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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 142 mal aufgerufen
 Objekt Garzauer Str. (Strausberg Üst1/5 + NZ-2)
Klaus-Peter Offline




Beiträge: 19
Punkte: 31

19.06.2016 22:15
Üst1/5 antworten

Ich setze den Beitrag vorerst hier hin. Wie unter PFA Strausberg angeführt, war das Objekt "Garzauer Strasse" in Strausberg ein Sonderobjekt mit ziviler und militärischer Nutzung im Interesse der Landesverteidigung.
Zivil: Das Gesamtobjekt eine Dienststelle der Deutschen Post mit einer verbunkerten Übertragungsstelle 1 Strausberg. Die zuvor im Keller eines benachbarten Wohnhauses untergebracht war.
Militärisch: Die " Nachrichtenzentrale 2" = Hauptvermittlungsstelle 2 ( HVST 2) des Sondernetz 1. Hier wird oft in anderen Foren Schindluder mit der Bezeichnung getrieben. Da die wahre Herkunft als Hauptvermittlungsstelle 2 einfach nicht gesehen wird.
Derartige Hauptvermittlungsstellen waren mehrere im S1 integriert: die 4 in Neubrandenburg, die 5 in Potsdam usw.
Die hervorgehobene Bedeutung der HVST 2 ergab sich lediglich aus deren Position zur Versorgung der verbunkerten Führungsstellen der Landesverteidigung im Raum östlich Berlins.
Das Objekt der Deutschen Post aus oberirdischen Bauten und dem Bunker Üst 1 unter dem Dienstgebäude (nicht Stabsgebäude) wurde durch das Projektierungsbürü Süd Dresden (PBS) unter der Nummer 17/201 projektiert und ausgeführt. Bauherr der Anlage war die Deutsche Post die als erstes das Dienstgebäude errichtete und dann in dessen Schutz einige Jahre später den Bunker baute.
Ein weiterer Bunker, erreichbar über einen Stollen, wurde dem noch hinzugefügt als HVST-2 für das Sondernetz 1.

Aufgaben der Dienststelle:

1. verbunkerte Übertragungsstelle Strausberg Üst 1 der Deutschen Post mit Dienstgebäude
2. Knotenvermittlungsstelle 2 mit Zwischenvermittlungsstelle 27 für das Sondernetz 1
3. Standort des Zentralrechners zur Leitweglenkung und Netzwerkmanagement im Sondernetz 1

Im Verteidigungszustand zusätzlich:
4. Führungsstelle der Zentralstelle für Schaltung und Betrieb (ZfSB) als oberstes Führungsorgan des Sondernetzes 1
5. Führungsstelle des Minister für Post- und Fernmeldewesens mit Lagedarstellungszentrum-- als Dienstherr für das Gesamtfernmeldegrundnetz der Landesverteidigung.

Die Raumaufteilung der Üst 1 war für perspektifische Erweiterungen ausgelegt. also mit Reserven.

Zitat
Aus HP:
Er war der einzige Bunker mit hoher Schutzklasse ( A oder B nicht weniger) für das Sonderkabelnetz ( SOK ) der DDR.
Fernmeldetechnisch als Hauptverstaerkerknoten sowie Uebertragungsstelle der wichtigste Nachrichtenpunkt innerhalb der strategischen Nachrichtenverbindungen des WV auf dem Gebiet der DDR.
Ergo, dieser Bunker war sozusagen der empfindlichste Nachrichtenpunkt der DDR - daher auch die hohe Schutzklasse. "Normale" Üst sind sonst in der Schutzklasse D oder max. C ausgelegt.



Bunker 2 Etagen- wie üblich.
Die Anlage ist ringförmig aufgebaut mit 8 übertragungsräume mit 8x15 Metern Grundmaße. Die kantenlänge des Bauwerks wäre ca 80x60m .
Geteilt in 2 Brandbereiche mit separaten Abschottungen.
Lagerung der Räume erfolgte auf Federn. Um mögliche Erschütterungen für die empfindliche Übertragungstechnik so gering wie möglich zu halten.
Die Anlage verfügte über mehrere redundante Netzersatzanlagen mit einem separat zugängigen Tanklager.
Die Kabel waren über Mehrwegführung in den Bunker geführt. Eine Zuführung für die Ortskabel von Strausberg, eine Zuführung für die Fernkabel Richtung Berlin, eine Zuführung aus Ost für die Fernkabel aus Richtung Müncheberg- eigentlich unspektakulär und nachvollziehbar strukturiert.

Diese Daten entstammen nicht JK oder Standortdok- sondern mein Wissen.

Maik Offline



Beiträge: 18
Punkte: 34

19.06.2016 22:18
#2 RE: Üst1/5 antworten

Immerhin scheint dies ein vernünftiges einheitlichres Projekt geworden zu sein. Schade um die Zerstörungen. Wer läßt in einem solchen Bauwerk auch Disco abhalten.

Panther ( Gast )
Beiträge:

19.06.2016 22:20
#3 RE: Üst1/5 antworten

Die sogenannte "Nachrichtenzentrale-2" war aber im allgemeinen Umfang auch eine ganz normale SBZ = Schalt-und Betriebszentrale = Üst 5.
Mit HVST 2 und ZVST 27--- und Endvermittlungsstelle (EVST) für das Objekt selbst.
Beispiele:
Kenzahl 2732 = MfNV
Kennzahl 2734 = Kdo LSK/LV
Kennzahl 27996 = WR-2
liefen alle über diese ZVST.

Kennzahl 205 für GS-8/61 Müncheberg lag direkt auf der HVST auf.

Neben Fernsprech war dort das Telexamt 239 und 200er, 300er, 400er Telexnummern = also 300 an der Zahl.

Übertragungstechnik war dort keine. Deren Betrieb war durch die Post Üst-1 sichergestellt. Daher nannte sich dieses Gebilde auch nicht nur Strausberg Üst1 wie bei Anderen beschrieben- sondern Strausberg Üst 1/5.

Ein großer Knüller war der Rechner zur Leitweglenkung der FernsprechTeilnehmer. War eine Gasse zu sehr von Gesprächen frequentiert, konnte Gespräche über Reserveübertragungswege umgeleitet werden.

iris ( Gast )
Beiträge:

19.06.2016 22:20
#4 RE: Üst1/5 antworten

Welcher Punkt war der empfindlichste?

Klaus-Peter Offline




Beiträge: 19
Punkte: 31

19.06.2016 22:22
#5 RE: Üst1/5 antworten

Punkt sehe ich keinen. Ansonsten die Kabeltrasse Berlin-Leipzig. Bereits im Frieden dort ein Baggerloch und 80% des Fernmeldeverkehrs der Republik waren weg.

Im Beitrag oben geht es auch darum: Zur NZ-2 gab es keine Konzentration von Fernmeldekabeln der Republik. Selbst ein Totalausfall ließ die Führungsfähigkeit von Harnekop oder Eggersdorf/Strausberg nicht sinken. Dafür waren hinreichend Ersatzmaßnahmen vorbereitet.

Einzig für WAKKS waren 2 sich ersetzende Knotenpunkte vorhanden, Berlin1 und Strausberg1

Berliner Bär Offline




Beiträge: 26
Punkte: 26

19.06.2016 22:23
#6 RE: Üst1/5 antworten

Im Grunde sicher der Kabelführung gen Polen geschuldet und der Konzentration der polit.-milit. Führung östlich Berlins

Rainer Offline



Beiträge: 38
Punkte: 70

19.06.2016 22:26
#7 RE: Üst1/5 antworten

Die EVST der NZ-2 war die 2329--- dann Rufnummern 300 Leiter NZ-2 Mj. Wagner oder Rufnummer 310 Mj. Kleinfeld als Stellv. Leiter--
Diverse Rufnummern waren vom MfNV rüber geschalten- wie die Rufnummern des ZfSB in Schaltvariante und Rufnummern für die Führungsstelle des Ministers.

1970 Offline



Beiträge: 18
Punkte: 34

19.06.2016 22:27
#8 RE: Üst1/5 antworten

Warum hatte sich noch keiner auf den Weg gemacht zur Reaktivierung des Bunkers als Museum ?

willy Offline



Beiträge: 21
Punkte: 21

19.06.2016 22:29
#9 RE: Üst1/5 antworten

weil das gesamte Gelände 2012 versteigert wurde und nun einem in die 40-jährigen Berliner gehört. Dieser Junge hatte nun bereits 2 Schlaganfälle und halst sich dann so ein Objekt auf. Er will mal vom Ertrag der Vermarktung leben.
Bunker nicht als Museum sondern als Lager für Firmen die langfristig einlagern wollen. Er hätte schon Kontakt zu einer Firma aus Hamburg.

Feldwebel Offline




Beiträge: 41
Punkte: 61

19.06.2016 22:29
#10 RE: Üst1/5 antworten

Bevor alles zerfällt oder zerstört wird wäre dies doch (theoretisch) eine sinnvolle Verwendung.

Dieter Offline




Beiträge: 23
Punkte: 43

19.06.2016 22:36
#11 RE: Üst1/5 antworten

Die alte Üst 1 :
http://www.d-15344.de/uest1.htm

Das Gelände der Üst1/5:
http://www.d-15344.de/uest1_5.htm

Den in der Nähe liegenden Zugang zum Schalthaus des Sonderkabelnetz MfS haben wir nicht veröffentlicht. Warum sollen dort Andere einsteigen.

Picolo ( Gast )
Beiträge:

19.06.2016 22:38
#12 RE: Üst1/5 antworten

In Erinnerung: Bereitstellung einer Rufnummer von NZ Kdo LSK/LV zur NZ-2. Damals genutzt die Rufnummer 3798 über Leitung PO31847. Diente der NZ-2 als Prüfnummer zum Test der S1-Einwahlen zum Kommando.
In der Regel erreichten wir darüber aber auch den DH Techniker der NZ-2.

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