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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 198 mal aufgerufen
 Historisches
pinkpanter Offline



Beiträge: 52
Punkte: 76

06.07.2016 21:55
Objekt Waldsee antworten

Angeblich sind alle Bunker enttarnt und veröffentlicht. Nun komme ich in der Nähe von Neustrelitz zum Jagdschloß Waldsee. Dem Vernehmen nach in der DDR Jagdresidenz des MfS.
Mir fallen seltsamt Rohre aus der Erde kommend auf- Eben Lüftungsrohre eines Bunkers.

Der überdachte Grillplatz vor dem Haus soll angeblich den Eingang zu einem Bunker getarnt haben. Der Bunker ,ein Befehlsstand aus Betonelementen, wie sie bei der Nationalen Volksarmee üblich waren. Das Bauwerk sei wohl nie fertig geworden. Weder Strom, Telefon noch andere Technik seien verlegt gewesen. Einheimische meinen, Mielke sei nicht oft hier gewesen, und gewiss nicht zur Jagd. Dafür sei einige Male Markus Wolf, Chef der DDR-Aufklärung, aufgetaucht. Geheime Treffen soll es am Schulzensee gegeben haben, so mit Wladimir Putin, als der noch im KGB-Auftrag in Dresden war.

Kennt sich jemand in dieser Sache aus ? Ich habe in anderen Foren /Webs dazu noch nichts gefunden. Typenbau ? Verwendung ?

Peterson Offline



Beiträge: 10
Punkte: 14

06.07.2016 21:59
#2 RE: Objekt Waldsee antworten

Das Objekt „Waldsee“ hatte meines Wissens zwei Funktionen. Zum einen Genesungsheim des MfS und zum anderen wurde es durch den Ltr. der BV Neubrandenburg genutzt (Jagd und dgl.). Mehr ist mir nicht bekannt.

Frank1 Offline



Beiträge: 322
Punkte: 380

06.07.2016 22:00
#3 RE: Objekt Waldsee antworten

@Frank schrieb:
(1) EH Genesungsheim seit 1959 da gelistet
(2) SO Sonderobjekt BV Nbdg seit 1984 da gelistet

Sonderobjekte gibt es ansich wenige < 15 bei ~1500 verifizierten Datensätzen. Bunker sind auch längst nicht alle 'aufgeklärt', vor allem nicht die kleineren auf 'LP09' Basis (waren vorwiegend für die BEL & KEL + andere vorgesehen).

Aber ehrlich, Geschichten um M.Wolf & W.Putin da vor Ort würde ich erstmal ins Reich der blühenden Phantasie verschieben. M.Wolf hat doch im Prinzip keiner gesehen & nun ausgerechnet da ?

Roboter Offline



Beiträge: 19
Punkte: 35

06.07.2016 22:01
#4 RE: Objekt Waldsee antworten

Der Geländeeigentümer hat wirklich alle Merkmale beseitigt und das Ding offenbar verfüllt. Das trotz Hinweis eines interessierten für Begehung und Aufnahme.
Tut auch sonst ziemlich arrogant. Eben ein sächsischer Neureicher. Aber vom Hotelgeschäft keine Ahnung.

nimm2 Offline



Beiträge: 21
Punkte: 25

06.07.2016 22:04
#5 RE: Objekt Waldsee antworten

Re: Objekt Waldsee


Aus den Unterlagen des BstU geht hervor, dass die Hütte dem Leiter der BV NB gehörte.
Wir kennen doch das Thema Meetings und das die Tour bei mehreren Außenstellen immer reihum geht.
So gesehen wäre nicht verwunderlich wenn eine Tagung der Leiter der BVs eben auch mal in Zuständigkeit der BV NB abgehalten worden ist und das dabei eben auch ein Mielke ( mit oder ohne Stellv) vor Ort war.
So gesehen ein ganz normaler dienstlicher Vorgang.

Das Kapitel „Jagdschloss Waldsee“ findet ihr auf den Seiten 40-44 in Claus-Dieser Steyers Ausflugsführer „Geheime Orte in Mecklenburg-Vorpommern“.
Daher kommen auch die weisenden Worte der Allgemeinheit.

Aber- nach der Enteignung 1945 war dort erst einmal ein Lehrlingswohnheim. ab 1959 dann als Genesungsheim = Kurheim des MfS geführt. Ausweislich der BstU Unterlagen waren dort auch Genossen der sozialistischen Dienste untergebracht.

Dann ging es um diese bescheidene in 1984 errichtete Hütte.
http://www.lsklv-ddr.de/GHBVNB.jpg
Die neben dem Kurheim das Gästehaus des Leiters der BV NB als zweites Objekt der Liegenschaft war.

An dieser Hütte der Grillplatz hatte den Bunkerzugang: Baujahr ca. 1987.
http://www.lsklv-ddr.de/waldseeB.jpg
Ich glaube nicht das 1987 noch LP09 errichtet wurden.

Zitat
Der anschließende Blick in diverse Zeitungsarchive fördert sogar einen weiteren Befund über das »Jagdschloss Waldsee« zutage: Es soll sich bei dem unterirdischen Bau sogar um einen Atombunker handeln. Allerdings stammen die meisten Berichte darüber aus dem Jahr 2002, als das nach der Wende hier eröffnete Hotel versteigert wurde. Damals war offenbar wenig über die Geschichte des Ortes bekannt und ein vermeintlicher Atombunker machte sich in der Berichterstattung gut.
Eine Befragung von Zeitzeugen in der Umgebung ergibt, dass die Nationale Volksarmee (NVA) hier keinen Atombunker, sondern lediglich einen unterirdischen Befehlsstand angelegt hatte. Im Ernstfall eines Krieges hätte die NVA für den dann hier möglicherweise gerade zur Erholung oder zur Jagd anwesenden Stasi-Minister Mielke mit mobiler Übertragungstechnik in kürzester Zeit eine Führungsstelle einrichten können.



Reserveführungsstelle der BEL NB.
Wir wissen doch aus den Analen zu BEL und KEL, das die jeweiligen Vorsitzenden eine (zentrale) Führungsstelle hatten und die jeweiligen Mitglieder der BEL/KEL im "Umkreis" dann über eigene Führungsstellen verfügten.
Das hier war BEL NB Anteil MfS- so möchte ich es ausdrücken.

Hein Offline



Beiträge: 25
Punkte: 29

06.07.2016 22:05
#6 RE: Objekt Waldsee antworten

Wozu benötigt so eine Führungsstelle Strom und Fernmeldekabel ? Eh, das war nur ne BEL .
Strom kam aus dem Dieselaggregat und Fernmeldeverbindungen über Funk und mobilem Richtfunk. Und die 1-2 Telefonanschlüsse konnten per LFK vom APL rüber gezogen werden.

Engels Offline




Beiträge: 15
Punkte: 19

06.07.2016 22:06
#7 RE: Objekt Waldsee antworten

Eigentlich, so habe ich es einmal gelernt, waren KEL und BEL nur ab VG zu bilden und zwar am Ort der Führungsstelle. Und das ist der Ort, der heutzutage unzutreffend Ausweichführungsstelle KEl oder BEL genannt wird.
Im Frieden war eine Führungsbereitschaft zu halten und das erfolgte durch Definition wer besetzt welchen Posten und periodischen Lagebesprechungen. Die sowohl in der KL/BL SED als auch mal oim RdK/RdB oder im VPKA/BdVP stattfanden.
Der Stabschef der KEL/BEL ( war im Frieden der SC WKK/WBK) hatte die Tagungen zu thematisieren und zum Termin einzuladen. Er hatte aber auch die Führungsstelle einsatzbereit zu halten und im VG beziehen zu lassen. Dazu zählte auch, die Kurierverbindungen auszulösen und die Nachrichtenverbindungen herzustellen und Nachrichtenpersonal zur Führungsstelle zu verlegen.
Wie gesagt, Reserveführungsstellen sind bisher kaum erkundet und der Bunker Waldsee kann eine der ersten bekannten Reserveführungsstellen einer BEL sein.

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