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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 67 mal aufgerufen
  
 Hobbyflieger
Opitz Offline



Beiträge: 56
Punkte: 84

25.01.2019 20:26
GST-Flugplatz Altglietzen antworten

Altglietzen- ein Nest östlich von Berlin im Oderbruch.


Im VEB Kranbau Eberswalde gab es zu DDR-Zeiten eine GST-Grundorganisation Segelflug.

Geflogen wurde hingegen in Altglietzen bei Bad Freienwalde, auf dem dortigen Segelfluggelände nahe dem Kleinen Krebssee..

Noch vor der Wende war jedoch Schluss mit der Fliegerei. Der Flugplatz musste 1979 dem näher rückenden Kiesabbau weichen.
Den Kies benötigte das nahe Ziegelkombinat zur Herstellung der Ziegel.

Heute erinnert nicht mehr allzu viel an die Segelfliegerei in Altglietzen. Eigentlich stehe nur noch die alte Flugzeughalle, die dann als Schafstall in Nutzung war.

Lutger Offline




Beiträge: 55
Punkte: 67

25.01.2019 21:08
#2 RE: GST-Flugplatz Altglietzen antworten

Altglietzen war ein Sandplatz - im Volksmund auch Flugacker genannt. Daher waren die fliegerischen Bedingungen sehr grenzwertig.
Der Vorteil des Platzes war, dass gleich nebenan die Eiszeit einige Endmoränenhügel hinterlassen hatte. Die sich für die fliegerische Anfängerschulung nutzen ließen.

Die damalige Einsitzerschulung mit Gummiseilstart am Hang können sich Flugschüler schon lange nicht mehr vorstellen.
Eine erste Vorübung war das Pendeln. Der offene Schulgleiter mitsamt dem angeschnallten Flugschüler wurde im Schwerpunktbereich mit kardanischer Aufhängung auf einen Bock gesetzt. Waren Wind und damit Anströmung gegeben, konnte man schon in dieser Trockenübung bei der Betätigung der Ruder per Steuerknüppel und Pedale die Wirkung von Höhen- Quer und Seitenruder spüren.

Die eigentliche Fliegerei begann anders. Man saß angeschnallt und mit Kopfhelm wie auf einem Gartenstuhl. Vorn am Haken wurde ein gabelförmig ausgelegtes Gummiseil eingeklinkt, an dem auf jeder Seite 5 Mann auf Kommando des Fluglehrers zogen. Heckseitig hielten 3 Personen mittels Seil die Maschine bis zum Startkommando des Fluglehrers fest. Er schätzte die Seilspannung je nach Auszugslänge und dem Keuchen der Mannschaft ab.
Wie eine F18 aus dem Startkatapult vom Flugzeugträger schoss dann das Schulflugzeug ab in die Lüfte .
Oder besser - er rutschte zunächst den Hang hinab, um dann mit immer höher und weiter werdenden Sprüngen am Fuße des Hügels zu enden.
Auf diese Weise kam der junge Flieger zu seinen ersten Fähigkeiten des Landens . Er fing die Maschine durch herannehmen des Höhenruders ab.

Die eigentliche praktische Ausbildung ging dann auf dem Platz mit Schleppstart mittels Motorwinde weiter.

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