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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Forum zu LSK
Kleinert Offline




Beiträge: 21
Punkte: 33

26.10.2016 21:18
Armeefliegerkräfte antworten

Die Armeefliegerkräfte blieben ein Teil der LSK. Auch wenn sie formal den Landstreitkräften unterstellt wurden.
Daher platziere ich den Beitrag unter "LSK".
Armeefliegerkräfte waren die Kampfhubschrauberverbände.

Die Aufstellung der Armeefliegerkräfte begann mit Aufstellung des damaligen Hubschraubergeschwader 54. Dieses war damals neben dem HG-34 dem Chef Hubschrauberkräfte beim Chef LSK im Kdo LSK/LV unterstellt.
Anfang der 80ger Jahre folgte die Aufstellung des FOFAFK = Führungsorgan der Front-und Armeefliegerkräfte. Im Kern aus dem Personal der B/A/D des Kdo LSK/LV, die bereits für die Führung und Sicherstellung der Hubschrauberkräfte zuständig waren.
In diesem FO konnten dann das Kampfhubschraubergeschwader KHG-57 Basepohl und KHG-67 in Cottbus aufgestellt werden. Beide Geschwader mit je 2 Staffeln. In der Folge 1 Staffel Mi-8T und 1 Staffel Mi-24.
Dem folgte ab 1983 gedeckt die Aufstellung der 3. Staffel aus Mi-8 und Mi-2 für Aufgaben der Aufklärung u. Führung. Ab 1984 ergänzt um Mi-9 als fliegende Führungstellen.
Das KHG-57 flog operativ für die 5. Armee (NVA).
Das KHG-67 flog operativ für die 3. Armee (NVA).
Zentral geführt durch Gefechtsführungszentrum (GFZ) im Kdo LSK/LV und vor Ort im Feld durch Gefechtsführungsgruppen (GFG) aus Offz. des FOFAFK und der Landarmeen.
Bedeutet: Im Einsatz hatte der Führungspunkt des FOFAFK eigentlich nichts mehr mit den im Einsatz befindlichen Hubschraubern zu tun.
Ab 1984 begann die Aufstellung der Dienstposten "Chef Armeefliegerkräfte" im Kdo LasK und im MB-3 und MB-5 für 3. und 5. Armee. Nachfolgend dann die schrittweise Überführung der KHG in Unterstellung zu den LasK. Diese Unterstellung betraf aber nur den operativen Bereich. Denn für Bewaffnung, Instandsetzung, Garantie, Flieg. Ausbildung etc. blieb das Kdo LSK/LV bzw. in dessen Auftrag das FOFAFK/FOFMTFK zuständig.
Im Zusammengang mit Bildung Chef Armeefliegerkräfte der NVA Landarmeen erfolgte die auch die Bildung von VGS = Vereinte Gefechtsstände FK/TLA.
VGS FK/TLA 3.Armee = "Juwel"... später "Lokon" in Leipzig
VGS FK/TLA 5. Armee = "Hallenturnier".... später " Konsol" in Neubrandenburg.
Neben dieser stationären Variante war auch eine Feldvariante im Einsatz.

Bei der Gelegenheit fällt mir eine Diskussion zu einem aufgefundenen VGS der 3. Stoßarmee der GSSD ein.
Vergleichbare Diskussionen zu den VGS der NVA fehlt vollkommen. Wer Wo Was und Wie ???

Mit Unterstellung zu den LaSK änderten dich dür die Geschwader die Takt. Bezeichnungen:
KHG-57 Basepohl wurde KHG-5 der 5. Armee ( Landschaftsgärtner) mit Geschwadergefechtsstand ( Leidensweg )
KHG-67 Cottbus wurde KHG-3 der 3. Armee. ( Glasfaser ) mit Geschwadergefechtsstand ( Paßkontrolle)


Kurz darauf erfolgte die Ausgliederung der jeweils 3. Staffel als selbständige Staffeln der Führung und Aufklärung:
HSFA-5 Basepohl = Tariflohn mit Führungspunkt (Reithose)
HSFA-3 Cottbus = Bohnerbürste mit Führungspunkt ( Ofenrohr )

Dann erfolgte Neuaufstellung der 3. Staffeln der KHG, ebenfalls mit Mi-24 ausgestattetet.

Soweit ein kleiner Exkurs.
Da die Geschwader und Staffeln im Einsatz operativ unterwegs waren, wie und wo waren dann deren Gefechtsstände /Führungspunkte.?

Kleinert

Franzburg Offline



Beiträge: 17
Punkte: 37

26.10.2016 21:24
#2 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Beide KHG hatten als 1.Führungspunkt einen GS auf dem Gelände.

Klosterbruder Offline



Beiträge: 29
Punkte: 29

26.10.2016 21:28
#3 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Die Strukturen der AFK gab die Sowjetarmee vor. Speziell der Oberkommandierende der Truppen (Front) legte fest mit welchen Kräften er den Kampf gestalten will.
Dabei ist zu berücksichtigen, die NVA AFK waren auch nur ein Teil der (NVA) Armeen und nur in diesen Handelnder. Dieser Fakt auch ersichtlich an den DDR-Tarnnamen.
Aber in Übungen und nachträglich in Dokumenten archiviert: Die Zusammenführung der Kampfhubschrauberkräfte unter einheitlicher Führung des Chef Fliegerkräfte der Front.
Dieser Umstand ersichtlich in den Umstrukturierungen der HSK in der GSSD. Unter anderem mit der Zusammenfassung von sst. Staffeln der Divisionen zu zentralisierten Geschwadern.
Dieser Schritt ging auch an NVA nicht vorbei. Da 1988 beginnt konnte die Struktur im NVA Bereich nicht mehr greifen.

AFK = Armeefliegerkräfte
HSK = Hubschrauberkräfte

Hans-Werner Offline



Beiträge: 16
Punkte: 32

26.10.2016 21:31
#4 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Auch in NVA waren Staffel mit Mi-24 für Divisionen vorgesehen. Zuerst für die Panzerdivisionen um die Schlagkraft der Stoßkräfte zu erhöhen und gegnerische Panzerverbände im Vorfeld auszuschalten.
Für PzDiv Torgelow war im Plan der FP Basepohl....
Für PzDiv Dresden war im Plan der FP Cottbus....

Jeder Staffel war ein 1. Einsatzflugplatz zugewiesen, der bei höheren Stufen zu beziehen war und im Feld-Bereitstellungsraum der Division lag.
Einsatzführung oblag auch hier einer Gefechtsführungsgruppe vor Ort. Die im Falle der Vorwärtsbewegung (Angriff) der Division per Mi-9 die Einsätze koordinierte.

Das wäre eine harte Nuß für NATO-Verbände geworden wenn Mi-24 den östlichen Stoßkräften den Weg frei gekämpft hätte

Tommy Offline




Beiträge: 20
Punkte: 32

26.10.2016 21:34
#5 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Wir haben jetzt ein GVS-Dokument aus einem Einsatzkoffer ZWGS (HFS) in dem zum Thema Flugsicherung bereits die Kampfhubschrauberstaffeln für JEDE NVA Land-Division mit höheren Stufen der GB ( aktiv) ausgewiesen sind. Insoweit sehe ich dann die einstigen Beiträge von WS dazu als zutreffend an. Diese Struktur war nicht nur Planung, sondern bereits Realität.

PeterPan Offline



Beiträge: 15
Punkte: 15

26.10.2016 21:37
#6 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Dazu ergänzend. Bisher bei Historikern wohl nicht bekannt.
Das Hubschrauberausbildungsgeschader-35 ( HAG-35) in Brandenburg ging bei höheren Stufen GB aus Unterstellung OHS heraus und wurde Teil der Armeefliegerkräfte.
Das Geschwader handelte vom Manöverflugplatz mit 6 Staffeln. Jede Staffel vom Einsatzflugplatz.
1 HS-Staffel für 1. MSD
1 HS-Staffel für 4. MSD
1 HS-Staffel für 7. MSD
1 HS- Staffel für 8. MSD
1 HS-Staffel für 9. MSD
1 HS-Staffel für 11. MSD

KHG-5 war Teil Einsatzformat der 5. Armee und flog in der Regel für 9. PD.
KHG-3 war Teil Einsatzformat der 3. Armee und flog in der Regel für 7. PD.

Hugo Offline




Beiträge: 20
Punkte: 32

26.10.2016 22:07
#7 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Und bitte, "VGS" ist kein Vorgeschobener Gefechtsstand sondern der Vereinte Gefechtsstand FK/TLA.

Dan000 Offline



Beiträge: 20
Punkte: 28

26.10.2016 23:04
#8 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Immerhin blieb auch der Anteil Flugsicherung und Wetterberatung der Armeefliegerkräfte in den Händen der LSK/LV.
Bedeutet, die beiden KHG verfügten über Fernmeldeverbindungen zu den GS-31 und GS-33 sowie zur VHZ-14. Ohne Genehmigung der VHZ-14 hob kein Hubschrauber ab.
Zur Einsatzführung erhielten die VGS FK/TLA die Luftlage mittels System MIDA32 vom GS-31 bzw. GS-33 übermittelt- ZGS LSK/LV übertrug MIDA-Luftlage zum VGS FK/TLA im Kdo LaSK. Denn das war ein Element der Besonderen Gruppierung Berlin.

So ein VGS hatte Personalbestand von 5 Offz/ 4 BU. War also schmal aufgestellt.

Omega3 Offline



Beiträge: 19
Punkte: 19

28.10.2016 23:37
#9 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Die NVA HS-Flugplätze waren analog den anderen Flugplätzen mit FMP/NMP ausgestattet.
Bei den Freunden war eine etwas andere Ausstattung. Enige FP der GSSD verfügten vorgelagert in Westrichtung ( bis 10km) vorbereitete Stellungen der Hubschrauberleitstelle. Die war dann in einer P-40 integriert. Ich erinnere mich an Nohra, als uns diese Art der Verlegung vorgeführt wurde. Die HLst stand auf einem Hügel in der Nähe der Fernverkehrsstrasse Richtung Erfurt. Aufgabe war, den Luftraum um Erfurt zu umfliegen und die HLst lenkte die HS unter Berücksichtigung des Flugverkehrs vom/zum Erfurter Flughafen.
Hintergrund war wohl die andere Organisation der Flugsicherung bei der GSSD. Bei der die Flugplätze der LSK/LV und Zivilflugplätze der Region zu den Heeresflugplätzen unzureichend in das Flugsicherungsnetz eingebunden waren.
Bei uns meldeten die Tower der HG jeden Start/jede Landung/ jede Platzrunde an jeden nächstgelegenen Flugplatz-Tower und zur VHZ-14.
Bei GSSD flogen die HS einfach los und eine kleine Koordinierung ging nur zum Vorgesetzten ( Bsp. OPZ der Armee). Darum brauchte GSSD dann vorgelagerte Leitstellen um Flugvorfälle auszuschließen.

Bighorse Offline



Beiträge: 9
Punkte: 13

28.08.2017 13:08
#10 RE: Armeefliegerkräfte antworten

Ich täte gern HAG-35 als HG-35 etwas mehr beleuchten.
Das Geschwader hatte von FP Brandenburg auf einen Manöverflugplatz zu verlegen und dort war durch FTB-35 ein Landesystem OSP(k) für Hubschrauber zu entfalten. Dem FTB war ein NF-Zug (NF= Nachrichten u. Flugsicherung) für dem Manöverflugplatz unterstellt.
Die typische Anordnung war: SKP mit extra R-845, APM90 und in der Fluglinie ARP 11+PAR 9+KNS 4.

Jede der 6 Hubschrauberstaffeln der MSD hatte auf dem Einsatzflugplatz zur Verfügung:ARP 11+PAR-9 plus R845 und daneben R809 sowie eine R142.

Jede der 6 Staffeln hatte zudem Teile des FTB vor Ort, wie je 1 NF-Zug. Dabei war zu beachten, dass der NF-Zug der 5. HS erst mit Mob aufgestellt wurde.

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