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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 153 mal aufgerufen
 Deutsche Luftwaffe
Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

17.06.2016 14:50
Flugmelde und Leitdienst antworten

Bereits 1945 wurde eine Wiederaufrüstung und Allianz notwendig. Damit kam auch die Forderung nach einer Luftverteidugung mit dem Flugmelde-und Leitdienst (FlM/LDst) auf.

1949 erfolgte Test der ersten sowjetischen A-Bombe. Als Reaktion darauf errichtete die USA im nördlichen Amerika eine Frühwarnkette
- 1950 DFW
-1953 MlD-Canada-Line
- 1956 Pine Tree mit ersten Anfängen von SAGE.
Ergänzt durch Radar-Türme "Texas Tower" im Altlantik.

In D wurde ein FlM/Dst in den einzelnen Besatzungszonen durch die entsprechende Besatzungsmacht errichtet.
Dazu zählten in der sowjet. Besatzungszone die 5-7 sowjetischen Bunker die als Jägerleitstelle fälschlich bezeichnet werden. Das waren die Punkte, wo die Flugmeldungen der Zone eingingen.

1951 begann der Aufbau der Nato-Organisation --mit Stab u. HQ SHAPE, 2. u. 4. ATAF wird die Planung einer integrierten übernationalen Luftverteidigung aufgenommen.
So war die LV des Warschauer Vertrages nur das Pakt-Gegenstück zu einem gleichen Nato-System.

1955 war dann die Luftverteidgung aufgebaut. Zeigte aber erhebliche Schwächen durch eine vorsintflutliche Organisation. Insbebesondere weigerten sich die Mitgliedsstaaten, ihre LV-Kräfte zu integrieren.
1955 folgte auch ein Luftfahrtabkommen der BRD mit USA und in Folge mit den anderen Staaten.

1956 dann Bildung der NVA und im April 1956 forderte die Nato eine Reorganisation, Integration und Modernisierung der LV durch schnelles einheitliches Handeln.
Daher sollten 4 Luftverteidigungszonen entstehen: Nord, Zentral, Süd und Großbritannien.

Zu diesem Zeitpunkt bestanden in der BRD folgende Flugmeldesysteme:
- in der 2. ATAF verbunkerte Stellungen der RAF ( Baubeginn 1953)
- in der 4. ATAF feldmäßige Radarstellungen der USAFE mit dem SOC Langerkopf
- im deutsch-franz. Grenzgebiet mobile Einrichtungen der 1. CATAC die mit der franz. LV über das SOC Drachenbronn verknüpft sind.
- eine kanadische Radarstellung bei Metz mit einer gewissen Überlappung der Brit, franz. u. USA Zone.

Im Juni 1956 werden die ersten LV-Übungen abgehalten und SHAPE koordinierte die nationalen Einsätze.

Erst 1960 gelingt die Integration und einheitliche Führung der LV. Es brauchte noch technische Abkommen um eine Kompatibilität zu erreichen.

1966 gelang mit NADGE das seit 1955 geforderte Frühwarn u- Waffenleitsystem von Norwegen bis zur Türkei.
Der reale Ausbau dauerte dann aber noch viele viele Jahre.

Irgendwie war der Warschauer Vertrag in Sachen Integration und einheitlicher Führung der Nato immer eine Länge voraus.

Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

17.06.2016 14:52
#2 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Planung, Organisation und Aufbau einer integrierten Luftverteidigung war für die Nato ein hartes Stück Arbeit. Da sowohl Nato als auch nationale Dienststellen zuständig waren. Einer gönnte dem Anderen nichts.
Im Flugmeldedienst:
Für die Nato:
1951- SHAPE für die Planung der Nato
1952- für die Durchführung: Aircent, 2. u. 4. ATAF mit deren ADOC, die SOC Brockzetel, Uedem, Langerkopf, Drachenbronn

Im nationalen Bereich:
-Planung und Übergabe alliierter Radarstellungen.
- Ausbau weiterer Stellungen im Bereich der Deutschen Luftwaffe ab 1956:
- Im Bereich der 2. ATAF: Das Ministerium der Luftfahrt in London, die RAF-Deutschland in Mönchengladbach,die 2. Brit. TAF

- Im Bereich der 4. ATAF: USAFE Wiesbaden/Ramstein, 17. AF Ramstein ab 1958, 86. AF Ramstein ab 1961, 501.TACCONWING Ramstein
und für Beratung die MAAG als Teil der US-Botschaft in Bad Godesberg.

- zur Wahrnehmung franz. Anliegens: das Ministerium der Verteidigung Paris, das C.A.TAC auf Flugplatz Lahr + G.C.TAC451 Achern

- für die kanadische Luftwaffe: 1. CAN AIR DIV Metz

- Ferner die Verteidigungsministerien der Niederlande und Belgiens.

Ihr seht, mit nationaler Verantwortung war es nicht weit her. Im Osten hatte Moskau das Sagen, im Westen verdarben viele Köche den Brei.

In BRD leisteten die Planungsarbeiten Teile des FüL, das Luftwaffenamt, sowie die regionalen Luftwaffenkommandos Nord (Münster) und Süd ( Karlsruhe).
Davor waren es das Kdo Fliegerhorste ( bis 14.10.56) und das Kdo Bodenorganisation ( bis 01.10.57).
Sowie die Luftverteidigung-u- Luftwaffendivisionen nach ihrer Aufstellung und Arbeitsfähigkeit. 1958/59 waren dies die 1. LVD München und 3. LVD Münster. Dem folgten ab 1963 die 5.LwDiv Birkenfeld (ab 1971 2.LwDiv), 4. LwDiv Aurich und 7. LwDiv Schleswig.

1970 entstand dann das Kommando Führungsdienste in Köln-Wahn---- mit dem Radarführungsdienst.
Dann kam auch noch der Kommando Luftflotte nach Köln-Wahn und der Radarführungsdienst dorthin.

Im Gegensatz war die Aufbau-und Verantwortungslinie in der DDR doch ziemlich gradlinig und nicht so sehr von gewaltigen Umstrukturierungsprozessen begleitet.

Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

17.06.2016 14:56
#3 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Ab 1957 begann der Aufbau der Flugmeldeverbände in Form der Fernmelderegimenter 31 bis 34.
4 Fernmelderegimenter für 4 Sektoren.
Jedes Regiment erhielt 4 Abteilungen. 3 Abteilungen Radarflugmeldedienst und 1 Abteilung Luftraumbeobachtungsdienst.
1957- Aufstellung FmRgt 33 und 34
1958- Aufstellung FmRht 31
1960- Aufstellung FmRgt 32 - allein diese Aufstellung dauerte bis 1975 wegen personeller Engpässe.

Personelle Engpässe- man lachte über NVA- die Bundeswehr war keinen deut besser.

Sonderstellung hatte FmRgt 37 in der 7.LwDiv Schleswig-Holstein von 1963 bis 1968, das aber aus Teilen FmRgt34 bestand.


1959-61 erfolgte die Übernahme der britischen Radarstellungen und Teilen des US Radarstellungen.
wie:
von 2. ATAF: Goch/Uedem (348. SU); Borgentreich/Auenhausen (210. SU), Brockzetel/Jever (101.SU), Brekendorf/Schlewig (106.SU)
SU = Signal Unit
von 4. ATAF:Türkheim/Ulm ( 616.ACWRON), Freising + Regensburg ( 604.ACWRON),Giebelstadt + Hof (602.ACWRON),
Wasserkuppe (601.ACWRON)


1960-64 erfolgte dann der Bau neuer Stellungen und die Einführung des halbautomatischen Betriebes mit Umrüstung auf halbautomatische Systeme. Mit Audnahme der im Westerwald und der Lüneburger Heide.
Bis dahin war "herkömmlich" mit Ableser- Leitung - Zeichner.
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Ich möchte hier nochmals kurz abgleiten zu den sowjetischen Bunkern der 50ger ( Jägerleitstelle).
Das waren damals die sowjetischen Elemente des sowjetischen Flugmelde-und Leitdienstes in der sowjetischen Besatzungszone.
Die Flugmeldedaten von Flugbeobachter oder Radarstation gingen also dorthin und wurden auf einer Luftlagekarte aufgetragen und das Personal des Leitdienstes leitete die eventuellen Abwehrhandlungen mittels Flak oder Flugzeug ein.
Bitte, mit "Jägerleitstelle" hatten diese Bunker überhaupt nichts zu tun.
Die GSBT hatte DDR in Sektoren aufgeteilt und jeder Bunker war quasi der Kommandobunker einen solchen LV-Sektor.

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1966 bis 1970 folgte dann Einführung NADGE und Erweiterung von MINFAX.
Das dürfte so die Zeit gewesen sein mit Einführung WP in NVA. Damit erübrigt sich auch Frage nach NADGE. War im Prinzip der Westpart zum WP.

Insgesamt war die Wahrnehmung der Lufthoheit der Bundeswehr im BRD-Luftraum begrenzt. Denn Abfangvorgänge im Luftraum konnten NUR durch USA, GB, FRA veranlaßt oder befohlen werden.
Bevor Bw- Verbände der Nato unterstellt werden konnten, mussten diese eine Takt. Übung ableisten und ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.
Siehe Verbände der NVA- kamen nur nach Gefechtsschießen in Astrachsan/Aschuluk in das DHS der gemeinsamen LV WV.
Da einige Bw-Verbände des Test nicht bestanden, verzögerte sich ihre Unterstellung zur Nato.
Für übernommene US-Feldstellungen baute die Bw neue verbunkerte Stellungen.-

Luchelch Offline



Beiträge: 48
Punkte: 91

17.06.2016 21:14
#4 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Zitat von Daniel Düsentrieb

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Ich möchte hier nochmals kurz abgleiten zu den sowjetischen Bunkern der 50ger ( Jägerleitstelle).
Das waren damals die sowjetischen Elemente des sowjetischen Flugmelde-und Leitdienstes in der sowjetischen Besatzungszone.
Die Flugmeldedaten von Flugbeobachter oder Radarstation gingen also dorthin und wurden auf einer Luftlagekarte aufgetragen und das Personal des Leitdienstes leitete die eventuellen Abwehrhandlungen mittels Flak oder Flugzeug ein.
Bitte, mit "Jägerleitstelle" hatten diese Bunker überhaupt nichts zu tun.
Die GSBT hatte DDR in Sektoren aufgeteilt und jeder Bunker war quasi der Kommandobunker einen solchen LV-Sektor.

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Du meinst, so etwas wie SOC ?

Carlos Contreras Offline



Beiträge: 11
Punkte: 15

02.07.2017 22:01
#5 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Die Jagdbombengeschwader der USAFE bzw. AF "Ramstein" sollten einen Leitdienst auf Ziele im Feindgebiet (70-300 km) erhalten.
Zuletzt ausgeführt durch die Organisation " 601. TAC ON WING "
Der Leitdienst sah folgendes vor:
Durch die CRC und CRP der US Luftverteidigung wurden die Jagdbomber nach dem Start und nach Herstellung Funkkontakt von "Controller" an bestimmten Arbeitsplätzen bis zum Controll Point ( CP) herangeführt.
Von dort wurden sie im TDP nach "Lock On " zum "Initial Point " (IP) über dem Gefechtsfeld geführt.
Ab IP erfolgte dann der eigentliche Zielanflug ( Ziel = Yankee Point ).
Dort erhielt der Fz-führer den elektronischen Befehl zum Bombenabwurf in manueller Auslösung.
Die Rückführung wurde dann wieder durch die CRC/CRP übernommen.
Später wurden die Aufgaben der CRC/CRP an eigens für den Jabo-Leitverkehr eingesetzte mobile Radarstellungen der TAC CON Wing übertragen.

( Franz. Lw hatte ihre eigenen Leitkapazitäten )

Carlos Contreras Offline



Beiträge: 11
Punkte: 15

02.07.2017 22:01
#6 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Die Jabo der deutschen Lw wurden nach dem gleichen Prinzip geführt.
Radarstellungen der dtsch. LV führten die Jabo bis zum CP. Dann übernahmen die sst. Abteilungen II der Fm-Rgter 32+34 und brachten die Jabo übers Ziel.

Funkorter Offline




Beiträge: 60
Punkte: 96

02.07.2017 22:03
#7 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Wie sollte sonst die Fliegerleitung erfolgen. In früher Zeit herkömmlich.
Wie bei NVA auch. Dazu war ja dann bei NVA JBG die Funktechnische Komponente mit verlegt und die direkte Zielzuweisung kam auf dem Gefechtsfeld durch Fliegerleitoffiziere der Gefechtsführungsgruppen.
In späterer Zeit der 1980ger Jahre kamen dann beiderseits die automatisierte Führung vom Platz bis zum Gefechtsfeld in Anwendung.

Luchelch Offline



Beiträge: 48
Punkte: 91

02.07.2017 22:05
#8 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Du meinst, so etwas wie SOC ?

Daniel Düsentrieb Offline




Beiträge: 20
Punkte: 24

02.07.2017 22:07
#9 RE: Flugmelde und Leitdienst antworten

Ja, im Vergeich zu westlichen Strukturen ein SOC.
Im Vergleich zur NVA wie damalige GS FuTR.

Wir sehen aber auch, USA hatten wie auch die Sowjetarmee auf mobile Komponenten gesetzt. Nicht nur die in DDR stationierten Sowjetverbände waren fast wie im Krieg, die USA konnten das auch.
Der ganze Ausbau zu Bunkern kam erst nach 1961 stark auf. Ost wie West.

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