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 Historisches
Flugdrache Offline



Beiträge: 6
Punkte: 10

07.08.2017 13:24
Geheimes & Geheimes antworten

Im alten LSK/LV-Forum hatten wir das Schicksal von Jeff Carney schon einmal beleuchtet. Damals war er noch beim Erstellen seines Buches "Voller Hass".

Dieser Tage titelten bundesdeutsche Medien zu Reaktionen des Bundesregierung auf eine geheime Entführung in Berlin.
Die Entführung eines vietnamesischen KP-Funktionärs Ende Juli 2017 mitten in Berlin durch den vietnamesischen Geheimdienst erinnerte wieder an die Hochzeiten des Kalten Krieges. Damals wurden etwa 400 Menschen aus der BRD und WB in due DDR verschleppt- durch die Stasi sagt man heute. Aber, genaue Zahlen und Genaues weiß man nicht. Hauptsache Stasi.
Aber der obige Fall des Jeff Carney zeigt das diese Entführungen auch von Ost nach West verliefen und das darüber tiefes Schweigen herrscht. Weil eben hier nicht die Stasi an due Wand genagelt werden kann.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hat due Entführung des Vietnamesen als "präzendenslosen Vorfall " verurteilt.
Als Reaktion wurde der Geheimdienstoffizier der Botschaft Vietnam ausgewiesen.

Das mit dem "präzendenzlosen Vorfall" stimmt so aber nicht.
1991 waren es Agenten des US-Militärgeheimdienstes OSI, die einen ehemaligen Stasi-Spion in Berlin-Friedrichshain kidnappten und in die USA verschleppten. Das war zu einer Zeit, als bereits das geeinte Deutschland existierte.
Die Bundesregierung reagiert damals erheblich weniger empört und ließ die Sache im Sande verlaufen.

Der 22. April 1991 ist Jens Karneys erster Arbeitstag nach dem Urlaub. Morgens um 9 Uhr verlässt er sein Wohnhaus in Berlin-Friedrichshain Pintschstr. 12 um zur Arbeit zu gehen. Der damals 27-jährige ist U-Bahnfahrer. Nach wenigen Metern nähern sich ihm in einer kleinen Nebenstrasse sechs Männer. Plötzlich rast auch ein Auto heran und hält auf seiner Höhe. Die Autotüren gehen auf und die Männer packen ihr Opfer Karney und zerren ihn in das Auto.
Schon einige Tage später ist Karney, der eigentlich Jeffrey Carney heisst und 1985 als US-Soldat und Stasi-Spion in due DDR geflohen war, in den USA, wo ihm der Prozess gemacht wird.
Im Oktober 1983 hatte sich Carney, damals als Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, in Ost-Berlin der Stasi angeboten.Doch die Stasi lehnte die Übersiedlung ab. Wichtiger war seine Kundschafteraufgabe auf dem Teufelsberg.
Dafür bauten sie ihn psychiologisch wieder auf und schickten ihn zurück.

Fortan lieferte ich unter dem Decknamen "Kid" alles was ihn als Angehörigen der 6912th Electronic Security Group in die Finger kam an due Stasi. Das wurden dann Mikrofilme von über 100 Geheimdokumenten. Darunter ein Dossier mit dem Titel "Canopy Wing". Das auf 47 Seiten die Schwachstellen in der HF-Communiation des sowjet. Generalstabes aufzeigte. Aber auch Dossier zu unseren Schwachstellen der Communikation in der Luftverteidigung wurden geliefert.
Nicht umsonst war unsere FEK und HAIII dann stark am Schutz vor parasitärer Strahlung involviert.

1984 kehrte Jeff in due USA zurück. Der Stasi-Kintakt blieb, aber auch seine privaten Probleme.
1985 setzte er sich dann über due DDR-Botschaft in Mexiko in due DDR ab. Das war ein von der Stasi vorbereitetes Türchen für den Notfall.
Fortan wohnte er in Berlin-Friedrichshain und hörte im geheimen den US-Observationsfunk in Westberlin ab.
Seine Identität war nun der U-Bahnfahrer Jens Karney.
Dann kam Wende, Mauerfall und Auflösung der Stasi. Karney arbeitete weiter als U-Bahnfahrer auf der Stecke Alex-Tierpark. Bis ihn ein Stasi-Überläufer verpfiff. Der musste ja etwas brauchbares abliefern.
Die Bundesregierung hielt nach der Entführung in der Sache die Füße still bzw. reichte 1998 als Reaktion auf Medienberichte eine Protestnote an die US-Botschaft. Die sicher bereits im Vorzimmer des Botschafters als Knüllpapier in Ablage13 landete.
Jeff wurde zu 38 Jahren Knast verurteilt. 11 Jahre, 7 Monate und 20 Tage davon saß er im Militätknast Fort Leavenworth (Kansas) ab.

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