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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 51 mal aufgerufen
 Forum zu LSK
Stammgast Offline



Beiträge: 82
Punkte: 106

20.10.2016 23:05
Frequenzangelegenheiten Fliegerkräfte antworten

Nicht nur die zentrale Frequenzkommission in der DDR behandelte Frequenzfragen. Militärische Angelegenheiten waren im Rahmen der Vereinten Streitkräfte zu klären.

Hier ein Auszug Protokoll zu so einer Tagung. Ich habe auch das Original in Russisch. Aber leider hat mein Scanner die Hufe hoch...
Zitatbeginn Vs-Nr: A593 667 :
Entsprechend dem Plan,der bestehenden Praxis und der Reihenfolge der Durchführung, fand in der Zeit vom 14. bis 17. November 1983 im Hauptstab der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik das Arbeitstreffen zu Fragen der Regelung der Frequenznutzung der Flugfunkverbindungen und Funknavigation (Abstimmung Funkjahr 1984/85) sowie zur Ermittlung und Beseitigung von Funkstörungen der Fliegerkräfte statt.
An dem Arbeitstreffen nahmen Vertreter der Funkfrequenzorgane des Stabes der Vereinten Streitkräfte, der UVA, der NVA der DDR, der PA, der Streitkräfte der UdSSR, einschließlich der Gruppen der sowjetischen Streitkräfte, und der CVA teil.

Im Verlaufe der Arbeit, die auf die Erhöhung der Gefechtsbereitschaft und die Stabilität der Führung der Fliegerkräfte gerichtet war, wurde eine Analyse der funkelektronischen Lage in der Westrichtung im Bereich der Flugfunkverbindung und der Funknavigation sowie der im vergangenen Funkjahr bei den Flugfunkverbindungen aufgetretenen Störungsfälle durchgeführt.
Es wurden Fragen des möglichen Einflußes des UKW-FM-Hörrundfunks im Bereich 100-108 MHz auf die Systeme des Flugnavikationsfunks und der Flugfunkverbindungen untersucht.
Die Einsatzräume und die Nutzungsfristen jeden Frequenznominals in den Frequenzbereichen 100-150 und 220-390 MHz wurden präzisiert.
An Hand der Abstimmungsergebnisse wurden die Pläne der Flugfunkverbindungen der Militärfliegerkräfte der UVA, der NVA der DDR, der PA, der Gruppen der sowjetischen Streitkräfte und der CVA korrigiert.

Von allen Teilnehmern wurde hervorgehoben, daß die Arbeitstreffen, auf denen die Korrektur des Frequenzverteilungsplanes im UKW-Bereich, hervorgerufen durch Veränderungen der operativen und der funkelektronischen Lage in der Westrichtung durchgeführt wird, in bedeutendem Maße zur Erhöhung der Stabilität der Führung der Fliegerkräfte und zur Verringerung unbeabsichtigter Störungen in den Flugfunkbetzen beitragen.

Die dem Arbeitstreffen gesellte Aufgabe wurde in vollem Umfang erfüllt.

Eine Aufstellung der Frequenzveränderungen ist beigefügt.

Zitatende.

Stammgast Offline



Beiträge: 82
Punkte: 106

20.10.2016 23:08
#2 RE: Frequenzangelegenheiten Fliegerkräfte antworten

Die Anlage brachte dann die Aufstellung der Frequenzänderungen mit 60 Positionen.
Wie:
01. 118,25 MHz CSSR in Kosice
DDR nördliches Territorium

-- die Frequenz war also 2x vergeben -

oder
05. 118,667 MHz UdSSR GSSD im südlichen Territorium der DDR

oder
12. 119,50 MHz UdSSR Nordgruppe im nördlichen Territorium VRP


oder
45. 129,50 MHz DDR LSK, Rostock
-- also für JBG-77/ MFG-28---

Ungarn gehörte zu Truppen in Westrichtung.

Richtfunker Offline



Beiträge: 28
Punkte: 36

23.10.2016 20:30
#3 RE: Frequenzangelegenheiten Fliegerkräfte antworten

Aber auch praktische Test von Technik und Frequenzen waren auf der Tagesordnung.
So erfolgte eine meßtechnische Untersuchung zur Ermittlung gegenseitiger Störbeeinflussung zwischen mobilen Richtfunkstellen FM 24/400 und dem Flugfunk.
Dies war vor Einführung der Technik.
Am 14. März 1977 fanden dazu im Raum Strausberg- Fürstenwalde entsprechende Untersuchungen statt.
Test-Teilnehmer waren:
OSL Keye für Verw. Nachrichten MfNV
OSL Josupeit für CNF Kdo LSK/LV
OSL Jürgens für Kdo LSK/LV
OSL Fröhlich für ZfN
Herr Mosshammer für ZFK
Herr Dr. Spitzner für MTI

Zwei Richtfunkstellen FM 24/400 ( Erprobungsmuster vom VEB Robotron)
Eine AN-2 mit Meßtechnik

Die Richtfunkstrecke war durch zwei Trupps herzustellen. Aufbauort A im Kdo LSK/LV Höhe überNN 75m und
Aufbauort B in Rauensche Berge auf unserem Aufbauplatz mit Höhe über NN 140m.
Länge des Funkfeldes: 29,6km
An beiden Aufbauorten war je ein Antennenmast mit 20m errichtet.
Frequenzmittel: 444 MHz, 24-Kanal-Betrieb, Frequenzhub von 35KHz und Bandbreite von 1,1 MHz.

Die AN-2 überflog von A-B die Richtfunkstrecke in unterschiedlichen Höhen- einen Halbkreis um Fürstenwalde und dann mit Abstand Richtung Strausberg zurück. Auf der Maßstrecke waren 16 Meßpunkte festgelegt.
An jeden Meßpunkt erfolgte auch ein erfassen subjektiven Eindruck durch Abhören eines Kanals nebst Veränderung des des Signal-Geräuschverhältnisses im TF-Band bei 50 KHz gemessen. So das wir auch die Störeinstrahlung Flugfunk zum Richtfunk ermitteln konnten. Parallel dazu wurde das Maximum der Störfeldstärke bei Überflug und der eventuelle Verlauf des Störspektrums gemessen.

Dabei war festzustellen, der Betrieb der Rifu-Strecke wird durch den Flugfunk beeinflusst. Der Grad der Beeinflussung war abhängig vom Frequenzabstand zwischen Betriebsfrequenz Flugfunk und Arbeitsfrequenz FM 24/400.
Im Beispiel war Flugfunk 444 MHz. Der Empfänger FM 24/400 war zunächst auf dieser Frequenz und wurde dann soweit verstellt bis keine Störung mehr auftrat. Damit ergab sich ein gestörter Frequenzbereich 435,5-454,25 MHz.
Und der Grad der Beeinflussung war Abhängig vom Abstand zwischen Überflugpunkt und Empfangsantenne sowie vom Winkel
So das bei Überflug der Richtfunkstrecke ungefähr auf halber Strecke bei Punkt 7 die Richtfunkstrecke ausfiel, da bei Signal-Geräuschabstand kleiner 35 dB Dienstkanal und TF-Übertragung gesperrt werden. Dauer: 50s.
Störungen waren bei Steigflug der AN-2 noch im Abstand von 30km wahrnehmbar.
Die Störungen traten unabhängig von Polarisation der Rifu-Antennen auf.

Jedoch beim Überflug Abweichungen des Höhenmessers der AN-2 auf, wie beim Flug von Bodenunebenheiten.Jedoch wurde der Höhenmesser insgesamt nicht gestört.

Im Ergebnis der Messungen konnten terriroriale Schutzzonen für FM 24/400 festgelegt werden. Alle Flugzeuge mit RW-2 Höhenmesser mussten diese Regelungen einhalten.
In der militärischen Praxis waren solche Regelungen aber auf Dauer und übers Territorium nicht durchsetzbar.
Insgesamt wurde jedoch der gestörte Frequenzbereich für FM 24/400 zu Gunsten RW-2 gesperrt. Damit konnte FM 24/400 nir bis 430 MHz genutzt werden.
So das wir nur diesen Frequenzbereich für die Trupps nutzen konnten, wenn in der Region keine oder geringe Flugsichte herrscht.

Richtfunker

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