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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 54 mal aufgerufen
 Historisches
Pluto Offline



Beiträge: 18
Punkte: 22

31.10.2017 22:52
Kriegsschauplatz Deutschland antworten
Thomas Offline



Beiträge: 34
Punkte: 46

31.10.2017 22:56
#2 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Der Kollege Lautsch hatte doch schon an anderen Publikationen mitgewirkt. Nach meiner Meinung in einer Linie mit Autoren wie Kampe und andere zu bringen.
Die einfach mit ihrem Halbwissen Kohle machen wollen.
Sicher kommen für manche Leser interessante Aspekte. Im Grunde geht aber immer alles um den heißen Brei herum.

Pluto Offline



Beiträge: 18
Punkte: 22

31.10.2017 22:57
#3 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Hatte mir damals das Buch bestellt.

Etwas erstaunlich finde ich aber, dass Herr L. seine ehemaligen Vorgesetzten - die zu der Problematik viel mehr sagen könnten - nicht zur Buchvorstellung eingeladen hat.

Zahnrad ( Gast )
Beiträge:

31.10.2017 22:59
#4 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Zahnrad schrieb:
--aber damit kritische Worte oder vielleicht sogar ,, Richtigstellungen'' vermieden. Wie fast überall---richtige Vorauswahl der Teilnehmer--und es wird eine gelungene Party !!

Polarbär Offline



Beiträge: 26
Punkte: 30

31.10.2017 23:11
#5 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Ja, das ist alles schon wieder 2 Jahre her.
Ein großes Buch.
Natürlich aufgerissen wie ein Westpaket und rein geschaut.
Wieder ein ooooohhhhhh- gut 30 Euro vergeudet.
Das umfangreiche Quellenverzeichnis zeigt wie und wo fleißig abgeschrieben werden konnte.
Dann: Das Buch ist Ergebnis seiner Forschungen im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Gerade diese Truppe erfindet doch Strukturen und Truppen NVA und GSSD täglich neu. Das Buch also ein Bundeswehrprodukt und so kommts auch daher.
Inhalte waren bereits nachzulesen in den per Quelle angeführten Publikationen.
Ich stutze bei Aufstellung/Liste der Kernwaffenträger 1. Front. Nur enthalten die Raketentruppen der LasK.
Ich stutze bei Aufstellung /Liste der Verbände der 1. Front. Dort steht aber nur die Friedensstruktur der GSSD plus 3./5. NVA Armee. ( LasK)
Somit unvollständig und zeigte wenig Substanz. Denn das was wirklich interessant ist- die Kriegsstruktur- kennt er überhaupt nicht.
Oje.
Ich werde das Buch verschenken an einen Bundeswehroffizier in Köln. Dann muß ich mich nicht mehr drüber ärgern und er kann in Köln mit seinem "Feind-Wissen" angeben.

Franky2 Offline




Beiträge: 68
Punkte: 68

31.10.2017 23:14
#6 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

So ist das. Das Thema ist aktuell etwas an mir vorbeigegangen. Wir hatten über seine Beiträge schon in

http://www.mgfa.de/html/publikationen/se...477979d389ae19e

hier diskutiert. Und selbst da war er für die Darstellung der Friedensstruktur der LaSK kritisiert worden.

Nachtrag zu dem von mir zitiertem Buch als sinngemäßes Zitat »

Ex-NVA-Oberst und Ex-BuWehr-Oberstleutnant Siegfried Lautsch war von April 1983 bis November 1987 Leiter der Abteilung Operativ im Kommando des Militärbezirks V. Genau dieses Wissen reflektiert er in allen seinen Beiträgen, also Übungslagen. 'Sandkastenspiele' ist schon ein richtiges Wort.

In der erwähnten Schrift hat er sich speziell "Zur operativen Einsatzplanung der 5. Armee der NVA im Rahmen einer Front der Vereinten Streitkräfte der Warschauer Vertragsorganisation in den 1980er Jahren" geäußert. Dort fiel das Kapitel "Zum Einsatz von Raketen und Kernwaffen" durch gravierende Fehler auf. Strukturen und Stärkeangaben, technische Details und Einsatzgrundsätze - überall knirschte es im Lautsch-Beitrag. Schaut man sich die Fußnoten zum Lautsch-Beitrag an, so gewinnt man beinahe den Eindruck, der Autor habe sich die Informationen für dieses wichtige Kapitel aus Wilfried Koppenhagens Standardwerken sowie aus einigen erhaltenen gebliebenen VS-Militärwesen im Bestand der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Strausberg geholt.

Peterson Offline



Beiträge: 16
Punkte: 28

31.10.2017 23:16
#7 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Interview der " die Welt" mit einem BW- General .

Zitat:

"Bislang war wenig bis nichts über die konkreten Pläne der Nationalen Volksarmee der DDR bekannt. Das hat der frühere NVA-Stabsoffizier Siegfried Lautsch mit seinem Buch "Kriegsschauplatz Deutschland" geändert. Neben Defensivoperationen planten die Streitkräfte der SED-Diktatur in den der 1980er-Jahren auch eine Offensive nach Niedersachsen und bis in die Niederlande. Die Verteidigung der Nato gegen solche Vorstöße hat Hanno von Kielmansegg mitgeplant, inzwischen pensionierter Generalmajor der Bundeswehr. Er kann beurteilen, wie realistisch die NVA-Pläne waren.

Die Welt: Hat Sie das Buch "Kriegsschauplatz Deutschland" überrascht?

Hanno von Kielmansegg: Siegfried Lautschs Buch ist auf jeden Fall begrüßenswert und mutig, da sich erstmals ein ehemaliger Offizier der NVA zu den operativen Planungen des Warschauer Paktes und seiner Beteiligung daran bekennt. Bei der Bundeswehr war man damals recht gut über den möglichen Gegner informiert, aber solch einen detaillierten Einblick hatte man natürlich bisher nicht.

Die Welt: Das werden ihm aber einige seiner ehemaligen Kameraden übel nehmen.

Kielmansegg: Sicher gibt es manche, die immer noch nostalgisch die DDR verklären. Dazu gehören auch ehemalige Mitglieder des höheren Offizierskorps der NVA, die an der Macht teilhatten, privilegiert waren und die mit dem Zusammenbruch der DDR verloren haben. Die hören natürlich nicht gerne, wenn einer der ihren sagt: Unsere damalige Auffassung war falsch und wir waren eigentlich diejenigen mit den Angriffsplänen und nicht die Nato. Aber solche Stimmen machen vielleicht das Aufgreifen so eines Thema umso wichtiger.

Die Welt: Interessant erscheint, wie sehr die NVA auf die Offensive gesetzt hat...

Kielmansegg: ...pro forma wurde damals im Osten ja stets behauptet, die Nato sei aggressiv und deshalb müsse man im Kriegsfall präventiv auf dem Boden des Gegners, also vor allem auf dem Boden der Bundesrepublik, den Krieg führen und gewinnen. Daher wurde auch lange Zeit im Warschauer Pakt nur die Offensive geübt, Verteidigung bis Ende der 1980er-Jahre dagegen praktisch überhaupt nicht. Die extreme Geheimhaltungsmanie und die Deutungs- und Informationshoheit totalitärer Systeme machten es allerdings einem großen Teil ihrer Bürger, auch den Soldaten, schwer, die Wahrheit zu erkennen.

Die Welt: Bei der Nato hat es nie solche Offensivpläne gegeben, nicht einmal in Form einer theoretischen Übung?

Kielmansegg: Nein. Angriffspläne auf das Territorium des Warschauer Paktes hat es in der Nato nie gegeben! Das war ja aus verschiedenen Gründen gar nicht möglich. Rechtlich und ethisch nicht und militärisch schon gar nicht, weil die Nato dazu nie stark genug war. Das wäre auch völlig gegen den Geist des Bündnisses gewesen. Allerdings schloss das operative Gegenangriffspläne, bei denen nur die Luftstreitkräfte über die innerdeutsche Grenze hinaus eingesetzt worden wären, als Teil der strategischen Defensive nach einem Angriff des Warschauer Paktes nicht aus.

Die Welt: Muss ein Militärbündnis nicht immer Pläne für jeden Fall vorbereiten?

Kielmansegg: Prinzipiell ja. Für die Nato aber gilt, dass sie ein politisches Werte- und Defensivbündnis souveräner Staaten war und ist. Ihre Strategie war die der Kriegsverhinderung. Der Warschauer Pakt war dagegen ein reines Militärbündnis unter zentraler Führung durch die Sowjetunion. Er vertrat eine Kriegsführungsstrategie. Die militärischen Fähigkeiten dazu hatte er immer. Man kann die beiden Bündnisse also überhaupt nicht gleich stellen.

Die Welt: Was wusste man denn in der Nato seinerzeit über den Warschauer Pakt?

Kielmansegg: Unsere eigene Aufklärung hat uns natürlich schon gesagt, was da gespielt wurde, obwohl sie es mit der Informationsgewinnung in einem abgeschotteten totalitären System sehr viel schwieriger hatte als die der anderen Seite in unserer offenen Gesellschaft. Unsere Informationen über den Warschauer Pakt waren zwar verlässlich, aber nicht vollständig. Mit dem Buch von Lautsch werden daher auch Lücken geschlossen.

Die Welt: Lautsch schreibt, das Ziel der NVA-Pläne von 1983 sei gewesen, die deutsch-niederländische Grenze in bis zu sieben Tagen zu erreichen. War das realistisch?

Kielmansegg: Man muss sich bewusst machen, dass die Nato immer einen Mangel zu verwalten hatte. Auch wurde und wird durch eine in großen Teilen pazifistische Gesellschaft in Deutschland eine verantwortliche, auftragsgerechte deutsche Sicherheitspolitik und Streitkräfteplanung nicht einfacher . Es gab somit immer Probleme, den Verteidigungsbeitrag zu leisten, zu dem wir vertraglich verpflichtet waren und der auch essenziell war für eine erfolgreiche Verteidigung.

Die Welt: Was heißt das konkret?

Kielmansegg: Wir hatten immer zu wenig Kräfte, immer zu wenig Zeit. Denn der Angreifer hatte den Vorteil, dass er bestimmen konnte, wann es losgeht, und erst dann konnten wir reagieren. Außerdem hatten wir auch immer zu wenig Raum: Die Bundesrepublik war durch die Teilung sehr schmal. Wir mussten so weit vorne verteidigen wie möglich. Das heißt, wir konnten es uns nicht leisten, Raum aufzugeben, um damit Zeit zu gewinnen oder unsere Kräfte in der Tiefe zu konzentrieren. Unsere eigenen Verteidigungspläne machten dabei aber immer an der innerdeutschen Grenze halt.

Die Welt: Die Vorteile lagen also deutlich auf Seiten des Warschauer Paktes?

Kielmansegg: Die Überlegenheit des Warschauer Paktes war in vielen Bereichen doppelt und manchmal sogar um den Faktor vier bis fünf so hoch, etwa was die Anzahl der Panzer und Artillerie betraf. Die enorme Aufrüstung konnte aber nur legitimiert werden, indem das sowjetische Feindbild die Nato viel stärker darstellte, als sie eigentlich war. Dafür wurden beim Feind, also der Nato, ganze Großverbände frei erfunden und den eigenen Plänen zugrunde gelegt. Sie haben sogar die Zahl unserer Waffensysteme willkürlich nach oben gesetzt. Die gegenteiligen Aufklärungsergebnisse der NVA wurden von den vorgesetzten Behörden zugunsten der Doktrin von der Offensive einfach unter den Tisch gekehrt. Das war politisch unverantwortlich und militärisch unprofessionell.

Die Welt: Eine Offensive des Warschauer Paktes hätte also erfolgreich sein können?

Kielmansegg: Wahrscheinlich. Zumindest mit seinen konventionellen Streitkräften. Auch wenn wir das Gegenteil erhofften. Die Zeit war dabei ein entscheidender Faktor. Um alle verfügbaren Kräfte einsatzbereit zu machen, hätten wir mindestens 30 Tage gebraucht, einschließlich der Verstärkungen, die aus England und Amerika hätten gebracht werden müssen.

Die Welt: So viel Zeit hätte die Nato kaum gehabt...

Kielmansegg: ...genau! Der Warschauer Pakt hätte wesentlich schneller mobil machen können, nach 48 Stunden wäre er wohl mit der Masse seiner überlegenen Kräfte zum Angriff bereit gewesen. Bei einem Angriff nach sehr kurzer Vorbereitungszeit hätte eine Planung wie die von Lautsch, innerhalb von sieben Tagen die deutsch-niederländische Grenze zu erreichen, durchaus realistisch sein können.

Die Welt: Lautsch erwähnt in seinem Buch, dass der sowjetisch Generalstab Bedenken hatte, die NVA direkt auf die Bundeswehr stoßen zu lassen. Hätten ihre Soldaten gezögert, auf ihre deutschen Brüder zu schießen?

Kielmansegg: Nein, es ging ja um die reine Existenz des Westens. Aber natürlich ist das bedenklich und emotional belastend, wenn Landsleute aufeinander schießen. Das ist ja fast eine Bürgerkriegssituation. Aber wenn der Warschauer Pakt angegriffen hätte mit der Absicht, Europa unter kommunistischer Herrschaft zu vereinigen, hätte das den Untergang eines gesamten freiheitlichen Systems und nicht nur der Bundesrepublik Deutschland bedeutet. Kein Soldat wünscht sich ein Krieg. Es ist immer die Politik, die Krieg macht. Aber wir wären da gewesen, um so einen Angriff abzuwehren, gleich gegen wen. Dafür sind Soldaten da"

Quelle: http://www.welt.de/geschichte/article12 ... aette.html

Was meint Ihr zu den Aussagen des Bw-Offiziers ?
Meine Persönliche:
Es hat den Anschein, als ob Lautsch hier ein Auftragswerk der Bw abgeliefert hat. In den nun andere Bw Offiziere gegen NVA und WV herumhacken können.

Holzmichel Offline




Beiträge: 26
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31.10.2017 23:17
#8 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Man sollte aber auch die Pläne der NATO, in dieser Zeit für die Meinungsbildung mit heranziehen.
Denn ich glaube, die dreißig Tage hätte die BW nicht benötigt!

Die Aussage im Interview der "Welt", von Gen. Hanno von Kielmansegg bezog sich nur auf die konventionelle Kriegsführung!

Wenn ich mich so recht erinnere, gab es einen KaLeu im Nato-Hauptquartier, welcher für die HVA, des MfS gearbeit hat.
Dieser legte bei seinem Übertritt in die DDR, die Pläne für den "Ernstfall" seitens der NATO offen. Dabei sah die Nato nicht wie ein Schaf aus. Eher ein Wolf im Schafspelz.

Gummistiefel für all diejenigen, die vom Regen in Ausführung ihrer Weltrettungstätigkeit gestört werden!

Nordstern Offline



Beiträge: 12
Punkte: 12

31.10.2017 23:18
#9 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Die NATO und keine Angriffspläne....
Ja, der Topas hatte andere Unterlagen mitgebracht.
Aber nicht vergessen, das Interview steht in der Springerpresse.

Feldwebel Offline




Beiträge: 46
Punkte: 70

31.10.2017 23:20
#10 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

So gesehen- sie kannten zumindest die großen Gefahren.

Die Osthüringern Zeitung veröffentliche im April 2014 einen interessanten Artikel:

http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-...-Wald-408312665

Soviel zum Thema "Nato plante keinen Angriff auf DDR ".
Soviel zum Thema " Übungen in der DDR beinhalteten Angriffe auf die BRD.... stattdessen festzustellen sind Übungshandlungen zur Abwehr der Nato Angriffe "
Soviel zum Thema " warum war der oder der Verband in der Location... alles war genau in der Stationierung um auf geplante Angriffsrichtungen schnell erwidern zu können."

Braun Offline




Beiträge: 11
Punkte: 11

31.10.2017 23:22
#11 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Ob etwas realistisch war oder nicht. Auf alle Fälle sind solche Publikationen Wasser auf den Mühlen jener Zeitgenossen, die laut Tönen: USA/Nato war für den Frieden und hatte keine Angriffsplanungen ( = Friedenstaube) - UdSSR/WV waren der Kriegstreiber und hatten Kriegsplanungen mit Durchmarsch bis zum Atlantik ( Eroberer).
Ein Herr Lautsch hat hier im Auftrag seines Dienstherren Bundeswehr gehandelt. Die einfach mal den Selbstdarsteller Lautsch missbrauchte.
Dabei kommen ihnen die Halbwahrheiten und das Halbwissen des Herrn Lautsch sehr entgegen.

Gerald Offline




Beiträge: 20
Punkte: 28

31.10.2017 23:23
#12 RE: Kriegsschauplatz Deutschland antworten

Letztendlich ist das doch alles egal. Der Westen hat auch ohne Kampf für ein paar glitzernde Glasperlen gewonnen und die NVA-Gedienten hatten die Arschkarte für ihre Dienstzeit. Standen auf wacht und der Gegner pennte während der Zeit zu Hause.
Allein die Tatsache, dass unsere Mucker durch verstrahltes Gelände vorrücken sollten zeigt doch die Absurdität der höchsten Planungen. Funktionäre und Generalität hatten längst den Boden der Realität verlassen. Das ganze Spiel konnte nicht funktionieren.

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