und war selbst für sowjetische Verhältnisse gigantisch. Die Schiffsbauer und die Militärs rangen während der Entwicklungsarbeiten buchstäblich um jedes Quadratmeter.
Letztendlich wurde eine Länge von 265 Metern vereinbart – bei einer Besatzung von nahezu 1.000 Mann. Zu jenem Zeitpunkt verfügte die sowjetische Pazifikflotte, die das Schiff bekommen sollte, nicht einmal über einen passenden Anlegeplatz.
Der russische Marineexperte Georgi Tschernenko sagte dem Sender: „Solche Projekte kommen nur einmal in 50 oder gar in 100 Jahren. Es gibt Autos, die per Hand zusammengeschraubt werden, und es gibt Schiffe von dieser Art. Trotz der riesigen Abmessungen was das eigentlich eine Einzelanfertigung: Kein zweites Schiff wurde im Rahmen jenes Projekts gebaut.“

Die „Ural“ bekam ein modernes Phased-Array-Radar. Eine weitere Pointe war die optisch-elektronische Anlage Lebed – dazu gehörte ein einzigartiger Fotoapparat mit einem anderthalb Meter großen Spiegel. Damit konnten Parameter startender ballistischer Raketen registriert werden – aus einer Entfernung von mehreren Hundert Kilometer.
Darüber hinaus erhielt das Schiff Waffen. Vorne und hinten wurden 76-mm-Geschütze montiert. Es gab auch mehrere 30-mm-Maschinenkanonen, um Überwasser- und Luftziele bei Bedarf ins Visier zu nehmen.
Noch während ihrer Fahrt zum geplanten Standort im russischen Fernen Osten konnte die „Ural“, so der Bericht weiter, ihre Effizienz unter Beweis stellen: Aus einer Distanz von nahezu 1.500 Kilometern hat sie die Parameter der startenden US-Raumfähre „Columbia“ aufgezeichnet und analysiert.

Strahlenphysiker Leonid Babitschew erzählt: „Während der Fahrt wurden außerdem Frequenz-Parameter aller landgestützten Radaranlagen des angenommenen Gegners registriert – ebenso wie Funktions-Modi von Radaren und Kommunikationssystemen, mit denen Flugzeuge (darunter auch Aufklärungsmaschinen) ausgestattet waren. Jene Signale wurden aufgezeichnet, analysiert und in einer speziellen Datenbank gesammelt, auf die dann alle Truppengattungen Zugriff bekamen – von den strategischen Raketentruppen bis hin zu den Einheiten der elektronischen Kampfführung.“
Die Wirtschaftsmisere wegen des Zerfalls der Sowjetunion erwies sich jedoch für das Schiff als fatal. Im Jahr 1992 wurden seine Reaktoren wegen Unterfinanzierung heruntergefahren. Die „Ural“ erreichte nie ihr geplantes Einsatzgebiet nahe dem pazifischen Atoll Kwajalein, wo die US-Amerikaner ihre Raketen testen.

Der Sender kommentiert: „Solche Schiffe wurden von keinem anderen Staat gebaut. Die ‚Ural‘ war und bleibt ein einzig dastehender Höhepunkt der sowjetischen Wissenschaft und Rüstungsindustrie.“

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