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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 138 mal aufgerufen
 Historisches
Uli Köhler Offline



Beiträge: 23
Punkte: 47

18.05.2016 22:32
Funkamt Köpenick antworten

Funkamt Köpenick, Waldpromenade 4,1170 Berlin.
Wer kennt etwas dazu ?

Dazu auf Maps:
https://www.google.de/maps/place/Waldpro...e24c18790e3cac6

Wolfgang Offline




Beiträge: 59
Punkte: 75

18.05.2016 22:34
#2 RE: Funkamt Köpenick antworten

Das amtliche Fernsprechbuch der Hauptstadt der DDR nennt:
- Organisations- und Rechenzentrum mit den Abteilungen Kader/Bildung und Arbeit/Löhne und dem Bereich Ökonomie und zentrale Aufgaben

- Zentralamt für Funkkontroll- und Meßdienst

Gemeint ist damit wohl eher das Funkamt der DDR.

Funkorter Offline




Beiträge: 60
Punkte: 96

18.05.2016 22:36
#3 RE: Funkamt Köpenick antworten

Der Sender Köpenick war eine Rundfunksendeanlage für Kurz- und Mittelwelle im Wald zwischen Berlin-Mahlsdorf und Berlin-Köpenick in der Nähe der Köpenicker Ortslage Uhlenhorst, weshalb er auch als „Sender Uhlenhorst“ bezeichnet wurde.

Der Sender Köpenick ging am 6. Juli 1952 in Betrieb und verwendete bis 1984 einen 248 Meter hohen, gegen Erde isolierten selbststrahlenden Stahlrohrmast als Antenne, auch J1-Sendemast genannt, und einen geerdeten Reflektormast gleicher Höhe, der als J2-Sendemast bezeichnet wurde. Eine Besonderheit der Anlage war, dass der gegen Erde isolierte Mast mit Hilfe einer hydraulischen Anlage angehoben werden konnte, wenn Gefahr bestand, dass durch den Überschallknall von Militärflugzeugen der Fußpunktisolator beschädigt werden könnte. Daneben existierten noch zwei Dreieckflächenantennen, die an drei je 50 Meter hohen, abgespannten Stahlfachwerkmasten befestigt waren, sowie ein freistehender Stahlfachwerkturm, der Richtfunkantennen für den Empfang des Richtfunksignals vom Studio in Berlin-Adlershof trug.

Ab 1958 kamen auch UKW- und Fernsehsender hinzu. 1984 wurde der Reflektormast, der durch den Genfer Wellenplan überflüssig wurde, abgebaut und in Wachenbrunn wiederaufgebaut, wo er bis 2011 noch stand. Der alte Sender wurde 1993 stillgelegt, demontiert und als Ausstellungsstück im Sendermuseum Königs Wusterhausen wiederaufgebaut. Ab 1993 wurde der Standort nur noch für Mittelwellensender kleiner Leistung (teilweise auch versuchsweise im DRM-Modus) und UKW-Sender genutzt. Durch den Umbau des Antennenträgers des Berliner Fernsehturms 1997 und den Neubau eines 120 Meter hohen Sendemastes in Zehlendorf bei Oranienburg wurde die Anlage schließlich überflüssig und der 248 Meter hohe baufällige Sendemast am 16. Dezember 2002 abgerissen.

Auf den Stadtplänen von Berlin aus der Zeit vor 1989 war die Anlage nicht eingezeichnet

Funker Offline



Beiträge: 48
Punkte: 68

18.05.2016 22:37
#4 RE: Funkamt Köpenick antworten

Ausgestrahlt wurden der Berliner Rundfunk auf 693 kHz und DDR1 auf 1359 kHz. Ein kleinerer Sender mit 5 kW verbreitete auf 891 kHz die Stimme der DDR.

Meininger Offline



Beiträge: 20
Punkte: 28

18.05.2016 22:38
#5 RE: Funkamt Köpenick antworten

Oder so:

Zitat
Interessanterweise gibt es keine Verweise auf das Engagement der Bew. Organe (außer in Ansätzen NVA).Den Anwohnern des umliegenden Siedlungsgebietes blieb bis in die siebziger Jahre zumindest die starke Frequentierung eines Schießstandes für Handfeuerwaffen nicht verborgen . Auch Diensteinheiten des MfS waren hier angesiedelt,über deren Aufgaben nichts bekannt ist; Kraftfahrer des WR taten hier Dienst. Auch Studiotechnik Rundfunk/ Fernsehen war Nutzer des äußeren Geländeringes. Da die einzige Zufahrt über den Attinghausenweg erfolgte,
ließen sich die übrigen Nutzer anhand ihrer Fahrzeuge und Insassen ausmachen.
Es gab noch eine weitere Zufahrt über die Jägerstr. (eine Art Alarmtor), die hauptsächlich von den Nutzern des Schießstandes frequentiert wurde.

Funkerpaul Offline



Beiträge: 22
Punkte: 58

18.05.2016 22:39
#6 RE: Funkamt Köpenick antworten

Vorgehalten wurde schließlich noch ein Reservesender mit 4 kW. Er war in Eigenleistung der Post aus zwei Endstufen jener Technik zusammengesetzt worden, die bis 1978 als Störsender gegen RIAS Berlin im Einsatz war (eine dieser Endstufen war zeitweise im Foyer des früheren RIAS-Funkhauses ausgestellt). Einen solchen Eigenbau-Reservesender gab es daneben (mindestens) auch noch auf der Sendestation Wachenbrunn.

Täubner Offline



Beiträge: 13
Punkte: 21

18.05.2016 22:44
#7 RE: Funkamt Köpenick antworten

Das Rechenzentrum an sich selbst, befand sich in der Bahnhofstrasse (Köpenick), gegenüberliegend und in Höhe des ehem. "Mecklenburgischen Dorfes", auch auf dem Gelände der sogen. "grauen" Post - damals gut zu erkennen an einem (klimatisierten) markanten grünen Glaskasten.
Heutzutage steht auf dem Gelände nur noch das alte Postgebäude der ehm. OVSt 65 und ein weisses Neubaugebäude der Telekom mit der neuen digitalen VSt.
Das RZ wurde 1994 glaub abgerissen.
Das Gelände gehört heute auch der Telekom.
Die Ehem. OVSt-65 ist technisch abgerissen. Am Gebäude bauen seit 1 Jahr Bautrupps noch Heizungen aus, Fenstergitter ab... ich weiß nicht ob neue Fenster rein sollen.
Ich war dort auf Nachbargrundstück einige Zeit als Hausmeister tätig.

Liegt hier am Jonkowski Park:
Das graue Haus (Giebel zur Bahnhofstr.) die alte OVST65 und das rötliche Dach ( längs zur Bahnhofstr.) die neue digitale OVST65.
https://www.google.de/maps/@52.453329,13...m/data=!3m1!1e3

Visa Offline



Beiträge: 42
Punkte: 70

18.05.2016 22:46
#8 RE: Funkamt Köpenick antworten

Visa-942 schrieb:
Den Teil Zentralamt für Funkkontroll- und Meßdienst (Abk. ZfK) kenne ich aus eigener Zusammenarbeit.
Dort wurden alle Funkdienste (Landfunk, Seefunk, Rundfunk, Amateurfunk usw.) koordiniert (Frequenzplanung, Standortplanung, Störungsmessung, Funküberwachung).

Unter dem Leiter ZfK gab es dazu die verschiedenen Unterabteilungen.
Einige Namen sind mir noch bekannt, sind aber hier unwichtig.

Funker Offline



Beiträge: 48
Punkte: 68

18.05.2016 22:47
#9 RE: Funkamt Köpenick antworten

Gut das immer noch Zeitzeugen auftreten.
Stimmt- Namen sind meist ohne Bedeutung. Ab und an ist jedoch auch so ein alter Bekannter wieder zu finden.
Kann es sein, dass diese Truppe später ( nach 10/1990) in Gosen saß. Von dort lief Frequenzplanung/Koordinierung dann. Wo heute der große Einkaufspark ist. Das alte Gebäude steht aber noch.

Muenzer Offline



Beiträge: 22
Punkte: 65

18.05.2016 22:48
#10 RE: Funkamt Köpenick antworten

Zur Geschichte des Funkamt Köpenick:
http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/down...nk/jochinke.pdf

Und das Bundesarchiv hat einen reichen Fundus:
http://startext.net-build.de:8080/barch/...BAFA80F9854CE84

Interessant dabei auch: Das im Zusammenhang Funkamt Köpenick bei Bad Saarow 1958 auf dem Silberberg ein Grundstück erworben wurde. Ist das nicht der Ort der späteren FRA Reichenwalde ?
Auch zu finden sind geschichtliche Aufzeichnungen zur Sendestelle DP Stülpe auf dem Habichtsberg.

Nordlicht Offline




Beiträge: 26
Punkte: 37

18.05.2016 23:28
#11 RE: Funkamt Köpenick antworten

Funkamt Köpenick war-
Unteres Amt im Funkwesen der DP mit der Verantwortung für die Absicherung der Betriebsprozesse der Sende- und Emfangsanlagen im Berliner Raum; Zentraler Technischer Dienst und Zentrale Technische Instandhaltung des Funkwesens.

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