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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Historisches
Bernhard Offline



Beiträge: 4
Punkte: 8

13.06.2019 13:33
Was ist dran an „IM Erika“? antworten

Was ist dran an „IM Erika“? alias Angela Merkel

Der frühere Gedenkstättenleiter der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, betätigt sich neuerdings als Gastautor für verschiedene Periodika. Jetzt ist er überraschend für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ der Frage nachgegangen, was dran sei an der Sage über „IM Erika“.
Er hat den Artikel, der immerhin mehr als viereinhalb DIN-A4-Seiten umfasst, sicherlich nicht nur für einen ausgesuchten Leserkreis geschrieben.

Der Artikel von Hubertus Knabe „Was ist dran an „IM Erika“?“, veröffentlicht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) am 11. Juni 2019, erweckt im ersten Moment den Eindruck, dass Knabe sich aufrichtig und redlich bemüht, den bis heute unbewiesenen Unterstellungen und Behauptungen mit einem Faktencheck entgegenzutreten, Angela Merkel sei der DDR-Staatssicherheit als Informelle Mitarbeiterin (IM) zu Diensten gewesen.

Recht schnell beschleicht den Leser jedoch das unbestimmte Gefühl, dass der Text durchsetzt ist mit kleinen Gehässigkeiten und nicht eindeutigen Formulierungen. Denn Knabe hätte es kurz und bündig machen können. Er hätte erwähnen können, dass man sich zwar vieles vorstellen könne, dass die DDR-Biographie von Angela Merkel keineswegs DDR-typisch gewesen ist, ganz im Gegenteil. Er hätte es aber relativ schnell damit bewenden lassen können, dass es bis heute kein einziges Dokument gibt, das auch nur einen der im Internet kursierenden Vorwürfe belegen könnte, keine Akte, keine Registriernummer, keinen IM-Vorlauf, nichts. Doch damit ließe sich wohl kaum ein Artikel mit mehr als 17.000 Zeichen füllen. Stattdessen liest man in Knabes Artikel schon im vierten Absatz den Satz „Wenn es keine IM-Akte Merkel gibt, so heißt das nicht, dass es nie eine gegeben hat.“

In diesem Tonfall und in diesem Rhythmus geht es den gesamten Artikel über weiter. Knabe listet auf, welche unzweifelhaften biographischen Fakten aus dem Leben von Angela Merkel immer wieder Anlass sind für Spekulationen, sie hätte entweder eine zu große Systemnähe in der DDR gezeigt oder aber sie sei sogar noch weiter gegangen und hätte mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zusammengearbeitet. Knabe räumt ein, dass es dafür keine Belege gibt. Was aber nur daran liege, weil die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) bis heute keine Akten zu Angela Merkel an Journalisten und Wissenschaftler herausgegeben habe. Er suggeriert auch, möglicherweise seien solche Beweise in den rund 15.000 Säcken mit Aktenschnipseln zu finden, deren Rekonstruktion seit Jahren nicht vorankommt.

Aber Knabe mit seiner antikommunistischen Paranoia ist eh der Stänkerer und Lügner. Das ergibt sich einfach aus seinem Auftreten und der Vita.
Es ist also nicht auszuschließen, dass Hubertus Knabe mit diesem für die FAZ geschriebenen Artikel vielleicht eine kleine Vendetta zelebriert. Bekanntlich war er im Unfrieden mit der Stasi-Unterlagen-Behörde aus selbiger ausgeschieden und hatte sich in eine Art Exil gerettet, als Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Von dort aus ärgerte und nervte er regelmäßig und mit einer scheinbar diabolischen Freude sowohl die Unterlagen-Behörde als auch die Linkspartei bzw. jeden, der es wagte, mit dieser Partei in irgendeiner Weise zusammenzuarbeiten.

Die Konfrontation, vor allem mit der BStU, war irgendwann so offenkundig, dass im August 2018 der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, Projektleiter der Abteilung Bildung und Forschung der BStU, in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ erklärte: „Die wichtigste Berliner Gedenkstätte für die Verbrechen des Kommunismus wird seit Jahr und Tag wie ein Privatverein von Knabe geführt. Alle wissen das, und keiner schreitet ein.“ Das muss Knabe sehr verletzt haben, denn aus der Abteilung Bildung und Forschung war er 2000 gekündigt worden.
Knabe war danach Leiter der Gedenkstätte im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen geworden. Aber schon kurz nach seiner Einsetzung in dieses Amt, im Dezember 2000, äußerte er im Juni 2001 in einem Interview mit der „Berliner Morgenpost“ den Verdacht, „dass es politische Tendenzen gibt, mich aus diesem sensiblen Bereich zu entfernen. Offenbar setze ich mich zu sehr für die Opfer des DDR-Geheimdienstes und die Aufklärung des Stasi-Einflusses auf den Westen ein.“
Diese Paranoia sollte sich in den darauf folgenden Jahren noch verstärken. Mit dazu beigetragen hat sicherlich der wiederholte Vorwurf an den promovierten Historiker, er arbeite nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch. Die Kulturwissenschaftlerin Carola Rudnik brachte diese Kritik 2011 in ihrer Dissertation „Die andere Hälfte der Erinnerung – Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989“ mit den Worten zum Ausdruck: „Bis heute dominieren in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Opfernarrative und betreibt die Gedenkstätte pro-aktiv eine antikommunistisch gefärbte Geschichtspolitik.“

Seit Hubertus Knabe im September 2018 sein Amt in der Gedenkstätte verloren hat, befeuern er und seine Anhänger und Unterstützer eine Legende, wonach vor allem die Linkspartei seinen Sturz betrieben habe. Dieser Vorwurf verkennt, dass die Abberufung von Knabe auch von ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern mitgetragen wird, denen man alles, nur keine Sympathie für die Linkspartei unterstellen kann. Doch der interessanteste Aspekt, und damit kehren wir wieder zurück zum FAZ-Artikel von Hubertus Knabe zurück, die wohl aufschlussreichste Reaktion in dieser Hinsicht war ein Artikel im „Spiegel“ vom 4. Oktober 2018. In dieser Ausgabe, wenige Tage nach der Beurlaubung von Knabe konnte man dort lesen: „Rot-schwarzes Bündnis. Wie man sich eines Feindes entledigt. Kaum jemand ist bei der Linkspartei so verhasst wie der Berliner Historiker Hubertus Knabe. Jetzt wurde er seines Amtes enthoben - mit freundlicher Hilfe aus dem Kanzleramt. So gehen Intrigen heute.“

Die Annahme, dass Hubertus Knabe derzeit öffentlich gegen diejenigen stänkert, die er für seinen Sturz verantwortlich macht, wird auch durch die Tatsache gestützt, dass Knabe zwei Tage vor seinem FAZ-Artikel im Edelkampfblatt des Axel-Springer-Konzerns, der „Welt am Sonntag“, einen Artikel veröffentlichte, in dem er unter der Überschrift „Linke Doppelmoral“ gegen vier prominente Politiker dieser Partei austeilte. Darunter sein Lieblings-“Feind“, der frühere Vorsitzende der Partei und Bundestagsfraktion Gregor Gysi. Ihm widmete Knabe auch einen Tag nach seinem FAZ-Artikel einen Kommentar, ebenfalls in Springers „Welt“ unter dem Titel „Bei der Linke gilt: Dreistigkeit gewinnt“.

Knabe kroch in Ungarn unter
An jenem Tag nahm Knabe in Budapest an einer Konferenz eines „Instituts des 21. Jahrhunderts“ statt. Zusammen mit dem Korrespondenten der „Welt“ übrigens. Thema der Tagung: „Hassliebe“ - Ist Deutschland zu stark oder zu schwach?“ Knabe wurde als „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ dieses Institutes angekündigt. Es gehört zum Museum „Haus des Terrors“ in Budapest. Das wurde in einem Stadtpalais der ungarischen Hauptstadt eingerichtet, weil dort sowohl die faschistischen Pfeilkreuzler als auch später die ungarischen Kommunisten Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen foltern ließen.
Das Museum stand von Anfang an in der Kritik von internationalen Historikern, die bemängelten, dass der Fokus der Ausstellung unzulässiger Weise vor allem auf der „kommunistischen Gewaltherrschaft“ liege, während die faschistischen Pfeilkreuzler und das Horthy-Regime, das mit Hitlerdeutschland bei der Judenverfolgung kollaborierte, mehr oder weniger am Rande thematisiert werde. Auch und vor allem der Versuch einer pauschalen Gleichsetzung des Horthy-Regimes mit dem späteren Regime unter der Kommunistischen Partei Ungarns stieß vielen Historikern unangenehm auf. Diese Sichtweise aber ähnelt auffällig den Sichtweisen von Hubertus Knabe.

Es verwundert daher auch nicht, dass er auf der Budapester Konferenz auch widerspruchslos dabei saß, als die Chefin des Museums, Mária Schmidt den Satz von sich gab: „Merkel hat aus Deutschland eine neue, große DDR gemacht.“ Vor diesem Hintergrund liest sich der nunmehrige FAZ-Artikel schon sehr viel einleuchtender.

Unter Verwendung eines Artikels von Andreas Peter

Rheingold Offline



Beiträge: 2
Punkte: 2

13.06.2019 14:00
#2 RE: Was ist dran an „IM Erika“? antworten

Wir könnten nun aber auch von folgender Metapher ausgehen:

"IM Erika" war H. Knabe selbst und zwar vor seiner Geschlechtsumwandlung. Mit solchen Märchen wie in der FAZ will er nur von Tatsachen ablenken.

Die Zeit vorher:
Vater: Hubertus // Mutter: ??
Die Mutter Gebahr ein Mädchen. Nach der Geburt dem Vater hinhaltent "wer ist das".
Vater antwortete: Hubertus Knabe
Also: Mein Knabe.
Die Geschichte hielt sich in der Familie und mit der Geschlechtsumwandlung nannte er sich dann Hubertus Knabe.

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