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Dieses Thema hat 33 Antworten
und wurde 224 mal aufgerufen
 DDR-Leben
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Strelasund Offline



Beiträge: 8
Punkte: 8

05.06.2016 12:07
#31 RE: Alltag in der DDR.... antworten

Damals in der DDR hieß aber auch, dass der angebliche Bruderbund mit anderen sozialistischen Staaten nur auf dem Papier stand.
Diese Tage war gerade wieder hochgekommen: Ungarn
Von den westlichen Staaten gefeiert als der Öffner des "Eisernen Vorhang".
Wie war es aber wirklich ? US Präsident Bush auf Besuch in Ungarn und anschließend ließ sich die ungarische Führung per Dollar kaufen. Sowohl privat als auch über massive als "Wirtschaftshilfe" titulierte Dollarmillionen.
Bruderschaft vom Feind abgekauft. Erkauft die medienwirksame Öffnung der ungarischen Grenze.

Storkow Offline



Beiträge: 3
Punkte: 3

05.06.2016 14:24
#32 RE: Alltag in der DDR.... antworten

Alltag in der DDR:
....damals in der DDR.....5 Brote kaufen...aber nicht für sich, sondern zum Schweine füttern.....
...Material klauen...nicht für sich, sondern zum tauschen....
....krank machen, um das Eigenheim fertig zu bekommen, der Winter steht vor der Tür...
...Schlange stehen an der Kaufhalle, weil Obst geliefert wurde....
.....Partyabende vor der Haustür mit den anderen Bewohnern..... oder im Hausgemeinschaftskeller der HG....
...sich vom Politnik sagen lassen, Westfernsehen ist schlecht und soll nicht geschaut werden, aber selbst die "Polonäse von Blankenese" lautstark singen...
...einen vollen Kühlschrank haben, weil jede Wurst geschmeckt hat, wie sie hieß....
... den Konsum im Ort zu haben...
... öffentlicher Nahverkehr war intakt und fuhr stündlich bis in die Nacht...
... Immer ein wärmendes Getränk mitführen, denn ein Grund zum trinken fand sich immer....
--- wenn Kind geboren wurde Trabianmeldung abgeben damit zum 18. oder 20. Geburtstag das passende Geschenk da war...
... Weihnachten im Schnee...
... wenn Mutti früh zur Arbeit geht.... kommt Kind in den Kindergarten/Kinderkrippe....

So besehen, so schlimm war der DDR Alltag doch garnicht.

Judas Offline



Beiträge: 23
Punkte: 27

05.06.2016 14:25
#33 RE: Alltag in der DDR.... antworten

Aber auch DAS war oder wurde Alltag in der DDR:

Zitat
Hans-Jürgen Schulz zum Beispiel. Er ist Lehrmeister bei NAGEMA, dem großen Hersteller von Nahrungsgütermaschinen.
Gesicherte Position, gutes Einkommen. Doch er will nicht mehr: "Ich bin damals von meiner Arbeitsstelle
weggegangen, weil ich gemerkt habe, dass es eigentlich nicht mehr darauf ankam, die Lehrlinge gut auszubilden,
sondern es zählte nur noch die regelmäßige Teilnahme am Parteilehrjahr. Dazu waren wir verpflichtet, obwohl sehr viele
von uns keine Genossen waren. Politische Dinge rückten immer stärker in den Mittelpunkt, und das war für mich so der Punkt, wo ich gesagt habe : Ne, wenn deine Leistung nicht mehr zählt, dann willst du das nicht mehr machen."



Damit kam das Mitwirken des Normalbürgers abgewürgt.

Bormann Offline



Beiträge: 12
Punkte: 16

05.06.2016 14:28
#34 RE: Alltag in der DDR.... antworten

Jede Familie in der DDR musste ein Hausbuch führen, in dem sie ihre Besucher eintrug. In Bitterfeld, Schkopau oder Hoyerswerda wurden diese Hausbücher wahrscheinlich eher lax geführt - unser Haus aber stand in einem Grenzgebiet. Auch der Bereich Strand und Vorland Greifswalder Bodden unterlag einer Sondersicherung.
Alle privaten Vermieter wurden vom zentralen Feriendienst erfasst und die Qualität der Herbergen geprüft. Auch dort musste sich jeder Gast eintragen.
In der Saison: Vor den Lokalen bildeten sich lange Warteschlangen. Das Gleiche auch am Morgen beim Bäcker. Die Einheimischen beklagten sich oft, weil Urlauber die Geschäfte leerkauften und sie bei Feierabend nur leere Regale vorfanden. An heißen Tagen brach die Getränkeversorgung zusammen. An frischem Obst und Gemüse herrschte Dauermangel.

Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang war es verboten, sich am Strand aufzuhalten. Das war in Lubmin genau so wie in Loissin am Zeltplatz. Real war das aber kaum durchzusetzen.
In dieser Zeit kontrollierte Polizei mit oder ohne Schäferhund, Fernglas und Pistole über die Dünen und am Strand. Oft begleitet durch Freiwillige Helfer der VP. Eine Kontrolle der Personalausweise beim nächtlichen Nacktbaden war keine Seltenheit.
Sogar die Strandkörbe wurden nach Liebespaaren durchkämmt und wirklich in jeden Strandkorb mit Taschenlampe hineingeschaut.
Wurden wir erwischt, kam ein Platzverweis zum Verlassen des Strandes.
Als Jugendliche zogen wir aber ggf. jeden Tag mit anderen Mädchen los. Denn sie Auswahl in Lubmin in Ferienheimen, Hotel und Zeitplatz oder in Loissin am Zeltplatz war riesengroß. Oft musste sogar noch erst deren Mutter bezirzt werden. So Geil waren die drauf.
Bedeutete aber auch, der ABV angelte uns fast jede Nacht aus einem Strandkorb.

Nächtliche Zärtlichkeiten am Strand konnten dann auch schon mal als versuchte Republikflucht ausgelegt werden. Wer in den Dünen erwischt wurde, war einfach nur froh, wenn man ihn wieder laufen ließ.
Besonders wenn die Bereitschaftspolizei kontrollierte war Gefahr angesagt. Da die uns nicht kannten. So landeten wir auch ab und an in der Zelle um am anderen Morgen vom ABV ausgelöst zu werden.
Für die Urlauber gehörte der Satz "Bürger, weisen Sie sich bitte aus!" zu den unvergesslichen Erlebnissen ihres Urlaubs. :lol:

Am Ende der Saison - jeweils am 1. September war Schulbeginn - kehrte in den Ostseebädern und im Seebad Lubmin wieder Ruhe ein. Man konnte dann wieder ohne langes Anstehen in ein Restaurant, Kino oder die Eisbar gehen.

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