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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 5.Luftwaffendivision
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Mäusebaron Offline




Beiträge: 18
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12.02.2017 11:36
Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Luko war ab = am 03.10.90 formiert aus VHZ-14 zur Durchsetzung der bundesdeutschen Lufthoheit gegenüber den russ. Truppen.
VHZ-14 = Vereinte Hauptzentrale 14 als DDR-Sektion der Hauptflugsicherungszentrale (GSSD) in Wündorf. Gegründet 1974.
Aufgabe: Koordinierung der militärischen Flüge auf dem Gebiet der DDR. Quasi die milit. Flugsicherung der DDR zum Gegenpart der zivilen Flugsicherung in Berlin-Schönefeld.

Die WGT musste ab 3.10.90 jeden Flug bei Luko anmelden und durfte nur fliegen wenn von Luko die Freigabe vorlag. Am Anfang gab es große Probleme. Denn GSSD/WGT konnte vor 3.10.90 fliegen wie sie lustig waren und wie der jeweilige Kommandeur Laune hatte.
sowjetl/russ. Flüge hatten nämlich Vorrang.
Auf einmal sollte damit Schluß sein !
WGT-Kommandeure Kraft ihrer Wassersuppe..... ließen ihre Maschinen trotzdem starten.
Dann holte die Bundeswehr den ganzen fliegenden Bestand wegen unklarer Luftlage herunter und verhängte einige Tage Flugverbot.
Sie ( die WGT) lernten sich unter zu ordnen.

Luko hatte damit etwas andere Aufgaben wie die VHZ. Konnte Lagebedingt aber auf die Koordinierung mit dem russ. sprechenden Ex NVA-Personal nicht verzichten.

Im Gebäude (VHZ) war die alte Arbeitsgruppe aus ex NVA Offizieren und Unteroffizieren.
Im WKK Zossen saß der Stab = die Bundeswehr Entscheider. Dort wurde aber nichts technisch hochgerüstet, wie in manch anderen Foren zu lesen ist.
Denn Kaserne Wünsdorf galt immer noch als exterritorisal und im Spannungsfall wäre jeder Bundeswehroffiozier (West) dort sofort interniert worden. So entschied die Luftwaffenführung ein 2 Standorteprinzip einer TuK in Zossen und einer Dienstbasis im Russenobjekt Wünsdorf-

Kurier Offline



Beiträge: 12
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12.02.2017 11:53
#2 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Ja, die Hauptflugsicherungszentrale in Wünsdorf war ein Teil der 16. Luftarmee.
Dort war dann der sowjet./russ. Sektor- wobei der Sektorkommandeur gleichzeitig der Kommandeur der Hauptflugsicherungszentrale war.
Und eine NVA-Sektion als VHZ-14.- wobei der Sektorchef gleichzeitig Leiter der VHZ-14 war im Dienstgrad Oberst-
Ich hatte gelesen, VHZ sei auch im Bunker Nikel gewesen. NIE.

Eher der NVA-Sektor, das war zuvor die Gruppe Flugsicherung im ZGS LSK/LV.
Der sowjet. Sektor war zuvor Gruppe Flugsicherung der 16. Luftarmee in deren oberirdischen Gefechtsstand.

Als Kuriere des Kommandos waren wir oft genug als Sonderkurier nach Wünsdorf unterwegs.

Signum Offline



Beiträge: 31
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12.02.2017 11:57
#3 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Es war 1990 die selbe Ausrüstung, die selben Arbeitsplätze, Telefone, Monitore, die selben Personen...

Ziviles AFTN nach Berlin-Schönefeld war gekappt. Das bisherige milit. System mit Ableger zur GSSD/WGT-Gruppe war nicht gekappt.
MIDA mit dem Luftlagebild lag an zur Überprüfung der freigegebenen Flüge.
AFTN der milit. Flugsicherung (Fernschreib) aus den alten Bundesländern lag an.
Die Fernsprechdirektleitungen u. Fernschreibdirektleitungen zu den Ex-NVA-Flugplätzen wurden neu organisiert, da ja nicht mehr von jedem Platz geflogen wurde.
Daten AMS K04 wurde beibehalten.

Gerald Offline




Beiträge: 20
Punkte: 28

12.02.2017 12:00
#4 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

ein K04-Monitor ist auf einem Bild zu erkennen
Wie ist das denn nun, die Bw Mannschaft hat da drin (in der alten VHZ) auch mit Dienst gemacht oder nicht ?

Brettschneider Offline



Beiträge: 7
Punkte: 7

12.02.2017 12:04
#5 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Sicher doch. War dort innerhalb doch die alte NVA-Mannschaft weiter im Dienst und legte für jeden Flug die Flugzonen, Höhen etc. fest.
Taten das, was sie vor 1990 auch taten.

Formell dem Stab der 5. LwDiv unterstellt. Mit Direktleitung zum Vorgesetzten in Eggersdorf.

Real ein Anteil im Flugsicherungssektor G Berlin-Tempelhof. Gemeinsam mit BARTCC....

Klarofix Offline




Beiträge: 34
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12.02.2017 12:09
#6 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Durch Bw veranlasst ein Bewaffnungsverbot für russ. Flugzeuge in deutschem Luftraum. Und nur Flüge die von Bw freigegeben sind.
Das mit dem Bewaffnungsverbot in bestimmten Flugzonen waren reine Sicherheitsmaßnahme. Aucher durfte WGT Eigensicherung der Truppen betreiben. Mehr aber nicht.

Barnimer Offline



Beiträge: 22
Punkte: 42

12.02.2017 12:43
#7 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

ja klar. Die ehemalige NVA VHZ Besatzung in Bw Uniform unter Bw - Offiziere (West) Führung. Sie kannten die Verfahren und konnten russische Sprache.
K04, MIDA ..... ist alles durch Bw weiter betrieben worden.
Publikationen die etwas anderes sagen, da haben der/die Autoren keine Ahnung.

Funkerpaul Offline



Beiträge: 20
Punkte: 56

12.02.2017 12:46
#8 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

ist beschrieben in NVA Forum von 2010 oder 2011 mit einem Beitrag eines dort tätigen und auch auf einer russ. Site zur 16. Luftarmee.
Sonst müsst ich meinen Speicher wühlen, irgedwo gibts da eine Vorbereitung zu einem Webbeitrag von mir.

Alphabet Offline



Beiträge: 50
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12.02.2017 12:53
#9 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Dann kam die Luftwaffe und machte auch der NVA-Sektion die Luko- Luftraumkoordinierung - zur Sicherung der deutschen Lufthoheit gegenüber den russischen Streitkräften.
Die dann schon nicht mehr GSSD hießen sondern WGT = Westgruppe der Truppen.
Die Diensträume und das Büro des Stellv. Leiter Luko (Ex-NVA) blieben im Objekt. Umgebaut wurde nichts. Da ein zentraler Befehl den Weiterbetrieb in NVA- Prozessen regelte.
Ins WKK Zossen zog der westdeutsche Bw Stab der Luko/ Flugsicherungssektor G. Aus zentralen Sicherheitsbedenken.
Natürlich mußten sie auch mal ins Objekt, anfangs aber stets nur in Ex-NVA Begleitung.

Zu DDR Zeiten gab es Probleme mit Akzeptanz von NVA-Fm Technik in sowjetischen Objekten. Richtfunk durfte nur sowjetische Technik sein.
Dieser Zustand änderte sich erst in der zweiten Hälfte der 80ger Jahre.
Daher musste zur Versorgung des Luftwaffenanteil ein RF-Trupp der FmAbt-14 dort stationiert werden. Denn als erstes wurde die Z-12 TF Eggersdorf-VHZ und in Folge die Z12 TF Füwe - VHZ abgeschalten. Die gesamte Luftwaffenkommunikation erfolgte über Richtfunk.

Mehlspeise70 Offline



Beiträge: 20
Punkte: 20

12.02.2017 12:56
#10 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Die "VHZ" hatte Richtfunk von RFB3 über Stülpe zur VHZ. Gut möglich das dafür ein Trupp eingesetzt war.
Auf alle Fälle hatten wir mit einigen RFB3 ZBs dann in Stülpe alles in Truppeneigenleistung aufgebaut. Die Russen nahmen von den Zufahrten keine Notiz. Da pfiffen einem die Granaten und Kugeln nur so um die Ohren. Mussten ja quer übers Übungsgelände der GSSD.

Richtfunker Offline



Beiträge: 28
Punkte: 36

12.02.2017 12:59
#11 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Die Bundeswehr nahm dann Stülpe außer Betrieb. Weil sie ihre Fernmeldeverbindungen nicht über "exterritoriales Gebiet" der Russen organisieren wollte.
Die neue Lösung war dann das Richtfunkkreuz Müggelberge. Und von dort aus dann zur VHZ. Dafür war dann der Trupp von Oleg in Wünsdorf.

Doktor Offline



Beiträge: 15
Punkte: 42

12.02.2017 13:03
#12 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Was in Publikationen nicht steht, weil die Schreiber davon keine Ahnung haben.

Die VHZ war in der Luftwaffe dann Luko = Luftraumkoordinierungsstelle.
Aber, sie war dann auch COMIL Ost !!! des AFsBw. In dieser Funktion zeitweise zugeordnet dem A6B Flugsicherung im Kommando LSK/LV Vorb.stab 5. LwDiv.

Die Koordinationszentrale für militärische Luftraumnutzung
(COMIL – Coordination Center for Military Airspace Utilization)


In der COMIL werden Lufträume für militärische Sondervorhaben und die Flugstrecken der Beobachtungs- und Verifizierungsflüge der OSZE-Staaten im Rahmen von Open Skies koordiniert, eingerichtet und veröffentlicht. Sie arbeitet eng mit der zivilen Flugsicherung zusammen und bildet das Bindeglied zu den Verbänden der Bundeswehr und ihrer NATO-Partner.

Im Sachgebiet fliegerische Übungen erfolgt zunächst die Abstimmung besonderer militärischer Flugvorhaben (Einsätze mit größeren Formationen, besondere Flugprofile, fliegerische Übungen) untereinander und mit Vorhaben auf ziviler Seite, um zeitliche und räumliche Überschneidungen zu verhindern.

In Zusammenarbeit mit der zivilen Flugsicherung werden dann Übungsräume und Flugprofile erstellt und koordiniert, die eine reibungslose und sichere Durchführung gewährleisten, aber auch Störungen im zivilen Luftverkehr vermindern. Zusätzlich werden die erforderlichen Luftfahrtveröffentlichungen zur Information der militärischen und zivilen Teilnehmer im Luftverkehr veranlasst.

Im Sachgebiet PJE erfolgt die Bearbeitung von militärischen Vorhaben wie Fallschirmspringen, dem Abwurf von Lasten sowie dem Aufstieg von Wetterballons und Radiosonden. Jahr für Jahr werden hier etwa 1500 militärische Fallschirmspringen angemeldet, mit anderen Vorhaben im Luftraum und der Flugsicherung koordiniert und die zivilen und militärischen Luftfahrtteilnehmer über diese Ereignisse informiert.

Grundlage der Planung militärischer Vorhaben wie auch der zivil – militärischen Koordination bildet eine Datenbank, die neben allen militärischen Vorhaben auch zivile Groß- und Sonderveranstaltungen wie Massenaufstiege von Luftballons, Segelflugwettbewerbe oder Lehrgänge im Fallschirmspringen enthält.

Georg Offline




Beiträge: 72
Punkte: 88

12.02.2017 13:06
#13 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Jetzt bringst aber die Leser durcheinander. Haben sie mit Mühe die Luko gedanklich verdaut, kommt nun COMIL Ost = Luko als Teil des AFsBw.
Bedingt durch 2+4. Zuerst war alles dem Bundeswehrkommando Ost und damit der 5. Luftwaffendivision als Luftwaffe Ost - außerhalb der Buwe/Nato zuzuordnen.
Doch bereits 1991 pfiff man auf die Verträge und TG-44/LTG-65 kam genau so zum Lufttransportkommando wie Luko zu AFsBw als COMIL Ost.

Stepstone Offline



Beiträge: 12
Punkte: 12

12.02.2017 13:16
#14 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Ich habe mal versucht Richtfunk zu rekonstruieren.
Wilmersdorf erhielt die takt. Standortnummer: 5703
Wünsdorf erhielt die Standortnummer: 5413

Eine FM 24/400 von 5703 nach 5413
Beschaltung mit Primärgruppe ETFR 12108 - Lw- Bezeichnung: Z7P760

Kanal 2 = EFR 8082 Luko- FP Trollenhagen Tower ( FL)
Kanal 3 = EF 9028 Eggersdorf Vermittlung (831)- Luko Vermittlung MSN70
Kanal 6 = EFR 8087 Luko - FP Laage Tower (FL)
Kanal 7 = EFR 8107 Luko - Bunker Kolkwitz mil. Flugsicherung (FL)
Kanal 8 = Z79113 Luko Leiter- Fürstenwalde ATZ-65N ( Rufnummer)
Kanal 9 = EFR 8154 Luko - FP Holzdorf Tower (FL)
Kanal 11 = Z7W762 Luko - Fürstenwalde Üst2 ( WT-Grundleitung- bei NVA= EWT 610)
Kanal 12 = EDLR 9419 Luko Mech- Fürstenwalde Mech Üst 2 ( Dienstleitung Mech.)

Dann erfolgte Abschaltung Miet-TF 1201P Fürstenwalde2 - Wünsdorf. 3 Kanäle von 1201P zu Z7P760 umgeschalten. Alle anderen Einzelkanäle abgeschalten. 1201P gekündigt.
Die 1201P Eggersdorf/Strausberg nach Wünsdorf blieb erstmal noch.

MIDA war auch nicht mit SAS verschlüsselt, sondern offen betrieben.

Alphabet Offline



Beiträge: 50
Punkte: 78

12.02.2017 13:19
#15 RE: Luftraumkoordinierungsstelle - Luko- antworten

Die Luko hatte auch zu den Nachbarn Fernsprechverbindung, so zum ZGS Warschau und ZGS Prag/St. Boleslav. Diese Leitungen waren nicht abgeschalten, sondern blieben als Vertrauensbildende Maßnahme zu den Nachbarn.

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