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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 100 mal aufgerufen
 Forum zu FuTT
Uli Köhler Offline



Beiträge: 23
Punkte: 47

09.04.2016 18:16
PRW-17 antworten

Mit der Einführung des neuen Höhenfinder PRW-17 gegannen die FuTT der NVA im Jahre 1986.
Soweit ich es verstanden habe, zog damit das digitale Zeitalter bei der Funkmeßtechnik der NVA ein.

Zitat
Der PRW-17 (NATO-Code: „Odd Group”) ist ein Höhensuchradar der Sowjetunion und wurde in den Staaten des Warschauer Paktes verwendet.

Das Radargerät besteht aus einer auf einer Lafette drehbaren Kabine mit den Antennen und der Sender-/Empfängerapparatur, dem Sichtgerätehänger mit dem SBZ-System und einem Aggregatehänger. Es war mit einer Koppelapparatur ausgestattet, die es erlaubte, synchron mit anderen Radargeräten zu arbeiten und die analogen Radardaten auf einem gemeinsamen Radarschirm darzustellen.
Zwei bis vier PRW-17 wurden im Funkmesskomplex mit dem Radargerät Kabina 66 („Back Net”) eingesetzt.
PRW-17 in der Ausstellung des ukrainischen Luftwaffenmuseums in Winnyzja zu sehen.
Der PRW-17 verwendete viele Baugruppen seines Vorgängers, dem PRW-13 („Odd Pair”). Wichtiges äußeres Unterscheidungsmerkmal sind die drei Kompensationsantennen, von denen im Bild aus Medina keine Kompensationsantennen montiert .



Das weitere Bild zeigt die PRW-17 mit dem dazugehörigen Schutzbauwerk, wie es des öfteren anzutreffen war für die PRW-Familie mit dem Radar oben auf und die Hänger in den geschützten Garagen.
Insbesondere solche geschützten Garagen finden heutzutage immer wieder falsche Deutungen ihrer Verwendung.

Angefügte Bilder:
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Georg Offline




Beiträge: 73
Punkte: 89

09.04.2016 18:20
#2 RE: PRW-17 antworten

@Gohrbi schrieb:

Zitat
...die Hügel hatten fast immer Tore davor. Zumindest im Norden. PRW und P-35/37 und Kabina auf dem Hügel,
der Rest unterm Hügel. P-12/15 und P-15 im "offenen" Hügel, wo nur die Antennenanlage raus schaute.

Zur digitalen Bauweise, auch P-18, die Schaltkreise waren noch "Makro" Aber da hatte ich lieber die Röhren und die stabilen Bauteile.
Nach einem Blitzschlag in der Nähe der P-18 hatte es 90% der Transistoren und Schaltkreise/Leiterplatten geschrottet. :twisted:

Allo Offline




Beiträge: 109
Punkte: 149

09.04.2016 18:21
#3 RE: PRW-17 antworten

@Andy schrieb:

Zitat
Halt der Nachteil dieser Technik ... war beim Dienstverbindungsgerät DVG 1, 5, 10 auch so. Die Hybridschaltkreise waren dann durch ... Die alte Kommandeurssprechstelle KSS 10 funktionierte dagegen noch ...
Irgendwann gab es dann glaube ich eine Weiterentwicklung der Eingangsbaugruppe im DVG. Ich denke das wird es für die PRW auch später gegegen haben ...

Karl Feuerbach Offline



Beiträge: 13
Punkte: 21

09.04.2016 18:24
#4 RE: PRW-17 antworten

Bei uns NVA mußte ja Radartechnik durch Luftwaffe ab 1990 so fix wie möglich raus- auch wenn es fast 4 Jahre dauerte.
Mit Eintritt Ungarn zur NATO laufen die Geräte dann auch unter dem NATO Hut. Dort gab es seltsamer Weise keine Einschränkungen wegen "Leib und Leben" wie bei uns.

Allo Offline




Beiträge: 109
Punkte: 149

09.04.2016 18:25
#5 RE: PRW-17 antworten

@Andy schrieb:

Zitat
Das ist der Witz - NATO Vorschriften sind einfach als BRD Vorschriften und die Ungarn wohl lockerer. Ich denke da arbeitet jedes Land mit seinen Vorschriften und wendet diese für seine Soldaten an. Egal wo diese sind ...
... ein Gerät was der US Amerikaner in Afghanistan oder anderswo nutzt und sich quasi bewährt hat, wird dann auch nicht einfach so für die Bw beschafft.

Flieger X Offline




Beiträge: 14
Punkte: 14

09.04.2016 18:28
#6 RE: PRW-17 antworten

@fliegerrevue schrieb:

Zitat
Lag das nicht daran weil sich die Beschaffung der neuen RRP-117, der Bau der entsprechenden Radartürme, Versorgungs- und Unterkunftsinfrastruktur und die Einrüstung hinzog? Eine Zeitlang - gut und gerne eine Jahr lang - soll sogar die sowj. Funkmesstechnik und die neuen RRP parallel weiterbetrieben worden sein. Als die neue Technik stabil lief wurde die sowjetische demontiert.




Zitat
Hierzu einige Detailinformation aus folgenden Buch:
"50 Jahre Einsatzführungsdienst der Luftwaffe 1960 - 2010"
PIZ Luftwaffe
Lothar Fölbach Medienservice
München 2010

Im Kapitel "Die Vereinigung und der Radarführungsdienst - die ersten fünf Jahre oder 'Schubladenlösungen' gab es nicht" lassen sich hierzu folgende Informationen finden, Zitatauszüge (S. 36-47):

Zitat
Der "Radarführungsdienst Ost" sollte zunächst 4 CRC und 12 Radarstellungen mit "Ost-Technik" - ergänzt durch "westliche" Fm- und Funkkomponenten - umfassen und unter Führung des Nationalen SOC (NSOC) Fürstenwalde eingesetzt werden. Zur Umrüstung auf "Weststandard", deren Realisierung jedoch planerisch noch nicht festgelegt war, waren zwei CRC und fünf Radarstellungen mit RRP-117 vorgesehen.
(...)
Hierzu entwickelte FüL III 2 Anfang September 1990 ein im BMVg abgestimmtes Übergangskonzept, das etwa Mitte September 1990 vom Minister gebilligt wurde.
(...)
An einem Freitag im April 1991 gegen 15:40 Uhr erreichte dann der Auftrag, der etwa mit "Modernisierung des RadarFüDst Ost - Standorte, Geräte, Struktur - Darstellung mit Begründung, weshalb Finanzierung aus EPI 60 erfolgen muss" wiedergegeben werden kann, das Referat.
(...)
Im September 1992 billigte der Verteidigungsausschuss die Bereitstellung von Finanzmitteln für fünf typengleiche RRP-117, die gerade in der Beschaffung für Deutschland durch die NATO waren.


Oberstleutnant, M. A. Dipl.-Staatswiss. Michael-Günther Lux, Inspektionschef der Einsatzführungsausbildungsinspektion 23, Erndtebrück

Bezüglich Bauarbeiten Radartürme für RRP-117 müsste ich noch zeitlich Angaben aus der Historie des Abgesetzten Technischen Zuges 354, Döbern haben. Damit kann man das noch weiter verifizieren beispielhaft.


Allo Offline




Beiträge: 109
Punkte: 149

09.04.2016 18:30
#7 RE: PRW-17 antworten

@Andy schrieb:

Zitat
Das dies pure Theorie war kann ich echt bezeugen. Wenn ich mir unsere Aufträge im ehemals NFWL von 1990 bis 1993 anschaue, war es doch ein einziges hin und her und was heute galt wurde morgen umgeworfen ... Anfang 1993 hieß es noch Wusterwitz ... kurze Zeit darauf nicht mehr ... in Sprötau wurde rekonstruiert, die Technik im Bunker hin und her gezogen und Ende ...
Was die von uns installierte Technik betrifft war ja nichts anderes da und die Funkübergangslösungen wurden zu relativ langen Lösungen ...

Flieger X Offline




Beiträge: 14
Punkte: 14

09.04.2016 18:31
#8 RE: PRW-17 antworten

@fliegerrevue schrieb:

Zitat
Interessant wie verschiedentlich diese Vorgänge dargestellt werden. Momentan hat sich öffentlich nur "die andere" Seite dazu geäußert - in Form des von mir erwähnten Buches. Wenn diese Richtigstellung nur hier im Forum bleibt wird es die wenigsten erreichen. Man kann doch ruhig mal sagen was damals wie und warum gelaufen ist und wer dafür ursächlich verantwortlich war.

Wolfgang Offline




Beiträge: 59
Punkte: 75

09.04.2016 18:33
#9 RE: PRW-17 antworten

Wie wir schon einmal herausgearbeitet hatten, diese Darstellung von @FR aus dem Buch des Bw-Offiziers entsprach nicht der realen Lage und war mehr aus rein theoretischen Wissen angelegt.

Frank1 Offline



Beiträge: 335
Punkte: 401

09.04.2016 18:34
#10 RE: PRW-17 antworten

Wieweit konnten diese Höhenfinder notfalls auch abgesetzt betrieben werden ? Sie müssen ja nicht oben drauf stehen.

Ich hoffe hier sagt einer was dazu. Ich las was von Kabine-66 und bis zu vier anschließbare Höhenfinder. Ich meine das aber gar nicht so speziell - die Frage gilt auch für ältere Systeme. Fakt ist offenbar daß die Radarsysteme durchaus getrennt vom GS gestanden haben - das zeigen alte SAT-Bilder..

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