Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 110 mal aufgerufen
 Fernmelderegiment-14 Fernmeldeabteilung-14
Dozent Offline



Beiträge: 8
Punkte: 16

02.10.2016 17:30
Fernmeldesicherstellung antworten

Wenn dann per 10/90 die Führungsstellen unter anderer Befehlshoheit standen, die SAS+Chiffriertechnik vermeintlich bereits Richtung Moskau zurück gegeben...
Mit welchen Mitteln der gedeckten Truppenführung und mit welcher Nachrichtentechnik wurde denn ab 3. Oktober 1990 im ZGS und den anderen Führungsstellen gearbeitet bzw. bestehende Verbindungen gehalten ?

Ich war dann ja schon nicht mehr involviert und arbeitete bereits in St. Petersburg.

Renegade Offline




Beiträge: 15
Punkte: 15

02.10.2016 17:33
#2 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Gedeckte Truppenführung wie ihr es nennt und versteht war out.
Zwischen Radarführungskommando 3 Fürstenwalde und den vier SOC waren nur unverschlüsselte Systeme im Einsatz. Genau wie von den SOC zu den Sensoren.
Ebenso die grundsätzlichen Fernmeldeverbindungen zwischen den zwei NSOC Standorten.
In dem Bereich war nicht viel mit Geheimhaltung.

Stammgast Offline



Beiträge: 53
Punkte: 65

02.10.2016 17:35
#3 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Die Luftwaffe nutzte, wie Frank schon anmerkte, NATO zertifiziertes Equipment.
Dazu kamen sogenannte Bildschreiber zum Einsatz. Großer Klotz im Format großer Bürokopierer. Papier wie beim Kopierer auflegen- Ziel anwählen (wie fax) und absenden. Empfangsausdruck war dann dokumentenecht und konnte nicht mehr verändert werden. Mit der Zeit waren dann mehrere Geräte im Einsatz. Die in den Abteilungen offen arbeiteten und im Stabsgebäude verschlüsselt.
Bis dann zum Ende 1991 in der Fernschreibzentrale ein zentraler Bildschreiber stand. Um der wilden unkontrollierten Versendung von Dokumenten Herr zu werden. Ab dann kam jede Sendung zum Nachweis.

Für wirklich bundeswehrinterne Kommunikation kam ein HF-Funktrupp zum Einsatz. Der chiffrierte Fernschreiben an höhere Kommandobehörden im Raum Köln/Bonn mittels Funkfernschreib übersenden konnte. Der Trupp war von FlaRak Delmenhorst kommandiert.

Die übrige Kommunikation war offen.

Bodo Offline



Beiträge: 35
Punkte: 51

02.10.2016 17:36
#4 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Wir erhielten ab September 1990 dann auch AutoFü ( automatisiertes Führungsnetz) der Luftwaffe.
Unser Richtfunknetz erhielt dann die Bezeichnung " ESNLw" = Einsatzstammnetz Luftwaffe. Wegen des Analog-Anteils.
Die erste Verbindung Ost-West baute das Regiment-14 mit FM 24/400 von Cölpin bis zur Elbe mit Trupp im Westen. Mit dieser Doppelachse konnten wir 4 Primärgruppen für Autofü- Anschlüsse bringen.
Zwei PG endeten dann in Eggersdorf und 2 PG in Fürstenwalde.
Die Endapparate für AutoFü nennen sich TK-40/20.

Später folgten auch Vermittlungseinrichtungen- nennen sich MX8K.
Eggersdorf, Preschen, Trollenhagen sind als erste Standorte festgelegt wurden.
Die Eggersdorfer MX8K wurde dann im NBG Keller betrieben. Gerät und HVT in den Räumen DNZ/ NBA Führung = der frühere Funkerraum.

Bademeister Offline



Beiträge: 7
Punkte: 7

02.10.2016 17:38
#5 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Auf alle Fälle hatten wir dochn enorme Umbgestaltungsprobleme. Da das entfaltete NVA Fernmeldesystem nicht 1:1 übernommen werden konnte.

max Offline




Beiträge: 74
Punkte: 90

02.10.2016 17:39
#6 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Diese Differenz lag sicher im neuen Anforderungsproblem auf Grund eines neues Stationierungskonzepts begründet.
Denn es blieben ja nur 4x FuTB übrig, die direkt vom Fürstenwalde geführt werden sollten.
Das größte Manko sah ich in der Inkompetenz der nun tragenden ehem. 2.und 3. Reihe von NVA Soldaten. Denn die Könner und Kenner des Fernmeldesystems waren vergrault worden.
Ich will ja den M.T. nicht zu Nahe treten. Aber für die Organisation des Richtfunk und der Fm-Einzelverbindungen war er der falsche Mann. Da keine Ahnung über Zusammenhänge und Grundsätze.

Torsten Offline



Beiträge: 20
Punkte: 32

02.10.2016 17:41
#7 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Die Bundeswehr begann sofort im Oktober 1990 mit glößflächiger Abschaltung der Wohnungsdienst-und Wohnungsanschlüsse.
NVA Regelungen wurden aufgehoben. Nach Verständnis der Bundeswehr war Deutsche Bundespost/Telekom für die allg. Telefonversorgung zuständig und nicht die Streitkräfte. Bis zum 31.12.1990 waren 90% dieser Anschlüsse abgeschalten.

Manfred Offline




Beiträge: 23
Punkte: 31

02.10.2016 17:42
#8 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Manne747 schrieb dazu:

Nun muss man zu dem Thema wissen, das es im Kdo.LSK/LV 2 Arten dieser
Anschlüsse gab.
WDA=Wohnungsdienstanschluss bekamen Leute entsprechend ihrer Dienststellung
(Nomenklatur) und waren kostenfrei für den Nutzer

WA=Wohnungsanschluss musste beantragt und die Notwendigkeit begründet werden.
Die Grundgebühr (hier Leitungsmiete für die postalische Leitung) wurde vom Nutzer getragen.
Dazu kam eine monatl.Pauschale von 9 Mark für Ortsgespräche.
Ferngespräche konnten nur über die Fernsprechvermittlung angemeldet werden und wurden ebenfalls
in Rechnung gestellt. Letzteres traf für WDA ebenfalls zu.

Das Ganze hatte nur eine Ursache : Die Post war nicht in der Lage die nötigen Anschlüsse
zur Verfügung zu stellen.

Klaus-Peter Offline




Beiträge: 20
Punkte: 32

02.10.2016 17:45
#9 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Eine gute Erklärung von Manne747. Aber dieses Detail interessierte bei der Bundeswehr keinen der Verantwortlichen.
Bis dahin hatte sich auch eine überzogene Versorgung mit solchen Telefonanschlüssen entwickelt.
Von Oben bis runter zum Oberst trugen alle die Nase hoch. Alle anderen holten sich Dringlichkeitsschreiben ihrer Vorgesetzten und erhielten dann Wohnungsanschlüsse. Oft war die Tochter (Sohn) dann der eifrigste Telefonierer.
Die technischen Einrichtungen der Dienststellen waren aber für so viele Nutzer der Amtsberechtigung in keiner Weise ausgelegt.

Bleibtreu Offline



Beiträge: 14
Punkte: 14

30.11.2016 21:57
#10 RE: Fernmeldesicherstellung antworten

Zitat von Bodo im Beitrag #4
Wir erhielten ab September 1990 dann auch AutoFü ( automatisiertes Führungsnetz) der Luftwaffe.
Unser Richtfunknetz erhielt dann die Bezeichnung " ESNLw" = Einsatzstammnetz Luftwaffe. Wegen des Analog-Anteils.
Die erste Verbindung Ost-West baute das Regiment-14 mit FM 24/400 von Cölpin bis zur Elbe mit Trupp im Westen. Mit dieser Doppelachse konnten wir 4 Primärgruppen für Autofü- Anschlüsse bringen.
Zwei PG endeten dann in Eggersdorf und 2 PG in Fürstenwalde.
Die Endapparate für AutoFü nennen sich TK-40/20.

Später folgten auch Vermittlungseinrichtungen- nennen sich MX8K.
Eggersdorf, Preschen, Trollenhagen sind als erste Standorte festgelegt wurden.
Die Eggersdorfer MX8K wurde dann im NBG Keller betrieben. Gerät und HVT in den Räumen DNZ/ NBA Führung = der frühere Funkerraum.


Ich hatte in einem anderen Forum gelesen, wie sich ein Richtfunker (West) rühmte der erste Bundeswehrtrupp in der Ex DDR gewesen zu sein. Sie schafften Richtfunkvermaschung Ost-West (S1-Bundeswehrgrundnetz).
Aber die waren nicht die Ersten. Die Luftwaffe war schon lange vorher am Werke. Aber das kannten diese Soldaten des Heeres nicht.
Die ersten wenigen Vermaschungen Ost-West zwischen S1 und GSVBw kamen postalisch .
Darum war auch das Heer darauf scharf, das AutoFüLw mitnutzen zu können. Denn AutofüLw war das Einzige autarke Netz das zwischen militärischen Stellen Ost-West wirklich funktionierte. Ohne Wartezeiten.
Denn im S1 war es wie früher im Fernamt. Früh um 9 ein Gespräch in die alten Bundesländer anmelden und dann kam die Verbindung um 18 Uhr. Leider zum Frust des Anmeldenden, denn der Ansprechpartner West hatte bereits Feierabend.
Damals kursierten sogar Vorstellungen, Leitungen über das Grenzmeldenetz zu schalten und dafür die Grenzmeldenetze Ost und West zu verbinden. Jedoch waren lediglich in Berlin solche Ideen umzusetzen.

 Sprung  
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor