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Dieses Thema hat 47 Antworten
und wurde 623 mal aufgerufen
 DDR-Leben
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Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

26.10.2016 10:00
#31 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Bei allen Meinungsverschiedenheiten in anderen Foren zum Fakt der A-Waffen festhalten, dass A- Waffen als auch allgemein ABC-Waffen der Sowjetarmee "sensitive Technik" waren und vor der Deutschen Einheit aus der DDR abtransportiert waren.
Auch wenn die Objektübergabe aus taktischen Gründen erst später erfolgte.

Immerhin war, was auch schon festgestellt ist, eine Trennung in der Verantwortung.
Die der GSSD/WGT für den Einsatz gehörenden Anteile und die dem sowjetischen Generalstab gehörenden Anteil. Mit der großen Umstrukturierung GSSD 1980 erfolgte die Aufteilung infolge der verkürzten Vorwarnzeiten zu einen US geführten NATO Angriff. Weiterer Aspekt war die Steigerung der Treffgenauigkeit gegenüber vorherigen Angriffsträgern der USA - hier Pershing und CRM.
In jedem Fall konnte nur der Oberbefehlshaber der Truppen in Westrichtung einen KW-Schlag befehlen. Das besagen alle Offiziere der operativen NVA Gruppe des Bunker Falkenhagen.

Kabelmax Offline




Beiträge: 48
Punkte: 68

26.10.2016 10:01
#32 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Daniel, was wäre wenn nicht ? Denn irgendwie sorgte eine Tafel der Stadt Lychen für fragende Gesichter. Dort stand nämlich das A-Waffen des Generalstabes vergessen wurden und erst nachträglich ausgeschifft worden sind.

Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

26.10.2016 10:03
#33 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Zitat von kabelmax
Daniel, was wäre wenn nicht ? Denn irgendwie sorgte eine Tafel der Stadt Lychen für fragende Gesichter. Dort stand nämlich das A-Waffen des Generalstabes vergessen wurden und erst nachträglich ausgeschifft worden sind.



Tja, wie stehe ich dazu ? Eben ein Märchen und ich sehe die Sache wie Frank.
Zumal die Sowjetarmee wirklich jede hochsensitive Technik oder Waffe vor dem möglichen Zugriff durch Bundeswehr aus der DDR abtransportiert hatte. Dem folgte dann eine umfangreiches Dekontamination der Lager und Werkstattobjekte aller KCB-Objekte. Aus diesem Grunde konnte die Bundeswehr nach der Übernahme keine oder kaum Nachweisspuren sichern.
Dieser auf der Tafel beschriebene Vorfall war nach unserer Kenntnis eine Legende der Russen . Die Sachlage ist etwas komplizierter und konnte durch uns auch nie ganz aufgeklärt werden.

Zitat
19. August 1991 : In der Sowjetunion versuchen reformfeindliche Kräfte Präsident Michail Gorbatschow zu stürzen. Der Putschversuch scheitert nach drei Tagen vor allem am entschlossenen Widerstand der russischen Regierung und des russischen Obersten Sowjet unter Jelzins Führung. Er geht aus den Entwicklungen politisch gestärkt hervor.



In dem Zusammenhang war die WGT in Ostdeutschland gedeckt in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden und bereits abgezogene hochwertige Kampftechnik landete gedeckt in Ostdeutschland. Offenbar waren auch KW mit dabei. Die dann nach dem gescheiterten Putsch auch wieder irgendwie zurück musste. Dazu die Legende: "vergessen". Das wäre eine Lesart.
Wobei dort auch wieder für und wider auftreten. Denn die KW mussten im Spezialcontainer rein und dort lagern. Wozu dann neue Container für den Abtransport ?
Die andere Lesart war, nur so konnten die höheren Chargen der Armee bestimmte Werte aus der Ex-DDR heraus schaffen. Denn Spezialcontainer waren Tabu und konnten im Inhalt nicht aufgeklärt werden.
Ich persönlich sehe die zweite Lesart für Wahrscheinlich.
In der Zeit liefen einige nicht kontrollierbare Transporte.

1991 bestand aber die Gewissheit, bei Erfolg des Putsches in Moskau hätte die WGT den Sack DDR wieder zugemacht und die Bundeswehr rausgeschmissen samt dem politischen Anteil in den Verwaltungen. 2+4 wäre geplatzt und eine militärische Reaktion der NATO war nicht zu erwarten. Von den Kräften her war die WGT dazu in der Lage. Zumal alle bis dahin abgezogenen Truppen binnen 48 Stunden im Lufttransport wieder an Ort und Stelle wären.

Ich durfte damals für die Bundeswehr im Verifikationszentrum tätig sein und wir waren wegen der Spache Russisch erste Ansprechpartner für die ehemaligen "Freunde". Die dann wegen unserer NVA-Vorgeschichte trotz der Bundeswehruniform weniger Kontaktprobleme zu uns hatten wie zu den reinen Westgermanen.
Das Verifikationszentrum Ost in Strausberg hatte die Aufgabe der Rüstungskontrolle gegenüber der WGT. Bedeutet, wir kontrollierten die gemeldeten Daten der WGT nach und begleiteten Offiziere der Sowjetarmee bzw. später der russischen Armee auf Kontrollen über Einhaltung 2+4 in Bezug das in der Ex DDR keine NATO Truppen stationiert werden.
Daher kann ich mit Gewissheit sagen, die Kernwaffen waren bis zum 30.09.1990 aus der DDR raus.
Was Burlakow abzog war die damit verbundene Werkstatt/Transport und Trägertechnik.

Veteran Offline



Beiträge: 8
Punkte: 8

26.10.2016 10:33
#34 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Einige Ansätze sind ja interessante Blickwinkel. Aber stimmt schon, viele Phrasen sind nur Vermutungen und niemand weiß was wirklich dahinter steckte.
Auch mein Kenntnisstand ist, dass sämtliche A-Waffen bis 2.10.90 das Land verlassen hatten. Da war dann auch nichts vergessen worden.

Der Wächter ( Gast )
Beiträge:

16.12.2016 23:51
#35 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Der Typ, der das geschrieben hat, ist nicht ganz dicht. Die Bundeswehr hatte nie Atomwaffen- und selbst wenn, dann wäre der Tornado die denkbar schlechteste Lösung gewesen. Es sei denn, Pilot und Waffensystemoffizier hätten Selbstmordabsichten gehabt

Der Wächter ( Gast )
Beiträge:

16.12.2016 23:56
#36 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Der Typ, der das geschrieben hat, ist nicht ganz dicht. Die Bundeswehr hatte nie Atomwaffen- und selbst wenn, dann wäre der Tornado die denkbar schlechteste Lösung gewesen. Es sei denn, Pilot und Waffensystemoffizier hätten Selbstmordabsichten gehabt

Zitat:

Zitat von Ole im Beitrag #2
@Oleg schrieb:
Na da fangen wir doch gleich mal im JaBoG 33 in Büchel an......

http://www.bits.de/public/stichwort/buechel.htm

Hein Offline



Beiträge: 24
Punkte: 28

19.12.2016 20:28
#37 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Was willste machen ? Büchel ist immer noch die Komponente der atomaren Teilhabe.

Signum Offline



Beiträge: 29
Punkte: 37

14.05.2017 22:29
#38 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Hier etwas spezielles für uns. Anderorts gefunden und mir war neu, dass die Stadt Lychen an der Zufahrt zum A-Waffenlager Himmelpfort derartiges Schild hatte.

Zitat
Auf einem Schild an der unmittelbaren Zufahrt zum Objekt Himmelpfort, welches mittlerweile entfernt
wurde, stand etwas zu lesen, was ich mir nur sehr schwer vorstellen kann und ehrlich gesagt am Wahr-
heitsgehalt etwas zweifle.

Da stand, Zitat:

'...Allerdings stellte man im Nachhinein fest, dass die Atomsprengköpfe für die Raketentruppen der NVA,
die nicht dem Kommando in Wünsdorf, sondern der 12. HV in Moskau direkt unterstanden, beim Abzug
1989/90 schlicht weg vergessen worden waren.

Deshalb mußte man 1992 erneut Spezialtransportmittel heranschaffen, um endlich auch diese Sonderwaffen
über den Fährhafen Mukran vom Territorium der ehemaligen DDR zu beräumen.'

Stadt Lychen

Berlin Berlin Offline



Beiträge: 27
Punkte: 35

14.05.2017 22:32
#39 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Wer das wohl glaubt. Die Russen vergessen ihre wohl behüteten Kernwaffen. So ein Quatsch.

Stepstone Offline



Beiträge: 12
Punkte: 12

14.05.2017 22:34
#40 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Aber eine SAM (Boden-Luft-Rakete) haben sie schon mal auf einem Autobahnparkplatz vergessen ...

Peter-Paul Offline



Beiträge: 21
Punkte: 29

14.05.2017 22:36
#41 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Soweit ich die Sache kenne waren A-Waffen der SU bis 3.10.90 aus der DDR raus. Galten auch als sensitive Systeme. Kann mir nicht vorstellen das sich Sowjetarmee gerade in der Sache ein Katz und Maus Spiel mit NATO Diensten lieferte. Wo schon Waffen geringerer Güte vorzeitig abgezogen wurden.

Pionier Offline



Beiträge: 6
Punkte: 10

14.05.2017 22:39
#42 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Zitat von Stepstone im Beitrag #40
Aber eine SAM (Boden-Luft-Rakete) haben sie schon mal auf einem Autobahnparkplatz vergessen ...

Was ist eine Rakete gegen 2 voll KW-Lager ?
Derzeit überlegen die selben Schreiber schon, ob die 12. Verwaltung überhaupt oder nicht doch die 6. Verwaltung der LSK den Hut auf hatten.

Nur wurden die 2 Lager ( Himmelpfort und Stolzenhain ) zum 31.12.90 an Deutschland übergeben. Besenrein.

spider Offline



Beiträge: 13
Punkte: 17

20.07.2017 09:49
#43 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Ich möchte gern noch einmal auf den Post #16 zurückommen,

Zitat von Satan im Beitrag #16
@fliegerrevue schrieb:
... Ich kann nur hoffen dass die Raketschiki mit ihrem Buch nicht einen Krieg gegen andere Waffengattungen heraufbeschworen haben. Die ganze Diskussion darum ist leidlich.

Durch Nelson seinen Fragenkomplex sind aber schon interessante Dinge angestoßen worden. Die ganzen Abläufe hat ja noch niemand verglichen oder nach Unterschieden beleuchtet worden. Hat doch also was gutes finde ich.


weil
a) es geht meiner Meinung nach nicht um Glaubenskriege, sondern um das Bewerten von Fakten. Wer den Raketschiki unterstellt, sie "wollen etwas besseres seien", tut ihnen nicht recht. Und überhaupt, um KWS zu führen, war ein eingespieltes Team vieler Beteiligter vonnöten. Denken wir nur an die Aufklärer zu Fuß oder in der Luft!
b) Man über @Nelsons Fragestellungen wahrlich schlecht diskutieren kann, wenn man seine Fragen gar nicht kennt. Da @Nelson diese Fragen in einem anderen Forum formuliert hatte, übertrage ich sie gern hierher, damit sich die hiesigen User ihr eigenes Bild machen können:

18.7.2012 @Nelson
Ich hätte … eine Frage: Welche Belege aus den Luftstreitkräften der ehemaligen NVA gibt es für folgende Übungs-Handlungen, die notwendigerweise Bestandteil einer tatsächlichen Vorbereitung auf den Einsatz von Kernwaffen sind:
- Festlegung verantwortlicher Personen für die Übernahme von Kernwaffen,
- Vorhaltung spezieller Dokumente für die Legitimation am Übergabepunkt,
- Festlegung und Schulung bestimmter Einheiten in den Handlungen zur Übernahme und Einsatzvorbereitung von Kernwaffen,
- Prüfung des Personalbestandes in den Handlungen beim Umgang mit Kernwaffen (Sicherheitsbestimmungen, Aufrechterhaltung eines bestimmten Nutzungsregimes der Waffe, Einsatz der Waffe),
- Übernahme von Kernwaffen und Transport zu den Einsatzmitteln,
- Führen der Dokumentation bei und nach Übernahme von Kernwaffen,
- Bewaffnung von Flugzeugen mit Kernwaffen einschließlich notwendiger Überprüfungen des Waffenstatus,
- Vorbereitung des Personals der Stäbe auf den Einsatz von Kernwaffen durch Festlegungen in Dienstvorschriften zu Wirkungsparametern von Kernwaffen,
- Einsatz von Kernwaffen einschließlich der Planung entsprechender Schläge in Befehlen/Weisungen der Stäbe?
Es könnte sein, dass mir noch ein paar Punkte einfallen. Aber vorerst wäre ich für eine Antwort auf die vorstehenden Punkte dankbar.
Grüße, Nelson

Polarbär Offline



Beiträge: 24
Punkte: 28

20.07.2017 17:46
#44 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Tja @spider, was soll man dir dazu antworten ?
Eventuell so:
Wer solche Fragen stellt hat die Einfügung der dann zum Krieg "ehemaligen" NVA-Fliegerverbände
in das System der Front oder auch des Kriegsschauplatzes nicht verstanden.
Denn, wenn dieses Verständnis vorhanden ist, kommt keine derartige Fragestellung in Bezug auf NVA-Flieger zum KWE-Einsatz auf.

spider Offline



Beiträge: 13
Punkte: 17

20.07.2017 18:10
#45 RE: Atomwaffen in der DDR.... antworten

Um ehrlich zu sein, @Polarbär,
dann bin ich wohl auch zu unbeleckt in Sachen KWE durch unsere NVA-LSK (es geht wohl gemerkt um unsere, nicht um die sowjetischen LSK).

Die für mich entscheidenden Indikatoren schon in Friedenszeiten sind a) die bei den RT real vorhanden, speziellen versiegelten sowjetischen Propuski und b) zumindest bei den OTR die jährlichen Kontrollen durch die Freunde in Kap Jar. Die hatten ihre eigene Kontrollgruppe, um zu prüfen, ob und wie ihre NVA-Partner die Träger beherrschten und auch das Montieren der GK.

Allerdings habe ich bisher auch nichts derartiges an vorbereitenden Schritten über die LSK gelesen (nicht gelesen zu haben bedeutet nun aber nicht, dass es das nicht gab).

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