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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 50 mal aufgerufen
 Fernmeldetechnik
Marco Offline



Beiträge: 17
Punkte: 21

25.11.2016 00:19
Fernschreib-Übertragungstechnik antworten

die Übetragungstechnik WTT/Z war eine Übertragungstechnik für Wechselstromtelegrafie. Leider ist dazu auch im web kein Foto präsent.

Der Schrank war etwa 2,50 Hoch und 1,50 Breit. Diente zur Übertragung von Fernschreibverbindungen mit 50 Baud Übertragungsgeschwindigkeit.
Etwa in der Mitte - so in Brusthöhe- verfügte der Schrank über ein Schaltfeld, an dem diverse Schalt-/Meßpunkte ausgeführt waren und mit Brückensteckern durchgeschalten werden konnten. auch die Brückenstecker verfügten über Prüf/Meßbuchsen oben auf.
Mit am Schaltfeld integriert war linksseitig ein Telefonhörer- dorthin konnten Dienstverbindungen geschalten werden zur besseren Kommunikation bei Störungen und Messungen mit der Gegenstelle.

Unter dem Schaltfeld waren die Kanalkassetten der Wechselstrom Telegrafie Einrichtung steckbar untergebracht. Die Kanalkassetten verfügten nach meinem schwachen Gedächtnis über eine Anzeige- in dem bei Betrieb der Zeiger immer hin und her pendelte von Minus (blau) und Plus (rot) Bereich. bei Störungsmeldungen konnte der Techniker bereits oft vorab erkennen, ob die eigene Fernschreibendstelle Dauerstrom sendet und das FSG ggf. tauschen mußte.
Im diesem Schrankteil waren 12 Kanalkassetten untergebracht. Damit konnte eine WT-Grundleitung mit 12 Fernschreibkanälen formiert werden.
Diese Positionen konnten auch auf 2 WT-Grundleitungen mit je 6 Fernschreibkanäle geteilt werden.

Im oberen Schrankteil waren sogenannte "Antw" untergebracht in steckbaren Kassetten.
Was war "Antw" ausgeschrieben ? Anschaltgerät-Telegrafie-Wechselstrom ?
Jedenfalls wurde dieses Ding gebraucht, um an einen Fernschreibkanal ( Bsp. einer der aus dem unteren Schrankteil ) auf eine Fenschreibmaschine zu schalten.
Die "Antw" stellte die Verbindung her zwischen der 4-Draht Seite des Fernschreibkanals und der 2-Draht-Seite zur Fernschreibmaschine inkl. der 60 V Versorgung.
Also ohne "Antw" lief keine Fernschreinmaschine auf einer Fernleitung, keine NVA oder S1 Telex, keine Ziviltelex- soweit diese über eine WT-Grundleitung geschalten waren.
Im oberen Schrankteil waren 12 Antw untergebracht. Immer zwei nebeneinander und 6 Antw in der Höhe.
Für SAS-Fernschreib galten andere Bedingungen.
Sowohl die Fernschreibkanäle des unteren Schrankteils und deren WT-Grundleitungen waren schaltbar im VZ der Üst aufgelegt.
Auch die "Antw" des oberen Schrankteils waren mit der 4-Draht und der 2-Draht Seite schaltbar im VZ der Üst aufgelegt.

War in Üst Eggersdorf bis 1989 im Einsatz. Die Üst Eggersdorf verfügte über 6 dieser WT-Schränke
Zuletzt war nur noch die TPN-18 nach Strausberg 1 dort drauf.

Stammgast Offline



Beiträge: 58
Punkte: 70

25.11.2016 00:25
#2 RE: Fernschreib-Übertragungstechnik antworten

WTT/Z hatte so ihre Tücken. Besonders bei den Antw, da dort 2 Relais steckten. Diese blieben ganz gerne mal in einem Schaltzustand hängen und prompt funktionierte die FSM nicht mehr. Konnte nicht fort wählen oder lief durch. Dieser Fehler kam meist erst zum Vorschein, wenn der Mech. vergebens scbon 1 Stunde an der FSM in der Fernschreibstelle rumgedocktert hatte. Der Teufel lag eben im Detail.

Mrozek Offline



Beiträge: 18
Punkte: 22

25.11.2016 00:27
#3 RE: Fernschreib-Übertragungstechnik antworten

DV-44/18.-
Instandsetzung des Wechselstromtelegrafie-Gerätes WTT/6

War auch für WTT/24 und WTT/Z eine DV herausgegeben ?
Mir ist dazu nichts geläufig .

P-300 Offline



Beiträge: 13
Punkte: 21

25.11.2016 00:29
#4 RE: Fernschreib-Übertragungstechnik antworten

Ich kenne auch keine.
WTT-6 wurde 1964 in NVA eingeführt und war wohl auch auf den ersten TF/WT-Trupps 8/6.
Im Zweidrahtbetrieb konnte WTT-6 nur 2 Fernschreibkanäle übertragen.
Im Vierdrahtbetrieb konnte WTT-6 jedoch 6 Fernschreibkanäle übertragen.
Ich denke, dass dieser Einsatz auf Militärtechnik als TF/WT Trupp führte dazu, eine DV aufzulegen.

Denn WTT/24 und WTT/Z waren posttypische Übertragungstechnik und waren daher nicht im NVA-Gefüge zu händeln. Im Detail gab es dafür das Postvorschriften/Betriebsanweisungen. Die dann auch in (militärischen) Üst als posttypische Üst galten.

Nachfolger der WTT-6 kam dann 1976 als MWT-6 mit Frequenzmodulation. War für 6 Kanäle ausgelegt.
Was sich in heutger Literatur kaum wiederspiegelt, zur MWT-6 gehörte MAS-6 als mobile Anschalteinheit mit 6 Anschalteinrichtungen. Da sonst keine Fernschreibmaschiene an der MWT-6 betrieben werden konnte.
Auf den Trupps stand MAS-6 auch immer über oder unter der MWT-6.
Ergänzend: Mobiler Verbindungsprüfsatz MPS 6 war auch noch vorhanden.
Mit auf den Trupps hatten wir auch MWT-1/2. Das 1/2 hatte nichts damit zu tun das mal 1 oder mal 2 Fernschreibkanäle betrieben werden konnten- in Abhängigkeit von 2Dr oder 4Dr Betrieb.
Sondern- so habe ich die Sache auf der U-Burg mal gelernt, dass 1x 1 Fernsprehkanal mit 2 Fernschreibkanälen mittels dieser MWT übertragen werden konnte. Aus diesem arbeitete die MWT 1/2 im Gegensatz zur MWT-6 im Amplitudenmodulationsverfahhren. Um eben den Fernsprechkanal bei 0,3-3,4 Khz mit einzubauen. Zur MWT 1/2 gehörte auch eine MAS-2 für den Betrieb der Fernschreibmaschinen.
Angeblich soll MWT-1/2 über UKW-Funk im Zweidahtbetrieb übertragen können mit eingebauter autom. Sende/Empfangsumschaltung. Glaube ich nicht. Denn ich kenne weder den Schalter dafür noch könnte ich den Sinn verstehen. Oder habt ihr das Gerät in solchen Einsätzen erlebt ?

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