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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 41 mal aufgerufen
 Deutsche Luftwaffe
Gordon Offline



Beiträge: 14
Punkte: 18

08.10.2017 00:15
Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

Flugzeuge am Himmel sorgen beim Bürger nicht immer für Freude und häufig für Fragen. Die Flugbetriebs- und Informationszentrale im Luftfahrtamt der Bundeswehr gibt Auskunft.
Vormittags erreicht ein Anruf aus dem Raum Osnabrück die Flugbetriebs- und Informationszentrale der Bundeswehr in Köln-Wahn. Ein Zeitungsredakteur hat Hinweise von besorgten Bürgern erhalten, die über ihrem Ort in ein paar Kilometern Höhe ein großes Flugzeug, begleitet von zwei Düsenjägern, ausgemacht haben. Gemächlich fliegt es mehrmals an diesem Vormittag von Norden nach Süden und zurück. Der Journalist möchte nun wissen, was die Flugzeuge da tun – und ob sie das auch dürfen.

Dazu gibt ihm die Bundeswehr Auskunft. Seit über 30 Jahren ist dafür bei der Flugbetriebs- und Informationszentrale (FLIZ) ein Bürgertelefon geschaltet.

An seinem Arbeitsplatz hat der Mitarbeiter eine ganze Reihe von Bildschirmen in verschiedenen Größen vor sich. Die vielen zitternden, bunten Farbtupfer auf dem ansonsten schwarzen Bildschirm stechen besonders hervor. Bei näherem Hinsehen ist jeder mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination versehen und auf dem schwarzen Hintergrund sind die Umrisse der Bundesrepublik Deutschland erkennbar. Über Datenleitungen laufen die Radarabfragen von militärischen und zivilen Sensoren in ganz Deutschland in Echtzeit zusammen und werden hier zu einem Luftlagebild zusammengesetzt.

"„Wir können hier alle Flugbewegungen über Deutschland rückwirkend bis zu drei Jahren nachvollziehen“," erklärt Major Sascha Greuel. Er ist Einsatzleiter für Öffentlichkeitsinformation und zentrale Flugüberwachung in der FLIZ. "„Auf unseren Servern haben wir die Radardaten der letzten zehn Jahre von 48 Sensoren gespeichert. Das ist eine ungeheure Datenmenge.“"

Die 14 Mitarbeiter der FLIZ gehören zum neu aufgestellten Luftfahrtamt der Bundeswehr. Ihre Aufgaben versehen die zwölf Soldaten und zwei Zivilisten jedoch schon länger. 6.000 bis 7.000 Anfragen erreichen die FLIZ durchschnittlich im Jahr. Die Bearbeitungszeit dauert zumeist einige Stunden, manchmal ein paar Tage.

Im Winter gibt es weniger Flugbetrieb, im Sommer mehr – das spiegelt sich unmittelbar in den Anfragen wieder. Und: „"Verglichen mit der Zeit vor 1989 und dem Ende des Kalten Krieges haben wir zwar nur noch zehn Prozent des damaligen militärischen Flugaufkommens"“, sagt Greuel. „"Aber die Anfragen haben seither um 1.000 Prozent zugenommen."“

Die Bürger machen also zunehmend von ihrem Recht auf Information Gebrauch. Aber sie honorieren die Arbeit der FLIZ auch und bedanken sich sogar manchmal für die Antworten aus Köln-Wahn.

Von 8 bis 18 Uhr sind die Mitarbeiter im Dienst. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Anfragen kommen telefonisch, per Fax, per Email und sogar per Post. Neben Bürgern bitten selbst Behörden um Auskunft, und manchmal lässt auch ein Bundestagsabgeordneter über sein Wahlkreisbüro zu Flugbewegungen nachfragen. Früher saß während großer Übungen auch nachts ein Mitarbeiter der FLIZ am Telefon. Übrigens: Je ungenauer die abgefragten Daten, desto schwieriger die Recherche.

Auf dem Flur bei der FLIZ hängen neben Kartenausschnitten einige Fotos eines verunglückten Flugzeuges im nahen Ahrtal: Im Frühjahr 2011 war es auf dem Weg von Trier-Föhren nach Hangelar am Steinerberg bei Mayschoss abgestürzt. Der Pilot konnte sich retten und über Mobiltelefon Hilfe anfordern. Der SAR-Rettungshubschrauber der Bundeswehr aus Nörvenich versuchte den Notsender anzupeilen, suchte aber zunächst in einem anderen Sektor.

Doch dann übermittelte die FLIZ dem militärischen Rescue Coordination Center (RCC) ihre Radardaten mit der tatsächlichen Absturzstelle. Weitergefunkt zur SAR-Besatzung, konnte diese sich daran orientieren. „"Seitdem hat das RCC in Münster eine Datenleitung und kann sich selbst ein Luftlagebild verschaffen"“, erklärt Sascha Greuel. „"So ist die FLIZ nicht nur ein Sorgentelefon, sondern trägt darüber hinaus auch zur Rettung in Not geratener Flugzeuge bei."“

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 8 620 730 können sich alle Bürger mit ihren Sorgen, Wünschen oder Beschwerden zum militärischen Flugbetrieb direkt an das Luftfahrtamt der Bundeswehr wenden.
Luftfahrtamt der Bundeswehr
3 I b - Flugbetriebs- und Informationszentrale
Luftwaffenkaserne Köln-Wahn 529
51127 Köln
E-Mail: fliz@bundeswehr.org
Telefax: + 49 (0) 2203 908 2776

Und wie löste die NVA das Problem ?

Lerche Offline



Beiträge: 6
Punkte: 6

08.10.2017 00:19
#2 RE: Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

Zitat
Und wie löste die NVA das Problem ?



Ein Unterschied:
Wenn in diesem FLIZ eine Anfrage aufkommt, erfolgt eine Recherche. Trotz der bereits vorhandenen digitalen Radardarstellungen.
In der DDR bedarf es keiner Recherche in dem Sinne. Denn es war bekannt wer wo gerade in der Luft herumturnte.

Trotzdem schafften DDR-Bürger auch die telefonische Beschwerde. Ich weiß selbst von 2 Fällen. Ein Fall betraf Tiefflug im Überschallbereich und durch den Knall ist ein Schornstein zu Schaden bekommen. Diese Beschwerde landete auf Fernsprechvermittlung und dann bei DZGS auf der 3400.
Der andere Fall war in der Startzeit des Flugplatz Laage. Die Bevölkerung war den Flugbetrieb eben noch nicht gewohnt und Ruhezeiten am WE von 13-15 Uhr gab es nicht. Schon bei Übungseunsätzen nicht. Der Beschwerdeführer muß Verbindungen zu fliegenden Kategorie gehabt haben. Denn der rief auf der 2442 ON Strausberg an. Die lag damals nich in HFS. Kannte also die Notrufnummer der Fliegerei. Der OpD war erst einmal mit dem Fall überfordert.
In Auswertung der Sachlage kam dann die Weiterschaltung der Rufnummer zum FBZ.

Aber in der Regel hatte der DDR-Bürger eben doch nichts zu melden. Besonders nicht bei GSSD Flügen.

Lutz Offline




Beiträge: 23
Punkte: 43

08.10.2017 00:20
#3 RE: Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

Immerhin ist mit dieser Institution sichergestellt, dass der Bürger nicht nach sozialistischer Manier Tag und Nacht dem militärischen Fluglärm ausgesetzt ist.
Regeln:
Ebenfalls in eigener Zuständigkeit werden durch das Bundesverteidigungsministerium die Betriebszeiten für Tiefflüge festgelegt. Tiefflüge, die unter 1.500 Fuß (~ 450 Meter) stattfinden, sind über Land von Montag bis Freitag zwischen 30 Minuten vor Sonnenaufgang, jedoch nicht vor 7.00 Uhr Ortszeit und 30 Minuten nach Sonnenuntergang, jedoch nicht später als 17.00 Uhr zulässig. Ausgenommen davon sind Feiertage und Wochenenden, an denen Tiefflüge grundsätzlich nicht gestattet sind.

Zusätzlich gilt vom 1. Mai bis zum 31. Oktober in der Zeit zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr als freiwillige Selbstbeschränkung eine Mittagsruhe, in der ebenfalls keine Tiefflüge unter 1.500 Fuß stattfinden dürfen.

Jeder Verstoß kann geahndet werden. Ausreden gibts nicht weil alle Flugdaten automsatisch gespeichert werden.

Feuervogel Offline



Beiträge: 17
Punkte: 17

08.10.2017 00:22
#4 RE: Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

Mit Aufstellung des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zum 1. Oktober 2014 in Köln-Wahn endet nach fast 40 Jahren die Ära der Gruppe Flugbetrieb in der Bundeswehr, deren zentrale Aufgaben für den gesamten militärischen Flugbetrieb bislang in der Verantwortung der Luftwaffe lagen. Zuletzt war die Gruppe Teil des Kommandos Unterstützungsverbände der Luftwaffe. Mit der Überführung dieser Einheit aus der Luftwaffe in das Luftfahrtamt der Bundeswehr wird ein Schritt zur zentralen Regulierung der militärischen Luftfahrt unter einem Dach geleistet.

Neben der Regulierung des Flugbetriebes für die nationalen und alliierten Streitkräfte ist es unter anderem Aufgabe der Gruppe, rund um die Uhr militärische Flugbewegungen über der Bundesrepublik Deutschland zu registrieren und gegebenenfalls zu untersuchen. Hierbei sammelten die Mitarbeiter einen Datenumfang von rund 22 Millionen Megabyte an Flugdaten. „Mit diesen Daten sollen in der Gruppe zentral Meldungen über Zuwiderhandlungen gegen luftverkehrsrechtliche Vorschriften, Meldungen über gefährliche Begegnungen zwischen Luftfahrzeugen und auch Anzeigen und Beschwerden über Auswirkungen des militärischen Flugbetriebs – insbesondere Lärmbeschwerden – bearbeitet werden“, erläuterte Keller den Auftrag. Welch schiere Datenmenge hier zusammengetragen wurde, verdeutlicht folgender Vergleich: 200 A 4 Seiten reiner Text ergeben etwa 1 Megabyte Daten.

0800 86 20 730 - Ansprechpartner für den Bürger bei Fluglärm durch Militärflugzeuge

Gruppe Flugbetrieb im Luftfahrtamt der Bundeswehr
Mit Verlagerung der Gruppe Flugbetrieb in das Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln-Wahn wird ein Schritt zur Bündelung von Kompetenzen in der militärischen Luftfahrt in Deutschland vollzogen. Zum Abschied dankte Keller den Angehörigen der Gruppe Flugbetrieb für ihre bisherigen Leistungen und wünschte Ihnen für die neu einzunehmende Gliederung im Luftfahrtamt der Bundeswehr, dass „Sie Ihre Aufgaben wie bisher kompetent, engagiert und erfolgreich fortführen können und weiterhin darin Freude und Erfüllung finden.“

Morgenröte Offline



Beiträge: 15
Punkte: 23

08.10.2017 00:23
#5 RE: Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

also die VHZ der Bundeswehr. wenn der vergleich so statthaft ist.

Chris Offline



Beiträge: 14
Punkte: 22

08.10.2017 00:25
#6 RE: Flugbetriebs-u. Informationszentrale ( FLIZ) antworten

FLIZ

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