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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 71 mal aufgerufen
 Deutsche Luftwaffe
Heiko Offline



Beiträge: 25
Punkte: 37

07.10.2017 23:39
Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Früher: Fernmeldebereich Luftwaffe oder Ost: Nachrichtenbereich NVA.
Heute: Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe

Wegen der Nähe möchte ich das Thema aufgreifen.

Das Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe (FüUstgZentrLw) ist ein Verband auf Regimentsebene, das mit seinen drei Führungsunterstützungssektoren (FüUstgSkt 1 - 3, entspricht Kompanieebene) dem Zentrum für Luftoperation (ZentrLuftOp) direkt unterstellt ist. Die Führungsunterstützungssektoren sind auf die Standorte Fürstenfeldbruck (FüUstgSkt 1), Köln-Wahn (FüUstgSkt 2) und Kalkar (FüUstgSkt 3) verteilt. Der Stab befindet sich am Standort Köln-Wahn.

Wesentliche Leistung des Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe (FüUstgZentrLw) ist es, die Führungsfähigkeit der Luftwaffe mit dem Einsatz und Betrieb der Luftwaffenanteile des IT-Systems der Bundeswehr zu gewährleisten. Dazu stellt sie in der Basis Inland wie auch im Einsatz eine IT-Dienstleistung (IT-Services), wie zum Beispiel der Betrieb des Führungsinformationssystems der Luftwaffe (FüInfoSysLw), und gewährleistet die Verfügbarkeit weiterer militärischer und ziviler IT-Services national und multinational in unterschiedlichen Schutzbereichen. Zusätzlich unterstützt die FüUstgLw das Führungsverfahren, die Führungsorganisation und das Informationsmanagement der Luftwaffe.

In diesem Kontext hat das FüUstgZentrLw den Auftrag

FüUstg – Kräfte in Form von sogenannten Einsatzmodulen für die Einsätze, Einsatzgleiche Verpflichtungen und Übungen bereit zu halten, einzusetzen und zu betreiben,

FüUstg – Dienstleistungen in Form von sogenannten IT-Services aus der Basis Inland heraus für alle Einsatzaufgaben wie auch für Übungs- und Grundbetriebsaufgaben sicher zu stellen.

Dabei besteht die Aufgabe des FüUstgZentrLw in der Sicherstellung der einsatznahen FüUstg außerhalb der Waffensysteme. Diese einsatznahe FüUstg baut auf dem Grundbetrieb auf und sichert die Führungsfähigkeit der Einsatzkräfte über die Gesamtbreite des Einsatzspektrums. Hierzu gehören unter anderem IT-Leitungsnetze, inklusive Voice over IP (das Telefonieren über Internet), Server, verlegefähige Systeme des Führungsinformationssystems der Luftwaffe, Videokonferenztechnik sowie mehrere Gefechtsstände. Darüber hinaus stellt der FüUstgZentrLw die Netzführung des Führungs- und Informationssystems der Luftwaffe (FüInfoSysLw) sowie der Führungsfunknetze sicher.

In verschiedenen nationalen und internationalen Übungen werden insbesondere in Bezug auf das mobile Aufgabenspektrum ständig neue Erfahrungen gesammelt, sowie Verfahren erprobt und weiterentwickelt.

Kommandeur. Oberst Gerald Frank Schreiber

Fernmelder Offline



Beiträge: 32
Punkte: 52

07.10.2017 23:42
#2 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Ein geschichtlicher Abriß:
Am 1. Juli 2002 wurde im Rahmen der Luftwaffenstruktur 5 das Luftwaffenführungsdienstkommando (LwFüDstKdo) aufgelöst und der Führungsunterstützungsbereich der Luftwaffe (FüUstgBerLw), unter dem Kommando von Oberst Werner Scholz, mit fünf unterstellten Sektoren für Informationstechnik aufgestellt.
Zeitgleich werden die Fernmelderegimenter 11 und 12 in das AutoFüFmNLw-Bataillon mobil (Automatisches Führungsfernmeldenetz Luftwaffe) in Visselhövede und AutoFüFmNLw-Bataillon ortsfest in Karlsruhe umgegliedert und dem FüUstgBerLw unterstellt.
01.04.2003 Übergabe der AutoFüFmNLw-Bataillone mobil und ortsfest an die Streitkräftebasis.
01.07.2006 Im Zuge der Einnahme der Luftwaffenstruktur 6 wird nach vorheriger Auflösung der 3. Luftwaffendivision in Berlin-Gatow der dortige Sektor für Informationstechnik 3 aufgelöst und am Standort Kalkar neu aufgestellt.
01.07.2013 Durch die Auflösung des LwFüKdo wird der FüUstgBerLw dem KdoEinsVbdeLw unterstellt.
01.10.2013 Im Rahmen der Neuausrichtung der Bw nimmt der FüUstgBerLw seine neue Soll-Org am Standort Köln-Wahn ein. Im Zuge dessen werden die IT-Skt 2 und 4 am Standort Birkenfeld und Aurich aufgelöst und der IT-Skt 5 am Standort Köln-Wahn in IT-Skt 2 umbenannt.

Ebenso betreibt und unterhält der FüUstgSkt 3 zwei feste Funkstellen für den Flugfunk inklusive zweier mobiler Funktrupps an den Standorten KALKAR/HAMMINKELN und MILTE/ALBERSLOH.

Limsdorf läuft dabei außer Struktur in der Streitkräftebasis. Ist aber für die Auslandseinsätze noch unverzichtbar.

Wolfgang Offline




Beiträge: 59
Punkte: 75

07.10.2017 23:49
#3 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Funksendestellen Luftwaffe
ie verbleibende HF-Funkempfangs-/sendestellen
Milte/ Albersloh,
Gatow-Limsdorf und
Kalkar/ Hamminkeln
werden mit Auflösung der IT-Sektoren2 und 4 den verbleibenden IT-Sektoren neu zugeordnet.

Schubert Offline



Beiträge: 13
Punkte: 21

07.10.2017 23:51
#4 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Nach meinen Informationen nutzen Gefechtsstand Schönewalde (EFB-3) und Flugplatz Holzdorf nach wie vor die Senderkapazitäten ( der NVA) am 4000m Punkt Löben. Dort war für den Standort von Anbeginn das Funksendezentrum.

Täubner Offline



Beiträge: 13
Punkte: 21

07.10.2017 23:54
#5 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Da waren mal:
Stab Köln-Wahn - Funksendestelle Euskirchen-Billiger Wald
NSOC Kalkar - Funksendestelle Uedem
Kommando Luftwaffe Berlin-Gatow - Funksendestelle Limsdorf
Ex CRC Meßstetten - Funksendestelle Meßstetten

Die Führungsstelle Kalkar/Uedem erhielt den Neubau einer Sendestelle Hamminkeln.
Die Antennen von Uedem gehören zur Funkbetriebsstelle ( Empfangsstelle ).

In Sanitz bei FlaRak ist nur ein mobiler Funktrupp im Einsatz.

Grambow Offline



Beiträge: 6
Punkte: 6

07.10.2017 23:56
#6 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Nach meiner Meinung einige veraltete Denkweisen. Denn bis auf Limsdorf gehören alle Funksendestellen und Funkbetriebsstellen inzwischen zur Streirkräftebasis (SKB).
Die SKB ist offiziell eine vierte Teilstreitkraft.

Dadurch sind Milte und Albertshof die Funkstellen zur Führung der Deutschen U-Bootflotte. Hat nichts mehr mit Luftwaffe zu tun.

Allein Limsdorf hatte eine Fulltimjob. Denn sie arbeiteten für Radarführungsdienst Schönewalde, Flugsicherungsektor G, der Zentrale für Eloka Aufklärung in Trier und damit für alle Eloka Aufklärungsstellen, für LTG-62 Wunstorf....

.... übrig sind noch Kommando Luftwaffe Gatow, Einsatzführungskommando Geltow und damit alles was mit Lufttransport zu tun hat wie Termez, Hindukusch, die ganzen Afrika-Missionen...

Und alles fernbedient.

Raubritter Offline



Beiträge: 9
Punkte: 17

07.10.2017 23:58
#7 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Limsdorf ist heute eine Kurzwellenfunksendestelle der Luftwaffe und gehört zum GAFRAN (German Air Force Radio Network).
Der Begriff GAFRAN soll jedoch keine Verwendung mehr finden. Handelte es sich doch um die Kommunikationsverbindung der NATO-Bomber bis Moskau.

pinkpanter Offline



Beiträge: 61
Punkte: 85

07.10.2017 23:59
#8 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Für mich ist immer wieder erstaunlich dass in Limsdorf die KW-Sender KSG1300 , die 1986 eingebaut werden konnten , immer noch ihren Dienst in der Bundeswehr versehen.
Auch aus dem Grund, die Bw hatte kein vergleichbares Gerät mit solch komplexen Fernwirksystem.

Immerhin hat die Bw inzwischen Tastfunk und Funkfernschreib völlig eingestellt. Bestehen können nur noch Sprechfunk und Datenfunk über Verschlüssellungsgerät.

Horschte Offline




Beiträge: 30
Punkte: 66

08.10.2017 00:01
#9 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Von Luftwaffe abweichend:
Auch die Marine betrieb Marinefunkstellen:
DHJ58 Navy Glücksburg.... befand sich in Dollerup.
DHJ59 Navy Wilhelmshaven.....befand sich in einem alten Forsthaus in Barkel.
DHJ61 Navy Flensburg..... befand sich in Hürup.
DHJ66 Navy Eckenförde.... befand sich in Ramsloh.... Langwellensender für U-Boote.
DHJ70 Navy Wilhelmshaven .... befand sich in Neuhsarlingersiel.

Die dazu gehörende Fernmeldezentrale war in Wilhelmshaven (Sengwarden). Dort im Objekt saß der Befehlshaber Seestreitkräfte Nordsee.
FMZ Senkwarden,
Antenne Neuharlingersiel

Nordstern Offline



Beiträge: 12
Punkte: 12

08.10.2017 00:02
#10 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

"Drei 160 Meter Funkmasten der Marinefunksendestelle Huerup
gesprengt:
Nach einer 14 jaehrigen Planungszeit und anschliessender 4-jaehriger Bauzeit wurde die Marinefunksendestelle Huerup im November 1981 fertiggestellt. Seitdem sorgen rund 30 Personen, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag, dafuer, dass der gesamte Fernmeldeverkehr der DEUTSCHEN MARINE abgewickelt werden kann.
"Von hier hat der Flottenchef alle seine Schiffe und Flugzeuge an der Strippe", so der Leiter der Funksendestelle und Kasernen-kommandant Stabsbootsmann Artur Kron.
Die Anlage vereint eine geballte Ladung an Wissen, Technik und Power. So reichen die Funkwellen dieser Anlage bis zu einem Umkreis von ca. 5.000 Kilometern, was der Entfernung Huerup -Nordafrika entspricht.
Durch die Umstrukturierung des gesamten Fernmeldewesens der Bundeswehr wird zukuenftig auf die Langwellenantenne mit ihren drei 160 Meter hohen Traegermasten verzichtet.
Diese weit ueber die Gemeinde Huerup hinaus sichtbaren Masten wurden nun am 17 Nov 2004 gesprengt. Die Entscheidung, neue und moderne Kurzwellenantennen auf dem ca. 15 Hektar grossen Gelaende der Funksendestelle Huerup aufzubauen, machten diese Sprengung noetig. Sprengen und verschrotten ist kostenguenstiger als demontieren.
Den Auftrag, diese Sprengung durchzufuehren, erhielt ein Berliner Unternehmen. Mit einer Genauigkeit von 15 cm zum errechneten Aufschlagpunkt des Masten, sprengte der Sprengmeister den ersten der drei Masten zu Boden.
Mehrere Schneidladungen mit der gleichen Wirkung wie ca. 6 kg TNT, loesten die bis zu 32 Tonnen haltenden Spannseile der Masten aus Ihren tief in den Boden eingelassenen Verankerungen und brachten so jeden Mast einzeln zu Fall."


Jetzt steht Marinefunkstelle Hürup zum Verkauf, samt der 2 Bunker.

Volkmar Offline




Beiträge: 27
Punkte: 39

08.10.2017 00:05
#11 RE: Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe antworten

Das alte Richtfunknetz der Luftwaffe
Das Richtfunknetz der Luftwaffe unterteilte sich in einem nördlichen und einem südlichen Bereich.
Der nördliche Bereich sichergestellt durch das FmRgt-11 in Visselhövede.
Der südliche Bereich sichergestellt durch das FmRgt-12 in Karlsruhe.
Beide Regimenter waren Einsatzunterstützungsverbände und für die Herstellung und Schaltung von einsatzwichtigen Fernmeldeverbindungen der Luftwaffe zuständig.

Geführt wurden diese Regimenter durch das Einsatzführungsdienstkommando in Köln-Wahn.
Operativ geführt durch die Einsatzführungszentrale in Wahn. Die täglich von 8-16 Uhr den Überwachungs-und Einsatzdienst zentral übernahmen und außerhalb dieser Zeiten die Verantwortung an die RÜZ der Regimenter übertrugen.
Namen: wie OTL Hörmann oder H Stodko.

Kernstück war ein ortsfest eingerichtetes Richtfunknetz ( wie bei NVA die Richtfunkachse des NBA ), das Automatische Führungsfernmeldenetz der Luftwaffe (AutoFüFmNLw), an dem alle einsatzwichtigen Verbände und Gefechtstände der Luftwaffe angeschlossen waren.
Struktur grob:
Es bestanden zwei von Nord nach Süd verlaufende Richtfunktrassen, von denen eine im westlichen Teil und die andere im ostwertigen Teil der BRD verlaufen. Beide Trassen sind in Form einer Gitterstruktur vermascht.
Ab 1990 folgten zwei Querverbindungen - je 1x in Nord und Süd - nach Ostdeutschland und dort Nutzung der Haupttrasse der Richtfunkachse von Cottbus bis Rostock.

So gab es zum Bspiel im Bereich des FmRgt 12 mehr als 115 Fernmeldestationen von den Alpen bis zur nördlichen Eifel.
Im laufenden Rhythmus der Reduzierung der Streitkräfte und damit auch der Luftwaffe folgte auch eine Reduzierung der Fernmeldestandorte.

Mobile Teile der Regimenter konnten jederzeit das bestehende ortsfeste Richtfunknetz erweitern, ergänzen und ausgefallene Teile bzw. Rifu-Trassen ersetzen.

Beide Regimenter sind inzwischen aufgelöst und in FmBtl der Streitkräftebasis überführt worden. Jedoch auch diese FmBtl. sind inzwischen Geschichte, wie auch weite Teile des Richtfunknetzes.

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