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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 103 mal aufgerufen
 Historisches
Bote Offline




Beiträge: 7
Punkte: 26

07.04.2016 14:09
Bunker Mühlhausen antworten

"Bunker war für die Verteidigung Gefechtsstände für Armeestäbe ausgebaut

Zum Beitrag „Überleben im Bunker“ vom 2. April 2011 schrieb uns der Diplom-Militärwissenschaftler Schröder.

Als letzter NVA-Kommandeur der Rosenhof-Kaserne wäre ich zu dem Beitrag „Überleben im Bunker“ wohl der bessere Ansprechpartner gewesen, als ein Oberst der Bundeswehr, der die Zusammenhänge gar nicht kennen konnte. Der Bunker hat eine Vorgeschichte. Diese liegt in der geänderten Militärdoktrin des Warschauer Vertrages ab 1986. War die alte Doktrin, „den Gegner auf seinem Territorium vernichtend zu schlagen“, so war die neue unter Gorbatschow eindeutig auf Verteidigungshandlungen des eigenen Territoriums beschränkt. Aus diesem Grund musste der Regimentskommandeur der Rosenhof-Kaserne mit drei seiner Stellvertreter im Oktober 1987 in Strausberg in einem Bunker.
Für zwei Tage von der Außenwelt abgeschnitten wurden die neuen Gefechtsdokumente für den Abschnitt Mühlhausen erarbeiten. Diese hatten auch die höchste Geheimhaltungsstufe „Geheime Kommandosache“.
Der Inhalt war, dass im Raum Mühlhausen die 52. Garde-Armee der Sowjetunion die Verteidigungslinie entlang der ehemaligen Grenze bezogen hätte. Aus diesem Grund wurden in den grenznahen Objekten die Gefechtsstände für die Armeestäbe ausgebaut. Dazu wurde im Objekt der Rosenhof-Kaserne dieser Bunker von Baupionieren der NVA aus Leipzig gebaut. Übrigens: wer Bunker baut, greift nicht an. Das war ein wichtiger Bestandteil der Doktrin.
Mit den neuen Marschflugkörpern der Nato, die bis auf einem Meter genau Ziele trafen, war die Zeit der Gefechtsstände im Wald vorbei. Aus diesem Grund wurden vor 20 Jahren diese Anlagen gebaut. Das war auch nicht geheim, denn dazu wurde auf dem ehemaligen Sportplatz der Kaserne eine riesige Baugrube ausgehoben und der Bunker gebaut.
Die Aussage, dass dort die Funktionäre mit ihren Familien Unterschlupf gefunden hätten, ist Meinungsmache. Eine Armee des Warschauer Vertrages hatte bis zu sechs Divisionen.
Eine Division hatte 11 000 Mann. Da können Sie sich vorstellen, was so ein Stab an Personal hatte. Da wäre garantiert kein Platz für Funktionäre und ihre Familien in dem Bunker gewesen.
Noch eine Wahrheit möchte ich in diesem Zusammenhang aussprechen. Um diese Truppen im Ernstfall so schnell wie möglich heranzuführen, waren in Mühlhausen drei Kampfsätze an Munition eingelagert, etwa 7000 Panzerminen. Ich will das nur sagen, welche Verantwortung gerade zur Wende auf unseren Schultern lag, dass diese Munition nicht in die falschen Hände gelangte. Dazu habe ich übrigens auch zum Runden Tisch in Mühlhausen Aussagen getroffen."

Georg Offline




Beiträge: 72
Punkte: 88

07.04.2016 14:14
#2 RE: Bunker Mühlhausen antworten

Dann ist ja sachenschiene mit der Nutzung wieder auf einem Holzweg.

http://www.sachsenschiene.net/bunker/bun3/bun_316.htm

Radfahrer Offline




Beiträge: 19
Punkte: 23

07.04.2016 14:17
#3 RE: Bunker Mühlhausen antworten

da hast mal wieder eine Sache ausgegraben wo die andere Welt am rudern ist

Tom Offline




Beiträge: 23
Punkte: 31

07.04.2016 14:20
#4 RE: Bunker Mühlhausen antworten

MIt Veränderung der Militärdoktrin sind ab 1987 solche Neuheiten aufgetreten. Nur griff auch hier die Geheimhaltung oder irgendwie lag die Ahnung vor das dieser Regimentakommandeur in neu deutschen Medien petzen wird.
Denn eine 52. Garde-Armee gab es nicht und gibt es nicht.
Taktische Kennungen wurden um Zweck der Geheimhaltung für Übungen/Manöver verschleiert, in dem die Takt. Nummer mit Faktor X addiert oder multipiziert wurde. So ist der Militärkollege Oberst hier in die Falle getappst.

Molch Offline




Beiträge: 28
Punkte: 59

07.04.2016 14:24
#5 RE: Bunker Mühlhausen antworten

Nun schreibt dieser Regimentskommandeur:

Zitat
Als letzter NVA-Kommandeur der Rosenhof-Kaserne wäre ich zu dem Beitrag „Überleben im Bunker“ wohl der bessere Ansprechpartner gewesen, als ein Oberst der Bundeswehr, der die Zusammenhänge gar nicht kennen konnte.



Aha, er kannte also die Zusammenhänge. Warum gibt er die Zusammenhänge dann unrichtig wieder ?
So entsteht der Eindruck, dass er besser zusammen mit dem Buwe Oberst den Mund halten sollte. Leider nehmen sich einige Ex-NVA-Kommandeure einfach zu wichtig.

OK- wir mussten auch erst einmal die Faktenlage prüfen und stossen dabei auch auf Altbekanntes.
Zum Beispiel, dass in dieser Grenz-Verteidigungslage immer die Sowjetarmee die 1. Verteidigungslinie zu bilden hatte und das die Einheiten/Truppenteile der DDR-Grenztruppen in die für den Grenzabschnitt zuständigen Kampfverbände der GSSD unterstellt werden.
Das hieße in unserem Fall: Der GT-Regimentskommandeur hätte im Zuge der Befehlsgabe sein es zuständigen GSSD-Kommandeurs eine Entschlussfassung zu erarbeiten.
Wenn der GT-Regimentskommandeur nun vorgibt in Strausberg einen neuen GKdos Einsatzplan erarbeiten zu müssen, dann wirds so gewesen sein. Hieße jedoch das Pferd vom Schwanz aus aufzuzäumen.

Wie der Vorredner bereits schrieb, war und ist eine 52.Garde-Armee der Sowjetunion nicht existent.
Wir können jedoch sagen was real vorlag.
Das Grenzregiment handelte im Handlungsraum der 8. Gardearmee Nohra. Im Abschnitt Mühlhausen war die 57. Garde-Mot-Schützendivision Naumburg einzuführen. Der Bunker Mühlhausen war der GS der 57. GMSD für die Verteidigungshandlungen. Da der Stab der 57. GMSD im Zuge der nach Vorn-Verlegung von Naumburg ins Objekt Mühlhausen verlegte. In den Abschnitt des GR-1 (DDR) zogen 170. und 174. GMSR der 57. GMSD. Laut Plan erfolgte die Vorverlegung gedeckt in der Zeit des Aufmarsches des Nato-Gegners.

Daher habe ich so meine Zweifel an der geschilderten Erarbeitung neuer Einsatzunterlagen, wenn ihm diese Details offenbar unbekannt blieben. Was wollten sie denn dann planen ?
Die Nutzung der Bezeichung 52. Garde-Armee zeigt dagegen eher eine Übung zur Erarbeitung eines Einsatzplanes zur Sicherung der Staatsgrenze bis zum eintreffen der sowjetischen Truppen.

Rex ( Gast )
Beiträge:

10.04.2016 23:22
#6 RE: Bunker Mühlhausen antworten

So sind noch etliche Geheimnisse zu lösen.

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