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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 86 mal aufgerufen
 Regionales
Dozent Offline



Beiträge: 10
Punkte: 18

09.10.2016 17:25
Regionalwetter antworten

Das amerikanische und auch europäische Wettermodell simulieren heute eine weitgehend einheitliche Wetterentwicklung im Zeitraum vom 12./17. Oktober. Das Hochdrucksystem über Skandinavien verlagert sich bis zum 13. Oktober weiter nach Westen und positioniert sich im Bereich zwischen England, Island und Grönland. Gleichzeitig wird das Hochdrucksystem von Tiefdrucksystemen auf seinem südlichen Gradienten "unterwandert", wobei sich ein Tiefdruckkern bis zum 15. Oktober über den Azoren festigen kann.
Somit ist das "normale" West-Ost Zirkulationsmuster gestört, was sich mit einem sog. negativen NAO-Index in den kommenden Tagen bestätigen lassen muss. Was ist der NAO-Index? Kurz und knapp: ein positiver NAO-Index bedeutet, dass ein Hochdrucksystem über den Azoren und ein Tiefdrucksystem über Island liegt. Ein negativer NAO-Index beschreibt den umgekehrten Zustand, also negativ. Was für ein Wetter hat ein negativer NAO-Index zur Folge? Davon ausgegangen, dass das Hochdrucksystem sich im Bereich zwischen Grönland und Island befindet, gleichzeitig aber auch tiefer Luftdruck über den Azoren, ermöglicht es weiteren Tiefdrucksystemen über der Barentssee nach Süden in Richtung Mitteleuropa "abzutropfen" und dort wiederum eine Tiefdruckrinne über die Mittelmeerregion bis zu den Azoren aufzubauen. In Vollendung dessen wäre von einer gestörten Zirkulation zu sprechen.
Und genau dieses Szenario simulieren heute beide Wettermodelle im Zeitraum vom 15./21. Oktober. Welcher Wettercharakter wäre dann vorherrschend? Ein Wechselspiel aus Sonne, Wolken und Schauern, wobei die Schneefallgrenze bei nasskalten Temperaturen von +2/+8 Grad durchaus bis auf die mittleren Lagen hinab (400-800 Meter) absinken könnte.

Der normale Wettereinfluß ist West-Ost. Kann es sein, daß das "normale" Wettergeschehen mehr und mehr kippt ? So sich vieles für uns zum Nachteil verändert ?

Juwel Offline




Beiträge: 33
Punkte: 60

11.10.2016 13:20
#2 RE: Regionalwetter antworten

Ich meine, hier sind Vorzeichen für gefährliche Wetterlagen.
Denn das alte Wetterschema West-Ost Richtung bringt uns gemäßigtes Klima Bedingt durch den Golfstrom.
Diese Ostwetterlage bringt in der Regel zum Winter viel Kälte- im Zusammenspiel mit Mittelmeertief kommen Regenwolken, die dann kältebedingt sehr viel Schnee produzieren.
Insoweit steht uns ein Jahrhundertwinter 2016 ins Haus.

Putin wird uns schon zeigen das wir sein Gas brauchen.

Lothar Offline



Beiträge: 19
Punkte: 31

07.11.2016 00:08
#3 RE: Regionalwetter antworten

Wetterlagen wechselten sich "früher" etwa alle 7 bis 14 Tage ab und im Sommer und Winter gab es auch häufiger Wetterlagen, welche über 21 Tage bestand haben konnten. Blickt man auf die jüngste Vergangenheit, so stellt man fest, dass die Großwetterlagen beständiger werden - dabei spielt es keine Rolle, ob tiefer oder hoher Luftdruck vorherrschend ist. Auch auffällig ist, dass früher Westwetterlagen dominierten, während es heute eher Südwestwetterlagen sind, aber auch Tiefdruck über Mitteleuropa (TM) kommt nun häufiger als früher vor. Gleichzeitig steigt die Wetteraktivität im Bereich zwischen dem östlichen Kanada, Neufundland und Grönland /Island an, was das Azorenhoch weiter über die Mittelmeerregion verlagert. In Folge dessen kommt es anstatt zu einer Westströmung zu einem südwestlich orientierten Zirkulationsmuster. Und kommt die Luft aus Südwesten, so ist diese in der Regel auch wärmer, als wenn sie aus westlichen Richtungen kommen würde.
Betrachtet man das Jahr 2016, so waren 9 von 10 Monaten bislang zu warm, erst im Oktober gelang die Umkehr und wie bereits weiter oben beschrieben, könnte auch der November 2016 insgesamt auch zu kalt, bzw. normal ausfallen. Es hat sich also etwas verändert und hält das Ausgleichsverhalten nun auch noch bis zum Dezember an, so steigt die Wahrscheinlichkeit einer veränderten Zirkulationsstruktur auch über die Wintermonate. Warum? Sie festigt sich und hat somit genügend Zeit um fakten zu schaffen. Je früher und mehr Schnee also über Skandinavien, dem westlichen Russland und Sibirien liegt, desto höher die Wahrscheinlichkeiten für ein Hochdrucksystem über diesen Bereichen, was wiederum den Kälteeffekt über diesen Regionen verstärkt und nachhaltiger macht. Eine Westwetterlage müsste in diesem Fall dann schon einiges an Energie aufwenden, um den "normalen" Zirkulationsstrom wiederherzustellen. Übrigens kam im Winter 2009/2010 es zu einer ausgeprägten kalten Erhaltungsneigung, bei der der Dezember, Januar und Februar allesamt zu kalt ausfielen und somit der Winter ein Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -1,1 Grad aufwies. Der darauffolgende Winter war mit einer Abweichung von -0,4 Grad schon etwas wärmer, jedoch hielt der Winter Ende November schon Einzug und hatte auch noch über den Dezember, inkl. einer weißen Weihnacht in fast ganz Deutschland, Bestand.

Zusammenfassend muss sich hinsichtlich der Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten im November noch zeigen, wohin die Reise gehen kann. Vieles spricht aber dafür, als ob nun eine kühlere Phase für eine Zeit lang Bestand haben kann. Zusammen mit der Statistik ergibt sich daraus ein zweiter Hinweis eines möglicherweise normalen bis zu kalten Temperaturverlaufs des Winters 2016/17.
Was spricht der Theorie vom Trend eines normalen, bzw. zu kühlen Winter 2016/17 entgegen? Der Klimawandel!
Die Langfristmodelle sind sich weitgehend einig: der Winter 2016/17 wird nach deren Berechnungen wohl zu warm ausfallen. Allen voran das CFSv2 Modell, welches den November mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad noch mit normalen Temperaturen berechnet. Der Dezember hat aber schon eine Abweichung von +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen, der Januar und der Februar 2017 mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. Nur unwesentlich anders sind die Berechnungen des IRI Modells, des Modells des DWD und der des METOffice - im Schnitt gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen erneut zu milden Verlauf des Winters 2016/17. Einzig und allein das Langfristmodell der NASA berechnete in den letzten Wochen einen normalen bis leicht zu kalten Temperaturverlauf für den Winter 2016/17, zwischenzeitlich schwenkt das Modell nun aber auch in Richtung zu warm (Abweichung von +1/+3 Grad). Betrachtet man das Niederschlagsverhalten in den Wetterprognosen der Langfristmodelle , so zeigt sich in allen eine normale bis leicht positive Niederschlagsentwicklung über die Wintermonate von Dezember bis Februar. Dabei zeigt sich von England, Skandinavien über Deutschland bis über das östliche Europa eine erhöhte Niederschlagsaktivität. Möchte man das interpretieren, so ergibt sich daraus eine höhere Wahrscheinlichkeit dominanter Südwest- bis Westwetterlagen, welche sicherlich auch mal durch kältere Phasen unterbrochen werden können. Was für Auswirkungen hat ein +1/+3 Grad zu warmer Winter? Etwa um 0,6 Grad steigt, bzw. sinkt die Temperatur je 100 Meter. Liegt die angenommene durchschnittliche Schneefallgrenze im Winter bei rund 600 Meter, so läge diese bei einem Temperaturüberschuss von +1/+3 Grad zischen 750 bis 1.100 Meter.

Marinetaucher Offline



Beiträge: 13
Punkte: 29

05.02.2017 18:58
#4 RE: Regionalwetter antworten

Der Winter kehrt zurück: Auch wenn Meteorologen in vier Wochen bereits frühlingshafte Temperaturen erwarten, muss Deutschland ab Montag laut Prognose wieder richtig bibbern. Bis zu minus 15 Grad sind in Teilen des Landes möglich - zudem bleibt es glatt.
Ursache dafür ist ein Hochdruckgebiet über der Ostsee, das eiskalte Luft aus Osteuropa nach Deutschland bringt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach mitteilte.
Vor allem im Erzgebirge, den Alpen und dem Zittauer Land gibt es bereits ab Montag schon strengen Frost. Dabei sinken die Temperaturen nachts auf Werte um minus 15 Grad. Über Schneeflächen kann es sogar noch kälter werden. Tagsüber bleibt es im Südwesten mit bis zu acht Grad vergleichsweise mild, nachts gibt es aber auch dort leichten Frost.
Schnee oder Regen gibt es hingegen nur noch selten. Am Montag kommt es höchstens zwischen Nordsee und Erzgebirge, am Dienstag vom Niederrhein bis zum Bodensee zu leichtem Niederschlag. Dabei liegt die Schneefallgrenze zwischen 500 und 700 Metern. Autofahrer sollten sich also weiterhin auf glatte Straße einstellen.

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