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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 66 mal aufgerufen
  
 Historisches
Paulus Offline



Beiträge: 20
Punkte: 28

17.12.2017 21:40
1968 CSSR antworten

Wir haben bald 2018 und im Juli und es jährt sich der Einmarsch von Truppen der WVO in die CSSR von 1968.

Dazu ein Beitrag unter http://www.lsklv-ddr.de/art5.pdf

Hier im Forum gibt es auch Nutzer mit aktiver Dienstzeit 1968. Was war aus ihrer Sicht denn wirklich 1968- unter Bezug auf obigen Artikel ?

Wie war die Informationslage bezüglich der im Artikel angeführten Einsätze der NVA in Afrika, Ägypten ? Denn davon hatte ich bisher nichts gehört .

Ali Offline




Beiträge: 31
Punkte: 39

17.12.2017 21:45
#2 RE: 1968 CSSR antworten

Manne747 erinnerte sich:
Als junger Uffz. war ich Wachleiter Funk im ZGS Eggersdorf. Bei der "Tschechenkrise" war volle Gefechtsbereitschaft
und Dienst rund um die Uhr. Also 6 Std. Dienst, 6 Std. Bereitschaft. Schlafen mit der MPI am Bett.
Es wurde eine Kompanie mit Funkern und Planzeichnern in den ZWGS nach Fürstenwalde verlegt. Nachts auf LKW
mit herunter gelassener Plane. Die Leute wußten garnicht wo sie waren. In einem Bunker-ja. Aber wo?
Den Standort Fürstenwalde kannte damals keiner von uns.
In der CSSR war kein NVA-Soldat, obwohl es Gerüchte und tolle Geschichten darüber gab.
Ebenso ist mir kein Einsatz in Afrika zu Ohren gekommen.

Franky2 Offline




Beiträge: 70
Punkte: 70

17.12.2017 21:47
#3 RE: 1968 CSSR antworten

Ja, auch andere Zeitzeugen berichten das dies so bis zur Neu-Inbetriebnahme ZGS-14 im Jahr 1978 so war.
In den 70gern dann auch mit Tagfahrten, auch mit Bus.

kalle Offline




Beiträge: 41
Punkte: 61

17.12.2017 21:49
#4 RE: 1968 CSSR antworten

Immerhin erinnerte sich @Kabel als Teil der ZWGS-Besatzung:
Als wir später ( ich 73 - 78) den ZWGS besetzten, sind wir immer mit dem Bus gefahren. Z.T. auch im Hellen - meist aber in den frühen Morgenstunden ...

Zeppelin Offline




Beiträge: 84
Punkte: 88

17.12.2017 21:52
#5 RE: 1968 CSSR antworten

[quote= Zahnrad) === kann nur vom NB-31 +NFAK-berichten----zum Zeitpunkt--Aug. 68-- bereits im 5.DJ und in der NFAK als AUSB./ ZF tätig -am 18.8 mit Motorrad in Richtung Zwickau---bemerkenswert -auf Hinfahrt waren Militärfahrzeuge auf den Elbwiesen stationiert---Urlaub wurde durch 3-Rückhol-Telegramme des dam. SC--Mj.Gerlach-jäh unterbrochen 21.8 ( Worte der Mutter ,, Peter, die Russen sind einmarschiert '') --zurück-- DD-Elbwiesen--Konzentration der Armee -Kfz./ Anzahl stark erhöht---auf Autobahn--viele Kfz. in Richtung DD- // -Ri. CB--ich einer der ganz wenigen ( war wohl auch gesperrt ) --in Dienststelle sofort Waffe+ Muni--ständig ,, Am Mann ' war befohlen--kein telefonieren / Ausg-/ Url.-Sperre.---Übergang auf ,,Intensiv-Ausbildung'' ,auch nachts !---ABER Keinerlei Anzeichen dafür, im Nachbarland aktiv zu werden.!!---schon ein sehr bewegender Lebensabschnit für 6-7 Wochen ! -----Auch andere Auslandseinsätze sind mir nicht bekannt--//-und die Sicherstellung des ,,Raketenschießen'' in Kasachstan / Achelug war ja ,,genehmigt''

Lukas Offline




Beiträge: 8
Punkte: 8

17.12.2017 21:53
#6 RE: 1968 CSSR antworten

Ich kenne das auch nur vom Hörensagen- soll aber mulmiges Gefühl gewesen sein.

Bighorse Offline



Beiträge: 11
Punkte: 15

17.12.2017 21:56
#7 RE: 1968 CSSR antworten

Parallelen zur DDR ?
Na, die westlichen Dienste werden schon ihre Fäden gezogen haben. Was wären sie dann auch für Dienste, wenn nicht.
Aber - sie haben den Umsturz primär nicht herbeigeführt. Sie brauchten lediglich die ungesteuerte Unzufriedenheit der DDR-Bürger aller Schichten kanalisieren und etwas mitsteuern, daß sich charismatische lautstarke Führer an deren Spitze etablieren. Mangels charismatischer Personen, wurden lautstarke und für DDR-Verhältnisse unangreifbare Personen genommen. Obwohl das Verhältnis Staat-Kirche ein wenig unterkühlt war, galten die Pfarrer als nicht verfolgbar. Sie wurden zwar überwacht und in groben Fällen übernacht in die BRD abgeschoben, aber eingesperrt wurden sie nicht. Meines Wissens saß in den letzten 20 Jahren DDR kein Kirchenvertreter in Haft. Aufgrund dieser Stellung übernahmen dann einige Pfarrer die Führung dieser opositionellen Gruppen. (Eppelmann, Gauck u.a.)
Soweit mir bekannt ist, sollen diese Beiden enge Verbindungen zur CIA gehabt haben. Daraus resultieren auch die hohen vertraulichen Staatsämter, die Beide ab der Stunde Null bekamen.
Ein Noname wäre in der BRD nie und nimmer Hüter des MfS-Nachlasses bzw. Minister geworden ...

Guido Offline



Beiträge: 10
Punkte: 10

17.12.2017 21:58
#8 RE: 1968 CSSR antworten

Immerhin, es gibt eine Ausgabe des "Sputnick" in der dieser Krieg behandelt wurde...

Dir ist sicher bekannt das dies eigentlich nicht zitatfahig ist. Ähnlich der BILD-Zeitung. Zum Schluss (wohl ab 1988 ?) stand das Magazin sogar auf dem Index. In der DDR eine sowj. Bruderzeitschrift » Wahnsinn. Aber tatsächlich nur wegen des Mülls darin, der sich überhaupt nicht an offizielle Verlautbarungen hielt, aber gut verpackt war.

Gerhard Offline



Beiträge: 7
Punkte: 7

17.12.2017 22:00
#9 RE: 1968 CSSR antworten

Ich nahm bisjetzt an, der Sputnik kam auf den Index, weil er zu sehr die Gorbatschowschen Thesen propagierte. Angefangen hatte es komischerweise, nachdem Artikel über den Stalinismus in der SU im Sputnik erschienen. Weil ja nicht sein durfte, was nicht sein konnte, versuchte man die DDR-Leser von diesem"ideologischen Gift" fernzuhalten.
Es ist aber wahrscheinlich, daß Du mit deiner Meinung genau richtig liegst und der indifferente Inhalt des Sputnik zu dessen Indizierung beigetragen hat.

Andy Offline




Beiträge: 243
Punkte: 351

17.12.2017 22:01
#10 RE: 1968 CSSR antworten

Andy schrieb:
Ich kann mich noch an folgendes am 21. August 1968 erinnern. Zusammen mit meinen Eltern waren wir im NVA Erholungsheim in Sellin.

Als wir morgens zum Frühstück gingen, waren auf fast allen Tischen Telegramme abgelegt ... wohl gerade eingetroffen.

Inhalt: Sofort zur Dienststelle zurückkehren. Also Beratung meiner Eltern: Mutter und ich bleiben hier, Vater fährt.... bei anderen packte die ganze Familie. Mein Vater klinkte sich bei einem anderen Offizier im Auto ein, der ihn bis Berlin mitnehmen wollte. Kaum waren die mit dem Auto verschwunden, klopft es an die Tür ... ein zweites Telegramm.
Inhalt: Urlaub kann fortgesetzt werden.

Guter Rat war teuer. Zusammen mit einem verbliebenen Offizier machte sich meine Mutter zur Polizeidienststelle auf. Dies e versuchten die Kontrollstelle am Rügendamm anzurufen um das Fahrzeug zu stoppen. Aber erst ewig keine Verbindung und das stoppen klappte nicht - ich denke alle hatten anderes zu tun.

Mein Vater kreuzte dann also am Abend im Gefechtsstand Straßgräbchen auf, bekam ungläubige Blicke und wurde wieder nach Hause zitiert. An nächsten tag traf er dann wieder in Sellin ein ...

Alles in allem wie ich es sehe und bewerte. Man hat die NVA also nicht zu 100% zu einer waffenstarrenden Einmarscharmee gemacht.

Ali Offline




Beiträge: 31
Punkte: 39

17.12.2017 22:04
#11 RE: 1968 CSSR antworten

Manne747 erwiderte:
Ganz so sachte ist das in der NVA nicht abgelaufen.
Ich kam planmäßig aus dem Urlaub zurück und durfte sofort meinen Kampfanzug anziehen und meine Waffe empfangen. Dann war für wenigstens 3 Wochen Dienst rund um die Uhr
(im DHS auf dem ZGS) angesagt. Die Kalaschnikov war immer dabei, jedoch ohne Muni. Es war schon mehrere Wochen volle Gefechtsbereitschaft und an Ausgang oder gar
Urlaub überhaupt nicht zu denken.

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